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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.08.2008

Tage des Zorns
Tatjana Zilg

Der Regisseur Ole Christian Madsen inszenierte die Geschichte von zwei Widerstandskämpfern im von den Nationalsozialisten besetzten Kopenhagen als spannenden Thriller. Unter den Decknamen Flame ...



... und Citron werden zwei junge Dänen zum Liquidierungs-Kommando von Nazi-KollaborateurInnen. Als die Geheimagentin Ketty Selmer in das Leben des 23jährigen Flame tritt, muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Die Ereignisse, die auf einem wahren Handlungsrahmen basieren, werden in einem mitreißendem Tempo und einer packenden Bildsprache umgesetzt, so dass sich schnell Vergleiche zu einem Gangster-Drama von Scorsese oder einem High Suspense–Thriller von Coppola einstellen.

Der historische Hintergrund

Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland besetzt. Da die dänische Regierung mit der Besatzungsmacht eng zusammenarbeitete, blieben das Staatsoberhaupt Dänemarks, König Christian X., die Regierung, Parlament, Verwaltung und die Streitkräfte lange Zeit unangetastet und intakt. In der Bevölkerung war die Ablehnung gegen die Nationalsozialisten jedoch hoch. Ab 1943 bildeten sich einige Widerstandsgruppen.
Die drei zentralen Charaktere des Films, Flame, Citron und Ketty Selmer, sind wahren Personen nachempfunden. Die beiden männlichen Widerstandskämpfer wurden kurz vor Ende des Krieges exekutiert, während Ketty Selmer überlebte. Bis zu ihrem Tod Mitte der 1990er Jahre wollte sie sich nicht zu ihren Erlebnissen im Krieg äußern, so dass ihre Rolle als mögliche Doppelagentin ungeklärt blieb.

Nervenaufreibende Verwirrungen, Korruption, Misstrauen und Liebe

Bent Faurschou-Hviid alias Flame (Thure Lindhardt) und Jørgen Haagen Schmith alias Citron (Mads Mikkelsen) sind in der Widerstandsgruppe "Holger Danske" aktiv, benannt nach einem dänischen Sagenheld. Viele ihrer MitstreiterInnen sind bereits von der Gestapo überführt und exekutiert worden. Neue kamen hinzu und unter der Koordination des Polizeichefs Axel Winthur (Peter Mygind) werden sie zu politisch motivierten Auftragskillern im Untergrund. Citron, knapp über 30 Jahre alt und Familienvater, schreckt vor dem Töten zurück, aber Flame schießt ohne zu Zögern auf die dänischen Zielpersonen.
Als Winthur ihnen drei deutsche Gestapo-Mitglieder als Zielpersonen nennt, sind sie überrascht, da die Widerstandsgruppe bisher nur gegen dänische Verdächtige eingesetzt wurde. Dem hochrangigen Nazi-Offizier Horst Ernst Gilbert (Hanns Zischler) gelingt es, Flame mit einem philosophischen Dialog über die Motive eines Soldaten so zu irritieren, dass er ihn entgegen der Anordnung von Winthur leben lässt. Wenig später revidieren Flame und Citron seinen Fehler und erschießen Gilbert, aber in Flame ist ein innerer Prozess des Zweifelns über sein Handeln in Gang gesetzt worden. Er ist sich unsicher, ob sein Opfer möglicherweise dem deutschen Widerstand angehört hat. Als er erfährt, dass Winthur mit Gilbert profitable Geschäfte gemacht hat, wächst in ihm die Vermutung, dass sein Vorgesetzter mit dem Mord seine eigenen Vergehen vertuschen wollte. Auch Ketty Selmer (Stine Stengade), eine geheimnisvolle Frau und ein wenig älter als Flame, trägt zu seiner Verunsicherung bei. Plötzlich taucht sie in seinem Leben auf und lässt sich nach nur kurzer Zeit auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm ein. Auch offenbart sie ihm, eine Kurierin für Winthur zu sein. Allmählich erfährt Flame aus vielen einzelnen Puzzlestücke, dass Ketty weitaus mehr in die politischen Prozesse im Untergrund verwickelt ist, als sie Flame erzählen möchte. Es ist nicht auszuschließen, dass sie als Doppelagentin den Nationalsozialisten Informationen über den Widerstand zukommen lässt. In seiner inneren Zerrissenheit entscheidet sich Flame für einen Alleingang gegen den Oberbefehlshaber der deutschen Besatzer in Kopenhagen, dem Gestapo-Chef Hoffmann (Christian Berkel).

Zwiespältig an der filmischen Umsetzung ist es, dass das Handeln der Widerstandskämpfer in die Nähe zum Terrorismus gerückt wird. So sagt das Produzententeam: "Tage des Zorns verbindet einen actionreichen Genreplot mit einer brisanten politischen Botschaft. Der Widerstand gegen eine Besatzungsmacht und die Frage der angemessenen Mittel im politischen Kampf haben darüberhinaus eine große Aktualität: Der echte Flame und der echte Citron waren überzeugt, einen gerechten Kampf zu führen und auf der richtigen Seite zu stehen. Aber legitimierte das ihre kaltblütigen Morde? Oder waren die beiden schlicht Terroristen? Kann es im Krieg eine richtige Seite geben? Diese Fragen übersteigen den geographischen und historischen Kontext der Geschichte von Tage des Zorns und sind heutzutage brisanter denn je."

AVIVA-Tipp: Dem kaltblütigen Erschießen von Menschen im ersten Teil des Films werden leider in zu geringem Maße die Grauentaten der Nationalsozialisten gegenübergestellt. Die Schoah findet nur in einer Szene Erwähnung, in der Flame Ketty erzählt, wie er in Deutschland Zeuge der brutalen Verhaftung einer Jüdin wurde. Den SchauspielerInnen, die zum Teil bereits im Cast von anspruchsvollen internationalen Filmen vertreten waren (so zum Beispiel Thure Lindhardt an der Seite von Daniel Brühl in "Was nützt die Liebe in Gedanken"), gelingt es jedoch in hervorragender Weise, den schwierigen Rollen eine komplexe Gestalt im Wechselspiel zwischen idealistischem Heroismus und aufkommenden Selbstzweifeln, mutigem Handeln und Überlebenswillen zu verleihen. Flame wurde in der Realität posthum von der amerikanischen Regierung mit der "Medal of Freedom" geehrt, für beide Widerstandskämpfer wurden in Dänemark Gedenksteine errichtet.

Tage des Zorns
Dänemark / Deutschland 2008
Regie: Ole Christian Madsen
Drehbuch: Lars K. Andersen, Ole Christian Madsen
DarstellerInnen: Finn Bergh, Christian Berkel,,Rasmus Bjerg,,David Bjergsø, Rasmus Botoft, Jesper Christensen, Flemming Enevold, Martin Greis, Martin Hall, René Hansen, Martin Hestbæk, Henrik Jørgensen
Verleih: NFP
Laufzeit: 136 Minuten
Kinostart: 28. August 2008
Tage des Zorns wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat "Besonders Wertvoll" ausgezeichnet.

Der Film im Netz: www.tagedeszorns.de



Kultur Beitrag vom 25.08.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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