Stellas Versuchung - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End 120 BPM Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 01.04.2007

Stellas Versuchung
Tatjana Zilg

In den 50er Jahren fühlt sich die feinsinnige, sehr attraktive Stella in ihrer Ehe mit einem Landpsychiater gefangen. Sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einem Klinikpatienten ...



Bei der Berlinale 2007 sorgte der Regisseur David Mac Kenzie mit seiner Komödie "Hallam Foe" für etliche heitere Momente beim Wettbewerbspublikum, auch wenn die Geschichte über das Heranwachsen des jungen Schotten Hallam einen tragischen Kern beinhaltet.

Zwei Jahre zuvor nahm der schottische Regisseur mit einem Film am Wettbewerb teil, der viel melodramatischer angelegt ist.

In einer psychiatrischen Klinik im Norden Englands sind die Regeln streng und die InsassInnen werden mit klassischen Methoden behandelt. Der Psychiater Max Raphael (Hugh Bonneville) hofft mit dem Umzug von London in die Provinz etwas mehr Ruhe in sein Familienleben zu bekommen. Zugleich ist die neue Stelle für ihn eine große Karrierechance. Von seiner Frau Stella (Natasha Richardson) erwartet er, dass sie ihn in jeder Hinsicht unterstützt. Diese kann aber nicht viel mit dem ländlichen Leben und der kühlen Atmosphäre der Großklinik anfangen. Ihr einziger Halt ist ihr Sohn Charlie (Gus Lewis). Die Tage vergehen eintönig, bis Stella während der Gartenarbeiten Edgar (Marton Czokas) auffällt, ein Klinikpatient, der das Privileg hat, sich mit Arbeiten am Gewächshaus nützlich zu machen.

In intensiv beobachtenden Bildern, die kleinste erotische Anspannung aufspürend, zeigt David Mac Kenzie, wie eine verhängnisvolle Affäre ihren Anfang nimmt. Dabei wird viel Wert gelegt auf eine nuancierte Entwicklung der Charaktere. Edgar wird vom ersten Moment an nicht als Monster dargestellt, sondern als nachdenklicher, aber impulsiver Mann, der mit seinem ambivalenten Inneren zu kämpfen hat. Erst nach und nach erfahren die ZuschauerInnen mehr über seine Vorgeschichte, die Tat und seine Motive. – So wie auch Stella selbst, die sich nie von dem, was sie erfährt, abschrecken lässt, sondern immer intensivere Gefühle zu Edgar entwickelt. Ihr Mann nimmt ihren Seitensprung mit distanzierter Hilflosigkeit wahr, dann lässt er sich urplötzlich zu jähzornigen Eifersuchtsanfällen hinreißen.

Edgar gelingt schließlich die Flucht aus der Klinik und Stella folgt ihm nach einer Weile in eine verborgene Existenz in London. Ihren geliebten Sohn Charlie lässt sie bei ihrem Mann zurück.
Das Leben im Jetzt hat für die beiden Gesuchten bald ein jähes Ende. Stella entscheidet sich, wegen ihres Sohnes zu ihrem Mann zurückzukehren. Aber die Leidenschaft lässt sie nicht mehr los. Sie wünscht sich nichts mehr, als Edgar wiederzusehen. - Ein fatales Verhängnis ist die Folge.

Die Schauspielerin Natasha Richardson wurde für ihre großartige Interpretation der Stella mit dem Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater Standard British Film Award (2006) ausgezeichnet und für den British Independent Film Award (2005) nominiert. Ihr Spiel besticht durchgehend mit hoher Authentizität und tiefer Emotionalität. Kein Wunder, denn sie begann ihre Karriere als Schauspielerin am Theater, wo sie unter anderem die Helena in Shakespeares Sommernachtstraum und die Ophelia in Hamlet spielte. 1986 wurde sie für ihre Darbietung der Nina in "Die Möwe" von der Londoner Theaterkritik zur vielversprechendsten Newcomerin gewählt und spielte in der Folgezeit Rollen in verschiedenen Musicals und schließlich auch am Broadway.

1987 gab sie ihr Kinodebut als Mary Shelley in Ken Russels "Gothic". Der Regisseur Paul Schrader wurde durch diese Rolle auf die Schauspielerin aufmerksam und besetzte sie für die Titelrolle in "Schrei im Dunkel". In den folgenden Jahren spielte sie unter anderem in Pat O’Conners "A Month in the Country", Volker Schlöndorffs "Die Geschichte der Dienerin" und Paul Schraders "Der Trost von Fremden". Für ihre Hauptrolle in "Die Witwen von Widows Peak" gewann sie 1994 den Preis als Beste Darstellerin auf dem Karlovy Vary Festival.

AVIVA-Tipp: Ein erotischer Thriller, der sich mit stilvollen, ästhetischen Bildern in warmen Herbstfarben mit den Themen Leidenschaft, Begierde und Eifersucht gekonnt auseinandersetzt, aber mit seiner tiefgründigen Tragik auch eine depressive, fast schwermütige Stimmung transferiert.

Stellas Versuchung (Asylum)
Regie: David Mackenzie
England / Irland 2005, 100 Minuten
Drehbuch: Patrick Marber nach einem Roman von Patrick McGrath
DarstellerInnen: Natasha Richardson, Ian McKellen, Marton Czokas, Hugh Bonneville, Judy Parfitt, Sean Harris, Nick Gus Lewis, Wanda Ventham, Anna Keaveney, Joss Ackland
Kinostart: 29. März 2007
Verleih: Salzgeber

www.salzgeber.de


Kultur Beitrag vom 01.04.2007 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken