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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.05.2007

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Tatjana Zilg

Sich verschärfende Integrationskonflikte in Dänemark transferiert in den Mikrokosmos einer Hochhaussiedlung. Ein rechtsradikaler Jugendlicher wurde zusammengeschlagen. Regie: Annette K. Olesen



Die Gewalt zwischen zwei Jugendgruppierungen in einem Kopenhagener Vorort droht zu eskalieren, als Per (Jonas Busekist) mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Er liegt im Koma auf der Intensivstation. Seine Mutter Søs (Anette Støvelbæk) und seine Schwester Mie (Joy K. Petersen) sind fassungslos und schockiert.
Hin- und hergerissen zwischen Furcht, Misstrauen und Hilflosigkeit verbringen sie die nächsten Tage. Mie ist seit einiger Zeit mit dem Palästinenser Shadi (Mohammed-Ali Bakier) zusammen. Bis vor kurzem war sie glücklich verliebt, doch nun spürt sie, dass ihr Freund sich distanziert. Sie behauptet gegenüber der deutschen Clique von Per, Sahdi hätte es ihr schon erzählt, wenn er etwas über den Tathergang wüsste. Aber ihr eigenes Misstrauen wächst.

Shadi beginnt, seinen Bruder Tareq (Subhi Hassan) zu verdächtigen. Beide boxen in einem Club in der Nähe. Tareq gerät häufig in Schlägereien und setzt sich lieber mit verbaler Gewalt durch als auf sein Gegenüber einzugehen. Über den Vorfall in der Nacht, als Per zusammengeschlagen aufgefunden wurde, will er nicht im Detail reden. Er behauptet, nur in eine leichte Schlägerei nach einer Party involviert gewesen zu sein. Niemand sei dabei schwer verletzt worden.
Da er jedoch immer sehr abweisend reagiert und Shadi wütend darauf hinweist, als kleinen Bruder würden ihm solche Verdächtigungen und Fragen nicht zustehen, weiß Shadi bald nicht mehr, was und wem er glauben kann. Er zieht sich von Mie zurück. Währenddessen häufen sich die Gerüchte unter den Jugendlichen, Tareq sei für die Tat verantwortlich.

Sehr gelungen an dem Film ist, dass er nicht auf die Perspektive und die Welt der Jugendlichen beschränkt bleibt, wie es beispielsweise bei "Knallhart" von Detlev Buck zum großen Teil der Fall war.
Die Familien von Mie und Shadi werden nuanciert in die Handlung miteinbezogen. Ihre Handlungsweisen werden aufgrund ihrer soziokulturellen Eingebundenheit verständlicher. Zwischen den palästinensischen Brüdern und ihren Eltern sind die Generationskonflikte vorherrschend. Die Eltern, die von der Heimat in das Exil flüchten mussten, halten an ihren Traditionen fest. Auf Drängen der Mutter sucht der Vater das Gespräch mit Tareq, aber scheitert letztlich an seinen Wertvorstellungen, die in der veränderten Umgebung nicht mehr funktionieren können.
Für Søs, die alleinerziehende Mutter von Per und Mie, bedeutet das Koma ihres Sohnes die Infragestellung ihrer bisherigen Haltung zum Leben in der Vorstadt. Sie ist Sozialarbeiterin und hoffte, die Konflikte entschärfen zu können. Ihre Mutter, die zu Besuch gekommen ist, macht ihr Vorwürfe, nicht rechtzeitig aus dieser Gegend weggezogen zu sein.

Die Regisseurin Annette K. Olesen drehte ihren fünften Film nach "Kleine Missgeschicke", "Italienisch für Anfänger", "Die Band" und "In deinen Händen" mit jungen LaiendarstellerInnen, die in kurzer Zeit eine hohe Intensität und einen beeindruckenden emotionalen Ausdruck erlangt haben.

AVIVA-Tipp: Ein berührendes Sozio-Melodram mit einer bewegenden Liebesgeschichte über einen "Romeo und Julia"–Konflikt in heutiger Zeit, ausgelöst durch kulturelle Unterschiede.

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Originaltitel: 1:1 (EN TIL EN)
Dänemark/Großbritannien 2006, 90 Min.
Regie: Annette K. Olesen
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson
DarstellerInnen: Mohammed-Ali Bakier, Joy K. Petersen, Anette Støvelbæk, Helle Hertz, Subhi Hassan, Jonas Busekist, Brian Lentz,,Paw Henriksen, Rose Copty, Nassim Al-Dogom, Thomas Kirschner, Khadije Nasser, Ahmed El-Daoud, Mohammed Samhi
Verleih: Arsenal Filmverleih
Kinostart: 10.05.2007

Der Film im Web: www.arsenalfilm.de


Kultur Beitrag vom 24.05.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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