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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 10.08.2003

Brown Sugar
Jana Scheerer

Mehr Süßstoff als Zucker: Eine Romantic Comedy über die Liebe zum Hip Hop, die auch die Liebe zwischen zwei Menschen ist. Doch der langweilige Plot bietet selbst für Hip Hop Fans nur faden Genuss



"Wann haben Sie sich in den Hip Hop verliebt?" So lautet die Frage, mit der Musikjournalistin Sydney alle ihre Interviews beginnt. In der Eingangssequenz des Film geben Stars aus der Hip Hop-Szene wie De La Soul, Slick Rick und Dana Dane darauf ihre ganz persönliche Antwort.

Damit ist der beste Teil des Films auch schon vorbei, denn jetzt beginnt der Plot: Sydney befällt die Liebe als kleines Mädchen in New York bei ihrer ersten Begegnung mit dem Hip Hop, die zugleich der Anfang ihrer Freundschaft mit Dre ist. Fortan sind die beiden beste Kumpel und machen Karriere im Hip Hop Business: Sydney als Musikkritikerin, Dre als Produzent bei der Firma "Millenium".

So wandeln sie also gut gekleidet durch eine Welt aus Luxusappartements und Dachgartenparties, lernen attraktive Menschen kennen und merken - wie könnte es anders sein - irgendwann, dass sie den echten Hip Hop verloren und die echte Liebe zu lange übersehen haben.

Für Dre kommt diese Erkenntnis mit dem Dalmatiner-Duo Ren und Ten, das mit dem schwarz-weiß gemusterten Fell die Vereinigung von schwarzem und weißem Hip Hop demonstrieren möchte - natürlich nur eine Masche, wie Dre sofort durchschaut. Um Ren und Ten zu entgehen, schmeißt er den gut bezahlten Job bei Millenium und gründet sein eigenes Label.

Dass seine Ehefrau Reese davon wenig begeistert ist, war zu erwarten: Sie hat eben kein Verständnis für die wahre Liebe zum Hip Hop. Sydney hingegen unterstützt Dre sowohl moralisch als auch finanziell. Auch Sydneys neuer Freund Kelby, ein Basketballprofi, zeigt wenig Interesse an Sydneys Arbeit. Und wen begeistern ihre Artikel und das geplante Buch über Hip Hop? Dre natürlich.

"Echtheit" ist das große Thema dieses Films: Der Hip Hop soll wieder echt und die echte Liebe gefunden werden. Paradox ist, dass der Film dabei selbst durch und durch künstlich ist: Pointen sind grundsätzlich Fehlzünder, der Plot plätschert vor sich hin und reißt in keiner Sekunde wirklich mit.

So stellt Sydney nach ihrem Ausrutscher-Sex mit Dre fest, das seien die leidenschaftlichsten und schönsten fünf Minuten ihres Lebens gewesen. "Sieben!", antwortet darauf Dre, "Sechs", feilscht Sydney. Statt an einem Lachkrampf zu ersticken, kommt der ZuschauerIn da die Frage, ob die beiden nicht tatsächlich besser Freunde bleiben sollten.

Gezieltes Product-Placement mit Zooms auf zufällig herumstehende Pepsidosen und Großaufnahmen des Apple-Logos machen das Statement gegen die Kommerzialisierung des Hip Hops nicht gerade glaubwürdiger.

Für Fans von schlecht synchronisierten amerikanischen Werbespots ist der Film allerdings zu empfehlen: Die deutsche Version amüsiert mit Sätzen wie "Oh ja, ich habe mich in den Hip Hop verliebt, und wie ich mich in ihn verliebt habe, Baby..." - zugegeben frei zitiert.

Auch eine überzeugende Queen Latifa in der Rolle als Sydneys Cousine kann da nichts mehr herausreißen. Erfrischend ist lediglich, dass die Nebenrollen in dieser Romantikkomödie genauso sympathisch gezeichnet sind wie die Hauptrollen und so nicht nur zur Verstärkung der Hauptfiguren missbraucht werden.

Der schon in x Filmen wiederaufbereitete Plot endet schließlich - surpise, surprise - mit einer Liebeserklärung im Radio. Und das ist ein echtes Happy End: Sie haben sich, und, viel wichtiger: Der Film ist zu Ende.



Brown Sugar
Rick Famuyiwa

Mit Sanaa Lathan, Taye Diggs, Mos Def Def, Nicole Ari Parker, Boris Kodjoe und Queen Latifa
109 Minuten, 21. August 2003
New York ,2001





Kultur Beitrag vom 10.08.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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