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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.09.2007

Comizi D´amore
Clarissa Lempp

"Gastmahl der Liebe" ist eine dokumentarische Reise durch das Italien der frühen 1960er Jahre in der Pier Paolo Pasolini das Verhältnis zu Liebe, Leidenschaft, Moral und Prostitution anspricht…



"Woher kommen die Babys?"
"Aus dem Bauch", ist die Antwort des kleinen römischen Jungen und gleich schalten sich seine Freunde ein: "Nein! Die bringt der Storch!"
"Und wer gibt sie dem Storch?" fragt Pasolini.
"Dio! Gott!" antworten die Jungs.

Von März bis November 1963 reiste Pier Paolo Pasolini mit Tonband und Kamera quer durch Italien, vom industrialisierten Norden bis zum archaischen Süden, um Menschen über die Liebe, Moral und Leidenschaften zu befragen. An den Badestränden Venedigs, vor den Fabriken Mailands, im Sizilien der Mafia, in düsteren Hinterhöfen Neapels oder in der wohlhabenden und konformistischen Emilia-Romagna lässt Pasolini die Neugierigen auf sich zu kommen und lässt sie erzählen was sie über Tabuthemen wie Prostitution, Homosexualität und Ehescheidung denken.

Seine unbefangene Fragetechnik, die Zurückhaltung der eigenen Person (tatsächlich sieht man Pasolini meist nur von hinten oder von der Seite) und die unaufdringliche Schlagfertigkeit, machen es Pasolini leicht, mit Menschen verschiedensten Alters und aus unterschiedlichen Schichten in eine ernsthafte Auseinandersetzung der Themen zu dringen, ohne anzugreifen. Pasolinis Annäherung an die Volksmoral ist dabei in vier Kapitel, so genannte "Recherchen" gestaffelt, deren Ergebnisse er dann mit Vertretern des kulturellen Lebens, wie dem Schriftsteller Alberto Moravia oder dem Mathematiker und Psychologen Cesare Musatti diskutiert.

Der Film endet schließlich mit einem inszenierten Moment: Eine Hochzeit zweier junger Menschen aus der Vorstadt, Tonino und Graziella. Die Filmkamera folgt den beiden aus den Wohnungen der Eltern zur Kirche, wo sie sich für das Erinnerungsfoto aufstellen. Pasolini Stimme spricht seinen Wunsch für die beiden aus: "Möge zu eurer Liebe hinzukommen das Bewusstsein eurer Liebe".

AVIA-Tipp: Die immer noch modern wirkende Dokumentation ist nach Alberto Moravia "wohl das erste Mal, dass so etwas (in Italien) gemacht wird. Ein Film nach der Art dessen, was die Franzosen cinéma vérité nennen". Pasolinis einfühlsame und doch scharfe Kommentare legen die Zweideutigkeit und Zweifelhaftigkeit einer Moral frei, die sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht und den Menschen die Freiheit der Liebe abspricht.


Gastmahl der Liebe/Comizi D´amore
Dokumentation unter der Regie von Pier Paolo Pasolini
Italien 1964, Schwarz / Weiss,
Label: 451 Filmgalerie
Laufzeit: ca. 90 Minuten,
Dolby Digital 2.0 (Stereo) in Italienisch, Untertitel: Deutsch
Extras: 4 Pasolini-Trailer
Freigabe: ab 16 Jahren
16.99 Euro
ISBN: 3-937045-62-7



Kultur Beitrag vom 27.09.2007 Clarissa Lempp 

   




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