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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.11.2011

Frauenzimmer - ein Film von Saara Aila Waasner. Ab 18. November 2011 auf DVD
Britta Meyer

Sie arbeiten im ältesten Gewerbe der Welt und zählen dort selbst zum alten Eisen. Die Protagonistinnen von "Frauenzimmer" arbeiten in ihrer eigenen Wohnung, im Bordell oder empfangen...



... ihre Kunden im Dominastudio.

Die Frauen rechtfertigen sich nicht für ihren Beruf, sie erzählen entspannt, wie sie zu ihm gekommen sind – jede für sich und in ihrem ganz eigenen Umfeld. Ihre Lebenswege waren bewegt, dramatisch oder ganz unspektakulär, ihre Arbeitssituation ist innerhalb ihres Jobs nicht alltäglich, denn sie sind alle erst spät zur Prostitution gekommen.

Christel, Paula und Karolina nehmen die ZuschauerInnen mit in ihre Arbeits- und Privaträume, und gewähren Einblicke in einen oft sehr bürgerlichen Alltag, in dem das Bordell vor dem nächsten Klienten auch mal schnell gestaubsaugt werden muss. Ob Karolina mit ihrem aktuellen "Sklaven" Schuhe kaufen geht, Christel mit ihrer Tochter plaudert oder Paula die Bordellfenster im Frühling mit Osterschmuck dekoriert, die normalen menschlichen Momente neben dem stigmatisierten Job nehmen in "Frauenzimmer" viel Raum ein. Regisseurin Waasner begleitet die drei Frauen mehre Monate hindurch und zeichnet Portraits dreier sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten in derselben Profession. Das Ergebnis ist ein sensibler und respektvoller Film, der mit vielen Vorurteilen über Prostitution und ihrer Arbeiterinnen bricht, dabei aber nur einen sehr kleinen Bruchteil der Sexindustrie in Deutschland beleuchtet.

"Frauenzimmer" wurde auf dem internationalen Filmfestival "Sehsüchte" mit dem Dokumentarfilmpreis und auf dem Filmfestival "Achtung Berlin" mit dem Kamerapreis geehrt.

Zur Regisseurin: Saara Aila Waasner geboren 1981 in Starnberg , arbeitete bereits als Schülerin bei Kurzfilmproduktionen mit und studiert seit 2003 an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihre Dokumentation "Die Gedanken sind frei" von 2007 gewann den Deutschen Kurzfilmpreis, den Förderpreis der DEFA-Stiftung und den Starter-Filmpreis der Stadt München. "Frauenzimmer" ist ihr Abschlussfilm an der Hochschule.

AVIVA-Tipp: Prostitution als Selbstverwirklichung mag eine Männerphantasie sein, die Lebenssituationen der vorgestellten Frauen – finanziell unabhängig, ohne Zuhälter, selbständig – entsprechen jedenfalls sicher nicht denen der deutschen Durchschnittsprostituierten. Als repräsentativ für das Leben anschaffender Frauen kann der Film nicht gelten, seine Fokussierung auf die liebenswerten Charakterzüge der Protagonistinnen schafft jedoch einen warmen Erzählton. Dies bewahrt "Frauenzimmer" davor, zur voyeuristischen Reportage zu verkommen.

Lesen Sie auch das AVIVA-Interview mit Saara Aila Waasner.

Frauenzimmer
Deutschland, 2010
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Regie und Drehbuch: Saara Aila Waasner
Kamera: Eva Maschke, Stefan Arendt
Schnitt: Elisabeth Raßbach
Musik: Sebastian Pille
Bildformat: 1:2,35 (16:9)
Ton: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch
Untertitel: keine
Extras: Trailer, Interviews, Foto-Slideshow
FSK ab 12 Jahren
Lauflänge ca. 74 (mit Bonusmaterial ca. 83 Min).
17,99,- Euro
Auf DVD ab 18. November 2011
www.lighthouse-kg.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

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Fräulein Agnes aus der Schellingstraße

Interview mit Lisa Moos, ehemalige Prostituierte und Autorin

Five Sex Rooms und eine Küche

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Kultur Beitrag vom 30.11.2011 Britta Meyer 

   




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