7. internationales literaturfestival berlin vom 04.09.-16.09.2007 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 24.08.2007

7. internationales literaturfestival berlin vom 04.09.-16.09.2007
Marietta Harder

Lesungen, Diskussionsrunden und AutorenInnengespräche locken erneut Literaturinteressierte in die Hauptstadt. Unter den rund 150 TeilnehmerInnen sind auch israelische SchriftstellerInnen.



"Wird es das verflixte siebte Jahr?", fragt Leiter Ulrich Schreiber und verneint dies sogleich, denn wie schon in den Jahren zuvor bietet sich auch diesmal ein buntes Programm, das das Festival zu einem "außergewöhnlichen Ereignis" für BesucherInnen aus aller Welt machen wird.

David Grossmann leitet am 4.9.2007 den "literarischen Ausnahmezustand" und so die knapp 250 folgenden Veranstaltungen ein. Der "nicht religiöse, aber sehr jüdische" Schriftsteller aus Israel wird über Schreiben im Katastrophengebiet berichten und an seinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen.

In den folgenden Tagen, vom 5. - 16.9.07 kann im Haus der Berliner Festspiele (Hauptveranstaltungsort) und anderen Kulturinstituten das vielfältige Angebot aus Literatur, Musik und Ausstellungen genutzt werden. Doch auch an ungewöhnlicheren Orten wie dem Tegeler Gefängnis oder einer Hochhausterrasse im Herzen Berlins finden Lesungen statt. Und die inhaltlichen Schwerpunkte stehen dem in nichts nach: Neuentdeckte Talente kommen ebenso zu Wort wie anerkannte Größen der Weltliteratur. So stellen SchriftstellerInnen aus China, Malaysia und Vietnam zeitgenössische Literatur ihrer Länder vor, vermittelt der Fokus Lateinamerika poetische Einblicke in diese Region und machen israelische AutorInnen auf gesellschaftlichen Probleme aufmerksam.

Aharon Appelfeld zum Beispiel nimmt die BesucherInnen mit auf eine Reise in sein "Elternland" Polen, auf der ein junger israelischer Offizier die Spur seiner verstorbenen Eltern sucht. Damit widmet sich der jüdische Schriftsteller einem Thema, das in vielen seiner Werke zu finden ist: Er stellt einen Bezug zu der Geschichte und Nachgeschichte des Holocaust her und macht die Grausamkeit an Einzelschicksalen deutlich. Appelfeld erfuhr diese selbst, wurde 1932 im ehemals rumänischen Czernowitz geboren und erlebte als Siebenjähriger den Kriegsausbruch. Die folgenden Jahre und Ereignisse prägten den schweigsamen Israeli. "Er ist einer der bescheidensten Menschen, die ich kenne" kommentiert Festivalleiter Ulrich Schreiber den Auftritt Appelfelds und weist auf "Geschichte eines Lebens" hin. Diesen Roman stellt der Autor von rund 30 Prosabänden am 5.9.07 um 19 Uhr im Hotel Concorde vor.

Ein weiterer israelischer Gast des Literaturfestivals ist die Kinder- und Jugendbuchautorin Pnina Moed Kass. Sie wurde 1938 in Belgien geboren, wuchs in New York auf und lebt seit fast 40 Jahren in Israel. Nun kommt sie nach Deutschland und stellt ihren Roman "Echtzeit" vor, in dem sie ein Selbstmordattentat thematisiert. Welche Folgen hat dieses Ereignis für die beteiligten Menschen? Pnina Moed Kass erzählt in realer Zeitfolge die Geschichte verschiedener Personen, dessen Wege sich durch den Anschlag kreuzen.

Von Kinder- und Jugendliteratur über ein begleitendes Musikprogramm bis zur Sparte Erinnerung, sprich! sind auf dem 7. Festival vielfältige Themen zu finden. Der letztgenannt Programmpunkt beschäftigt sich ausschließlich mit verstorbenen LiteratInnen, dessen Werke unter anderem von der Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin gelesen werden.

Wer an Debatten über aktuelle und brisante Themen aus Politik und Kultur interessiert ist, sollte an den Reflections teilnehmen, denn hier finden in diesem Jahr Podiumsdiskussionen zum Thema Islam statt. Wie weit geht die Toleranz für die Weltreligion? Welche Schwierigkeiten hat die westliche Welt mit der islamischen Kultur? Fragen, mit denen sich verschiedene SchriftstellerInnen auseinandersetzen.

Und die Programmsparte Literaturen der Welt stellt Prosa- und Lyriktexte von ausgewählten AutorInnen vor, unter denen sowohl bekannte, als auch Novitäten aus fernen Ländern sind. Ergänzt wird die Liste im Programm Kaleidoskop, das die Festivalleitung zusammenstellte.

Das vollständige Programm finden Sie unter: www.literaturfestival.com

Weiterlesen auf AVIVA:

Romane von Aharon Appelfeld:

Geschichte meines Lebens

Bis der Tag anbricht

Die Eismine

Kultur Beitrag vom 24.08.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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