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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.07.2007

L´Invitation au voyage Germaine Dulac
Clarissa Lempp

Germaine Dulac ist eine echte Pionierin des Kinos und des Feminismus. Nun sind drei ihrer Stummfilme auf DVD erschienen. Eine Einladung auf eine Reise durch den experimentellen Film…



Kettenraucherin mit Kurzhaarschnitt, Theater- und Filmkritikerin, Produzentin, Regisseurin, Theoretikerin, Feministin, Ehefrau und bekennende Lesbe: Germaine Dulac war eine Institution im mondänen Pariser Kulturleben der 1920er und 1930er Jahre. Bereits 1916 gründete die 1882 geborene Filmemacherin ihre eigene Filmgesellschaft und experimentierte von da an zunächst mit kleinem Budget, aber großem Einfallsreichtum. Doppel- und Mehrfachbelichtungen, Zeitraffer, beschleunigte Montage, Weichzeichner und Überblendungen waren die visuellen Mittel, die Dulac einsetzte und perfektionierte.

Für die "Arte Edition" versammelte "Absolut Medien" nun drei der wichtigsten Stummfilme aus dem umfassenden Werk Germaine Dulacs. La souriante Mme Beudet (Das Lächeln der Madame Beudet, 1922) kann heute als erster feministischer Film bezeichnet werden. Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Amiel/Obey, wird hier der gescheiterte Ausbruchsversuch aus einer unglücklichen Ehe visualisiert. Mit wenigen Zwischentiteln setzt Dulac auf die Vermittlung der Charaktere und ihres Innenlebens durch eine zuweilen traumähnliche Bildsprache. Zwischen Gesellschaftskritik und avantgardistischer filmischer Vision, liefert "Das Lächeln der Madame Beudet" einen intensiven subjektiven Eindruck der bürgerlichen Ehe als Gefängnis

L‘Invitation au voyage (Die Einladung zur Reise) ist ein Versuch über Bildassoziationen, ein filmisches Gedicht, das sich an Baudelaires lyrischer Symbolik in "Die Blumen des Bösen" anlehnt. Thematisch ist auch hier wieder ein Frauencharakter, der aus einer Ehe ausbrechen will, im Mittelpunkt. In rhythmischer Struktur der Bildfolge, wie auch durch die rein musikalische Vertonung als eingreifendes Element, entsteht eine experimentelle Variation über Nähe, Sehnsucht nach der Ferne und Enttäuschung.

La coquille et le clergyman (Die Muschel und der Kleriker) entstand 1927 nach einem Skript von Antonin Artaud und greift den späteren surrealistischen Filmen wie zum Beispiel "L´age d´or" von Luis Bunuel vor. Die Vision eines in ödipalen Angstträumen strudelnden, jungen Geistlichen galt als Skandal. Die aggressiven Männlichkeitsbilder wurden von Dulac ironisiert, der destruktive Kern durch die rhythmische Bildpoesie und durch eine eigenständige, traumwandlerische Logik aufgehoben. Hier wird auch Dulacs theoretischer Hintergrund am deutlichsten sichtbar: es geht nicht um eine Weiterführung der Literatur, also um eine narrative Handlung, sondern vielmehr um das dem Film eigene visuelle Wesen, eine Anordnung von Bildern, die einer bewussten oder unbewussten Haltung oder einem Erlebnis entspricht. Konsequenterweise arbeitete Germaine Dulac deshalb nach der Einführung des Tonfilms Anfang der 1930er Jahre hauptsächlich dokumentarisch. Als künstlerische Leiterin der Produktionsfirma Gaumont realisierte sie Filmreportagen, unter anderem über den aufkommenden Faschismus. Sie starb am 20. Juli 1942 im besetzten Paris.

AVIVA-Tipp: Germaine Dulac ist nicht nur eine filmgeschichtlich lohnenswerte Wiederentdeckung, sondern sie beweist auch erstaunlich, wie die künstlerische Verarbeitung von frauenpolitischen Themen über die bloße "Frauenkunst" hinausgehen kann. Die hervorragende Restaurierung der Filme und die neue Vertonung machen die DVD darüber hinaus auch zu einem qualitativen SammlerInnenstück.


Germaine Dulac - Drei Filme (1922-1928)
DVD, s/w, teilw. viragiert, Gesamtlaufzeit 117 Min.

Das Lächeln der Madame Beudet (La souriante Madame Beudet)
1922, 38 Min
Mit: Germaine Dermoz, Alexandre Aquillire u.a.
Musik (2005) von Manfred Knaak
Die Einladung zur Reise (L‘Invitation au voyage)
1927, 39 Min
Mit: Emma Gynt, Raymond Dubreuil u.a.
Musik (2002) von Catherine Miliken
Die Muschel und der Kleriker (La coquille et le clergyman)
1927, 40 Min.
Mit: Alexandre Allin, Lucien Bataille, Genica Athanasiou
Musik (2004) von Iris ter Schiphorst
Nach einem Drehbuch von Antonin Artaud.

Bildformat: 4:3, Tonformat Musik: Dolby Stereo 2.0
DIE MUSCHEL UND DER KLERIKER: Dolby Surround 4.0
DVD-Menü + Zwischentitel: Deutsch/Französisch
ISBN: 978-3-89848-865-5
EAN: 4-021308-888653
Preis: Euro 19,90


Die DVD ist direkt über Absolut Medien erhältlich:
www.absolutmedien.de


Kultur Beitrag vom 07.07.2007 Clarissa Lempp 

   




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