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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.08.2008

Lady Chatterley auf DVD
Tatjana Zilg

Die sensible Literaturverfilmung des erotischen Klassikers von D.H. Lawrence feierte im Panorama der Berlinale 2007 Deutschlandpremiere. Angesiedelt im England nach dem ersten Weltkrieg führt die...



... Handlung auf ein großflächiges Landgut mit einem feudalen Herrenhaus, wo die junge Constance als Lady Chatterley neben ihrem Mann, dem querschnittsgelähmten Kriegsheimkehrer Clifford, lebt.

Die Atmosphäre im Hause Chatterley ist unterkühlt, nicht nur durch die Krankheit Clifford´s, auch die Normen der Etikette tragen einen großen Teil dazu bei. Dennoch besteht zwischen dem Ehepaar eine spürbare Zuneigung. Constance (Marina Hands) empfindet viel Mitleid für das körperliche Defizit ihres Mannes (Hippolyte Girardot). Er wehrt dies aber aus Stolz ab, zieht sich innerlich zurück, ist schroff zu ihr und den Hausangestellten. Constance reagiert mit einer gesundheitlichen Schwäche. Der Arzt rät ihr, einige Zeit zu verreisen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Sie plant eine Reise mit ihren Geschwistern während des Sommers in den Süden. Zuvor begibt sie sich auf tägliche Streifzüge in das weitläufige Waldgelände des Landgutes. Eines Tages besucht sie die Hütte, wo der Wildhüter Parkin (Jean-Louis Coulloc´h) Fasane züchtet. Constance und Parkin geben einer spontanen körperlichen Anziehung nach und schlafen in der Hütte miteinander. Die Beiden sind wie elektrisiert voneinander. Die ersten Male bestimmt keine Zärtlichkeit ihr Beisammensein, sondern eine intensive Anspannung und eine Begierde, die sie sich aber zunächst kaum erlauben, einander zu zeigen. Erst später nehmen sie sich die Zeit und die Freiheit, jeden einzelnen Teil ihrer Körper gegenseitig zu entdecken. Höhepunkt ist ein lebensfreudiger Tanz, völlig unbekleidet im Freien auf dem Vorplatz der Hütte. Assoziationen zu der sexuellen Selbstbefreiung während der Hippiebewegung viele Jahrzehnte später liegen in diesem Augenblick nahe.

Die Erzählung zeigt, wie die junge Frau entgegen den gesellschaftlichen Erwartungen zu ihrem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung findet und zugleich Klassen-Begrenzungen auf eine spielerische Art überschreitet. Sie ist behütet aufgewachsen, wenn auch in einer ungewöhnlichen Familie. Schockiert nimmt sie bei einer gemeinsamen Fahrt mit Clifford zum nahegelegenen Bergwerk das Elend der Minenarbeiter wahr. Im Dialog mit ihrem Mann versucht sie, die soziale Ordnung zu hinterfragen, ihr Ehemann belächelt sie aber und erklärt, dass die Welt nur im Konservatismus ein Fortbestehen habe.

Die Beziehung mit Parkin nimmt immer mehr Raum in Constances Leben ein bis sie die Urlaubsreise mit ihrer Familie antritt. Anschließend muss sie eine Entscheidung treffen, ob sie ihre Hingezogenheit zu Parkin in einem anderen Rahmen fortsetzen möchte, denn der willensstarke Mann möchte nicht länger als Untergebener auf dem Landgut Clifford´s bleiben.

Der Roman "Lady Chatterley" von D.H. Lawrence wurde bereits mehrfach verfilmt. Stärken der Regiearbeit von Pascale Ferran sind die hohe Präsenz der SchauspielerInnen, die ruhige Kameraführung bei den erotischen Szenen, die diese in ihrer Intensität erhöht und ein allmählich aufloderndes sinnliches Feuer gekonnt schürt, die zurückhaltende Annäherung an das historische Setting und die Nutzung der Umgebung des Waldes, um den Kernkonflikt in seiner Verbundenheit mit der Natur begreifbar zu machen.

Die ARTE Koproduktion gewann insgesamt fünf Césars in den Kategorien Bester französischer Film, Beste Hauptdarstellerin, Beste Adaptation, Beste Kamera und Beste Kostüme.

Der Schuber enthält zwei DVDs, eine mit der dreistündigen französischen Kinofassung, die natürlich auch in deutsch synchronisiert angesehen werden kann, und eine mit der gekürzten ZDF-Fernsehfassung sowie einem 52minütigen Making Of mit Reflektionen der Regisseurin Pascale Ferran und ihrem Team zur Vorgehensweise, Skript-Entwicklung, Ausstattung des Settings, Arbeit mit den SchauspielerInnen sowie die detaillierte Beobachtung des Drehs einiger Szenen. Ein interessantes Feature für alle, die sich näher mit der Praxis des Filmemachens auseinandersetzen wollen.

AVIVA-Tipp: Ein Melodram über eine Dreiecksbeziehung, das eine luftige Leichtigkeit mit einer tragischen Storyline verbindet. Marina Hands in der Rolle der Lady Chatterley verzaubert die Herzen mit einer Mischung aus charmanter Naivität, spontaner Lebensklugheit und dem Mut, gesellschaftliche Begrenzungen zu überwinden. Bestens geeignet als feinsinniger Unterhaltungsfilm für einen genussvollen Sommerabend.

Lady Chatterley
Frankreich 2006
Regie: Pascale FerranDrehbuch: Pascale Ferran, Roger Bohbot, Pierre Trividic, nach der zweiten Fassung des Romans "Lady Chatterley" von D. H. Lawrence
DarstellerInnen: Marina Hands, Jean-Louis Coulloc´h, Hippolyte Girardot
Label: Alamode Film / AL!VE AG
Sprache: Deutsch, Französisch. Untertitel: Deutsch
Anzahl Disks: 2
VÖ: Juli 2008
Laufzeit: 126 / 167 / 52 Minuten
EAN: 4042564025057


Kultur Beitrag vom 15.08.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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