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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.07.2007

Be with me
Clarissa Lempp

Drei fiktive Liebesgeschichten verweben sich mit dem realen Schicksal der blinden und gehörlosen Teresa Chan. Ein anmutiger Film über das Sein und die Sehnsucht nach Zweisamkeit…



Drei Menschen, drei Lebensalter, drei Geschichten um die Liebe. Drei fiktive Lebensfäden die Regisseur Eric Khoo mit der realen Figur der 61-jährigen, taubblinden Teresa Chan verbindet. Am Anfang stehen Teresa Chans Worte, auf einer altmodischen Schreibmaschine getippt. Buchstabe um Buchstabe fließen die Sätze dem Ursprung der folgenden drei Schicksale entgegen: die Sehnsucht nach dem Anderen.
So in Love erzählt von zwei Schulmädchen, die in Emails, SMS und Shoppingmalls zueinander finden und sich wieder entgleiten. Finding Love zeigt einen Sicherheitsmann bei dem verzweifelten Versuch, durch einen Liebesbrief der attraktiven Geschäftsfrau aus dem Bürokomplex näher zu kommen. Meant to be schließlich, kreist um die Einsamkeit eines älteren Lebensmittelhändlers, der den Tod seiner Frau nicht wahr haben will.

Die Sehnsucht der ProtagonistInnen konzentriert sich auf die Nähe zu einer/m anderen, der wie ein Spiegel das eigene reflektiert, die Teenager Jackie und Sam gleichen sich nicht allein äußerlich mit ihren Schuluniformen, Häschentaschen und Handyaccessoires. Oder es lockt das Gegenstück, wie im Falle des wohlbeleibten und aus einem bildungs- und kommunikationsfremden Haus entstammenden Wachmann Fatty Koh. Eine vertraute Person, deren Abwesenheit unmöglich scheint, so kocht der Lebensmittelhändler täglich und deckt für sich und seine Frau, die immer noch als Geist an seinem Tisch sitzt.

Zwischen der fiktiven Handlung taucht Erik Khoo in die Welt Teresa Chans, die seit ihrem 14. Lebensjahr blind und gehörlos ist. Durch einen mehrjährigen Aufenthalt in den USA erhielt sie eine Schulbildung und erlernte eine Zeichensprache, die über Berühren der Handinnenflächen und Finger vermittelt wird. Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen hat sie Eislaufen gelernt, sie kann sich selbst Mahlzeiten zubereiten, sie tanzt, unterrichtet und auch sie hat geliebt. Während die ProtagonistInnen am Wunsch scheitern, jemanden zu finden, der einer Erweiterung seiner selbst dient, der die eigene Unvollkommenheit ausgleicht, lebt Teresa in diesem „Makel“. Das Manuskript ihrer Lebensgeschichte gerät durch den Sozialarbeiter Brian an den Lebensmittelhändler, der schließlich Teresa mit einer wohlvorbereiteten Mahlzeit aufsucht…

Der 1965 in Singapur geborene Regisseur Eric Khoo legt hier seinen dritten Spielfilm vor, der bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt, unter anderem den Publikumspreis des Independent Filmfestivals Seoul. Khoo studierte in Australien Film und war als erster Regisseur aus Singapur mit seinem zweiten Film 12 Storeys in der offiziellen Auswahl der Filmfestspiele Cannes. In Be with me setzte er auf die Kraft seiner SchauspielerInnen, die durchweg keine professionellen DarstellerInnen sind und meist aus seinem persönlichen Umfeld stammen. So ist Chiew Sung Ching, der alte Ladenbesitzer, Khoos ehemaliger Englischlehrer. Mit Adrian Tan holt er sich einen renommierten Werberegisseur an die Kamera, der durch seine farbenmutige und feinsinnige Bildarbeit beachtlich zur Anmut des Films beiträgt. Das Drehbuch entstand zusammen mit dem Journalisten Wong Kim Hoh, der einen Artikel über Teresa Chan in der Interviewserie „A Life Less Ordinary“ in Singapurs wichtigster Zeitung Strait Times veröffentlichte.

AVIVA-Tipp: Be with me ist ein sanfter Film, der mit wenigen Dialogen auskommt und trotzdem aufhorchen lässt. Die Bilder sind sorgsam arrangiert, bieten einander Raum und scheinen doch fließend Zeit und Ort zu durchqueren, fangen Momentaufnahmen ein, die elementar und allbekannt sind, die zärtlich die Gefühlwelt der ProtagonistInnen nachzeichnet ohne sie zu entblößen. Ein sprödes Handyklingeln, eine liebevoll zubereitete Mahlzeit, ein Stab von Überwachungskameras werden zu Symbolen der Berührung, zu Brücken. Eric Khoo hat einen poetischen und berührenden Film über die Zärtlichkeit des Zusammenseins geschaffen. Ein flüsterndes Meisterwerk.

Be With Me
Singapur 2005
Mit Theresa Chan, Ezann Lee, Samantha Tan, Seet Keng Yew, u.a.
Regie: Eric Khoo
Drehbuch: Eric Khoo, Wong Kim Hoh
Kamera: Adrian Tan
Montage: Low Hwee-Ling
Musik: Kevin Mathews, Christine Sham
Produktion: Zhao Wei Films Singapur, Verleih für Deutschland: Trigon Film
Länge 90 Minuten, 35 mm, Farbe
Sprache: Englisch, Kantonesisch, Mandarin mit deutsche Untertitel

Deutschlandweiter Kinostart am 19. Juli 2007

Der Film ist auch als DVD erhältlich über
www.trigon-film.org



Kultur Beitrag vom 18.07.2007 Clarissa Lempp 

   




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