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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.05.2007

Valley Of Flowers
Tatjana Zilg

In der atemberaubenden Kulisse des Himalaja drehte der indische Regisseur Pan Nalin einen gewagten Epos über Leidenschaft, Tod und Wiedergeburt. Spannend wie ein Thriller, farbenprächtig wie ...



... ein Fantasy-Film und mit einem Liebespaar, das alles riskiert, rücksichtslos und leidenschaftlich wie Bonnie und Clyde.

Pan Nalin verfolgte in seinem Welterfolg "Samsara" den jungen buddhistischen Mönch Tashi bei seinem mutigen Entschluss, dem Kloster den Rücken zu zukehren und in der Welt all die Bedürfnisse, Sehnsüchte und Leiden zu erleben, die durch den buddhistischen Weg überwunden werden sollen. Er ist der Überzeugung, dass erst, wer all dies selbst erfahren hat, sich frei und glaubhaft für ein Leben im Kloster entscheiden kann. Es gelang dem Regisseur, den Buddhismus in all seinen Facetten zu zeigen, und nicht, wie in so manchem aus westlicher Perspektive gedrehtem Werk, die östliche Spiritualität zu idealisieren.

In seinem neuen Spielfilm "Valley Of Flowers" widmet er sich verstärkt den dunklen Seiten, die Menschen vorantreiben und in Schwarzer Magie ihre Umsetzung finden können. Zwei Seiten in dem Reiseroman "Magic d'Amour et Magie Noire" (deutscher Titel: "Liebeszauber und Schwarze Magie") von Alexandra David-Néel inspirierten ihn zu einem Drehbuch, das die abenteuerliche Liebesgeschichte zwischen dem Banditenanführer Jalan (Milind Sonam) und der dämonisch wirkenden Ushna (Mylène Jampanoï) erzählt.

Die Schriftstellerin Alexandra David-Néel ist eine der außergewöhnlichsten Frauenpersönlichkeiten der vorletzten Jahrhundertwende. In einer Zeit, wo Frauen in Europa noch nicht das Wahlrecht zustand und viele Berufswege verschlossen blieben, erklärte sie die Erkundung von Asien zu ihrem Lebensziel. Sie betrat Gebiete vom Himalaja und Tibet, die kein Ausländer betreten durfte. In zahlreichen, romanhaften Reiseberichten und Tagebüchern beschrieb sie Magie und Mystik dieser Landschaften und eröffnete damit LeserInnen in aller Welt den Zugang zu östlicher Spiritualität.
Als sie in Tibet einige Tage mit einer Gruppe von Wegelagerern verbrachte, schilderte ihr der Anführer, wie er sich in eine geheimnisvolle Frau verliebte, von der er glaubte, sie habe dämonische Kräfte. Es begann eine leidenschaftliche Affäre und er erlebte mit seiner Gefährtin einige Geschehnisse, die er mit übersinnlichen Kräften erklärte.

Nur die Begegnung der beiden Hauptcharaktere, die "Valley Of Flowers" einleitet, ist direkt nach der Beschreibung aus "Liebeszauber und Schwarze Magie" inszeniert. Pan Nalin nennt die beiden Aneinander-Verfallenen Jalan und Ushna.
Jalan ist mit einem Dutzend Männern dem Leben in dörflicher Armut entflohen. In den kargen, weiten Tälern des Himalaya, die viele Unterschlupfsmöglichkeiten bieten, ziehen sie umher und überfallen berittene Karawanen. Die Beute ist oft sehr wertvoll. Die Händler transportieren in langsam vorankommenden Menschenzügen kostbare Waren wie Seide, Gewürze, Schmuck. Eines Tages steht nach einem Überfall plötzlich eine verwegen schöne, junge Frau am Wegesrand. Sie fordert Jalan und seine Verbündeten auf, sie mitzunehmen.
Ushna beweist sich als selbstbewusste Frau mit Durchsetzungsfähigkeit. Obwohl die Männer dagegen sind, nimmt der Anführer sie in die Bande auf. Sie muss um ihren Platz kämpfen, immer wieder schlägt ihr Misstrauen entgegen. Da sie aber verborgene Pfade der Karawanen kennt, zu denen die Bande bisher nicht vorgedrungen ist, wird sie nützlich für die Männer und steigt in ihrem Ansehen.
Jalan spürt eine schnell wachsende Leidenschaft, Begierde und Hingabe für sie in sich.

Der Gegenpart zu dem Paar, das sich weit von den gesellschaftlich vorgegebenen Wege entfernt und die Kräfte Schwarzer Magie leichtsinnig bis egozentrisch verwendet, ist Yeti (Naseeruddin Shah), ein Behüter und weiser Mann, der westliche Augen an einen spirituellen Guru erinnern könnte, aber bei genauerem Hinsehen mehr die Rolle eines Vermittler der Kräfte erfüllt. Er ruft die Bevölkerung auf, ihm bei der Suche nach Jalan und Ushna zu helfen und verfolgt sie solange, bis das Gleichgewicht der spirituellen Kräfte wiederhergestellt ist.
Nach einem Zeitsprung befindet sich die Handlung plötzlich mitten in der Gegenwart. Jalan ist als mysteriöser Sterbehelfer weltberühmt. Sein Beruf, Sterbenskranken gegen Geld den Tod zu bringen, hat ihm viele Feinde eingebracht, was er gleichmütig hinnimmt. Das einzige Feuer, was ihn antreibt, hat er tief in sich vergraben: Von Ushna fehlt ihm seit über einem Jahrhundert jede Spur. Sie wurden getrennt, als der Yeti sie im Himalaya fast gestellt hatte.

AVIVA-Tipp: Dunkle Charaktere über Gut und Böse finden sich vor allem in Fantasy- oder Comic-Verfilmungen, die nicht unbedingt dasselbe Publikum ansprechen wie sorgsam recherchierte Arthouse-Filme vom asiatischen Kontinent. Ushna verkörpert ein nahezu archaisches Verlangen nach Erfüllung tiefer Leidenschaft und löst in ihrer Umgebung die vielfältigsten Emotionen von Abwehr, Bewunderung, Neid und verborgenen Sehnsüchten aus. Manchmal wirkt sie wie aus einem Fantasy-Märchen entsprungen, der Welt elfisch fern. Jalan scheint ihr zunächst zu verfallen, und doch erringt er in ihrer Beziehung die Position des Machtvolleren. Das Wechselspiel zweier Charaktere, an der Grenze des Glaubhaften dahinbalancierend, eingebettet in das eindrucksvolle Setting des historischen Tibets und Indiens, lässt den Film zu einem einzigartigen Einblick in eher unbekannte Bereiche östlicher Spiritualität werden, die weltweit ihre Korrespondenzen im Volksglauben finden.

Valley Of Flowers
Indien/Deutschland/Schweiz/Frankreich 2006, 120 Minuten
Regie und Drehbuch: Pan Nalin
nach Motiven aus "Liebeszauber und Scharze Magie" von Alexandra David-Néel
DarstellerInnen: Milind Sonam, Mylène Jampanoï, Naseeruddin Shah, Jampa Kalsang Tamang, Anil Yadav, Migmar Tashi, Tashi Thondup, Nawang Tharchin, Urgyan Tsering, Amrit Pal
DVD-Infos
Valley of Flowers erscheint als Doppel-DVD.
Ab 30. November 2007 im Handel erhältlich
Auf der Extra-DVD ist zu sehen:
- Director´s Cut – 153 Minuten mit englischen Untertiteln, 33 Minuten länger als die Kinofassung
- Making of – 30 Minuten
- Trailer
Technische Angaben
Sprache: Hindi DD 2.0 / Deutsch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 2.0, DD 5.1
Bildformat: 1:2,35 / 16:9 (anamorph)
Ländercode: 2
FSK Freigabe: ab 12 Jahren
EAN: 4042564018424

Der Film im Web: www.valley-of-flowers.de/

Lesen Sie auch unser Interview mit dem Regisseur Pan Nalin.


Kultur Beitrag vom 30.05.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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