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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 14.09.2007

Yella – mit Nina Hoss in der Hauptrolle
Tatjana Zilg

Eine junge Frau verlässt Wittenberge mit Aussicht auf einen gutbezahlten Job. Gelingt ihr der Neustart im Westen zu Zeiten der Joint Venture–Höhenflüge oder lassen sie die Gespenster ...



...der Vergangenheit nie mehr los?

Yella will endlich mit den Existenzängsten abschließen, die sie seit der Pleite der gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Ben (Hinnerk Schönemann) geführten Firma nicht mehr in Ruhe lassen. Das sollte ihr eigentlich auch nicht schwer fallen: Sie ist jung, gut qualifiziert für einen Job im lukrativen Finanzgeschäft und bereit, die Kleinstadt im Osten zu verlassen und eine Stelle in der Buchhaltung einer großen Firma in Hannover anzunehmen.
Für Ben hegt Yella keine Gefühle mehr. Eine gemeinsame Zukunft kann sie sich nicht mehr vorstellen.

Ben geht mit der Situation ganz anders um. Verzweifelt sucht er nach neuen Plänen für eine Wiederbelebung der Firma. Angeblich soll ein Flugplatz in der Nähe von Wittenberge gebaut werden. Das müsste doch neue Aufträge einbringen.
Er bittet Yella, sie zum Bahnhof bringen zu dürfen, von wo aus sie zu ihrem neuen Job in Hannover aufbrechen will. Die selbstbewusste, aber gleichzeitig in sich gekehrt wirkende, junge Frau willigt ein. Auf einer Brücke lenkt Ben das Auto plötzlich von der Fahrbahn und die beiden stürzen in einen Fluss. Alles scheint verloren, bis Yella wieder zu Bewusstsein kommt. Für einen kurzen Moment lauscht sie den kreischenden Krähen, dann steht sie auf, zupft ihre Kleider zurecht und sitzt wenig später im Zugabteil auf der Fahrt nach Hannover.

Dort wird sie zunächst enttäuscht, der versprochene Job erweist sich als Flop. Aber sie trifft den smarten Philipp (Devid Striesow), der offensichtlich als Freiberuflicher gutes Geld als Joint Venture–Vermittler verdient. Als sie ihm ihre Fachkenntnis und Überzeugungskraft unter Beweis stellt, bietet er ihr an, seine Assistentin zu werden. Yella verdient nun das ersehnte Geld - bar ausgezahlt - und blickt hinter die Fassade der großen, glänzenden Geschäfte. Auch im Westen brechen diese schnell wie ein Kartenhaus ineinander, der Ruin ist stets nicht weit entfernt und die Beteiligten sehen in ihrem Gegenüber nur Schachfiguren auf dem Weg zum Erfolg.
Yella weiß, was sie will, spielt mit, intensiviert ihre Beziehung zu Philipp, der sich ihr mehr und mehr in seiner eigenen Verletzbarkeit zeigt.
Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los. Nachts sieht sie Ben und vermag nicht beurteilen, ob er nur ein Trugbild ist. Wenn sie die Krähen kreischen hört, läuft ihr ein kalter Schauer über die Haut. Bald ist sie sich nicht mehr sicher, was der Realität und was dem Traum zuzuordnen ist.

Christian Petzold bewies schon mit "Gespenster" (2005) und "Die innere Sicherheit" (2000) sein Faible für mystisch inszenierte Alltagsgeschichten, die er mit distanziertem Blick beobachtet und in denen er seine HeldInnen unsichtbaren Bedrohungen ausliefert, die sich minutiös in einem bitteren Ende auflösen. Der Drahtseilakt, eine solche Rolle glaubhaft auf die Leinwand zu bringen, gelang Nina Hoss so hervorragend, dass die Jury der 75. Berlinale ihr den Silbernen Bären für die beste Hauptdarstellerin verlieh.

AVIVA-Tipp: Eine moderne Gespenstergeschichte über die von der Marktwirtschaft im globalen Zeitalter produzierten Illusionen und Desillusionen. Materielle Werte werden zu Abstraktionen, die zu waghalsigen Träumen verleiten und gleichzeitig in ihrer Unberechenbarkeit ganz nebenbei Existenzen vernichten.

Yella
Deutschland 2007, 89 Minuten
Buch und Regie: Christian Petzold
DarstellerInnen: Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann
Montage: Bettina Böhler
Verleih: Piffl Medien
Kinostart: 13.09.2007

Der Film im Web: www.yella-der-film.de


Kultur Beitrag vom 14.09.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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