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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 06.08.2007

Deborah Colker - Rota
Tatjana Zilg

Tosender Applaus bei der Premiere im Admiralspalast. Die brasilianische Tänzerin und Choreographin erobert seit 1993 die Bühnen mit ihren Aufsehen erregenden Tanzvisionen. Bis zum 12.08.07 in Berlin



Bei Rota kommt vielen vermutlich zunächst die brasilianische Kampfeskunst Capoeira in den Sinn. Doch damit hat das Stück, welches jetzt für kurze Zeit im riesigen Saal des altehrwürdigen Gebäude an der Friedrichstraße gezeigt wird, nichts zu tun, auch wenn die TänzerInnen aus dem Land der Gegensätze am anderen Ende der Erdkugel kommen.

Die Erkundung der Pfade der Schwerkraft im dreidimensionalen Raum steht im Mittelpunkt der zwei Akte, die in jeweils nur einer halben Stunde mit beeindruckender Kontrasttiefe, Intensität, Zielgerichtetheit und Ideenreichtum ein einzigartiges Erlebnis für alle Sinne bieten. ROTA beschreibt Routen und Wege, die der Mensch wie Linien eines Kartenwerks verfolgt, durchkreuzt und wieder verlässt – bis hin zum ewigen Traum vom Fliegen. Im ersten Akt vernetzen sich die TänzerInnen vor einem Schnittmuster, sehr geometrisch wirkt dieser Hintergrund. Strukturiert und emotionsgeladen begegnen sich die in rasch wechselnde Kostüme gekleideten ProtagonistInnen. Überraschend ist die Auswahl der musikalischen Unterlegung für die erste Sequenz: Am klassischen Ballett orientiert entwickeln die BrasilianerInnen zu den europäischen Ohren mehr als vertrauten Tönen der "Serenata Noturna" von Mozart ihre Tanz-Formation. Kurz darauf wird es jedoch wesentlich moderner. Samples von u.a. Aphex Twins, The Chemical Brothers und Squarepusher geben den Rhythmus vor. Bevor sich der Vorhang zur Pause schließt wandelt sich die Grundstimmung ein weiteres Mal. Zwei Stücke über Meereswesen füllen den Raum: "Die Forelle" von Schubert und "Die geheimen Gesänge der Wale" von Balaena Mysticetus.

Im zweiten Akt erwartet die ZuschauerInnen ein spektakuläres Bühnenbild. Ein riesiges Laufrad lässt die unterschiedlichsten Assoziationen aufkommen: Kafka´eske Fabriklandschaft, Jahrmarkts-Attraktion im Wiener Prater oder Austragungsort für Stunt-Akrobatik. Zunächst bleibt die wichtigste Erfindung der Menschheit im Hintergrund, komplementär zum ersten Akt bewegen sich die TänzerInnen nun pur und organisch. Wenig später erobern sie spielerisch das Riesenrad, in der unterschiedlichsten Art und Weise finden sie Wege, um es sich zu eigen zu machen. Sehr dynamisch und temperamentvoll entfaltet sich die Choreographie, aber immer wieder entstehen auch Momente des Innehaltens, in denen die außergewöhnlichen Standbilder sich dem Publikum einprägen können. Viel futuristisch anmutende elektronische Samples finden sich in der Musik, aber auch Tangerine Dream und Kompositionen von Strauss Sohn und Karajan sind herauszuhören.

Die brasilianische Tänzerin Deborah Colker gründete in Rio de Janeiro 1993 ihre erste Formation. Schon ein Jahr später feierte die junge, furiose Companhia ihr Aufsehen erregendes und bahnbrechendes Debüt, die bald auch international Furore machen sollte. In Folge dieser Anerkennung konnte sie sich als Choreographin unabhängig und frei von jedem Kompromiss auf ihre künstlerischen Tanzvisionen konzentrieren. Mit ihren einzigartigen stilvariablen TänzerInnen schuf sie ein überaus komplexes, bis an die körperlichen Grenzen heranreichendes Vokabular, welches, durch szenische Elemente erweitert, Kritik wie Publikum nachhaltig überwältigt, begeistert und verblüfft.

AVIVA-Tipp: Sehr sehenswert, wenn auch etwas kurz – aber bei der geballten Energie und Assoziationsvielfalt, die sich beim Zuschauen der teils akrobatischen Tanzkunst überträgt, reicht auch eine Stunde, um vollends für die lebhafte Chorgeografie zu begeistern.

Deborah Colker – ROTA
noch bis zum 12.08.2007 im
Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin

www.admiralspalast.de

Uraufführung: August 1997, Rio de Janeiro, Brasilien
Konzept, Regie und Choreografie: Deborah Colker
Executive Producer: João Elias
Szenografie/Bühnenbild: Gringo Cardia
Musikalische Leitung: Berna Ceppas, Alexandre Kassin, Sérgio Mekler
TänzerInnen: Aline Machado, Ana Paula Marques, Camila Ribeiro, Carol Amares, Carol Pagano, Carolina Dworschak, Clébio Oliveira, Daniel Calvet, Danielle Rodrigues, Deborah Colker, Jaime Bernardes, Joaquim Tomé, José Antonio Ramos, Larissa Romanowski, Rafael Gomes, Renata Versiani, Rico Ozon
(Änderungen möglich)


Kultur Beitrag vom 06.08.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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