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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.12.2007

Irene Langemann – Rubljovka. Straße zur Glückseligkeit
Jule Fischer

Die Rubljovka ist "in" in Russlands Oberschicht. Jedes Fleckchen wird mit dekadenten Villen bebaut, die Armen müssen weichen. Ein Film über die Beziehung von Erde, Ökonomie und Menschen



Straße zur Glückseligkeit wird die Rubljovka genannt. Schon als Iwan der Schreckliche die Gegend wegen ihrer Schönheit pries und verbot, sie industriell zu bebauen, wurde die Rubljovka Heimat berühmter russischer KomponistInnen, AristokratInnen und KünstlerInnen. In diese illustre Gesellschaft gesellt sich im post-sozialistischen Russland mehr und mehr die neue Wirtschafts-Oligarchie, die ihren neu erworbenen Reichtum selbstbewusst zur Schau stellt. Auch Stalin hatte dort seine Datscha und, seit auch Vladimir Putin im Westen Moskaus wohnt, wurde die Rubljovka zur am besten bewachten Straße des Landes.

Die stetig steigende Zahl der Neureichen ließ die Grundstückspreise an der Rubljovka in unermessliche Höhen steigen. Der Boden wird langsam knapp und bei der Jagd auf die Grundstücke der letzten Mittellosen, schrecken die gierigen ImmobilienmaklerInnen, auch vor Brandstiftung nicht mehr zurück. Menschen, wie die alte Besenverkäuferin Ljubov Jermilina, die inmitten all des Reichtums eine baufällige Hütte bewohnt, passen da nicht ins Bild.

Es war dieser demographische Prozess, der die Regisseurin des Films, Irene Langemann, anregte, "Rubljovka" zu drehen:
"In meiner Erinnerung aus den 80er Jahren war die Rubljovka eine idyllische Landstraße, an der die sowjetische Crème de la Crème ihre Datschen von Väterchen Staat zugewiesen bekamen. Diese rasante gesellschaftliche Veränderung eines 30 Kilometer langen Landstrichs war für mich der zündende Funke zur filmischen Erforschung dieses Gegenstands", schreibt sie über ihre Motivation, diesen Film zu machen.

Sie begleitete die alteingesessenen und neuen, die armen und vermögenden EinwohnerInnen der Rubljovka mit der Kamera. Ein schwieriges Unterfangen, denn Langemann und ihr Team standen, trotz einer Dreherlaubnis, unter ständiger Beobachtung durch den russischen Geheimdienst, der die Dreharbeiten, wo es möglich war, behinderte.

Neben den Opfern dieses Raubtierkapitalismus gelingt es Irene Langemann, charismatische VertreterInnen der russischen Aristokratie, wie den altklugen 12-jährigen "Roma", einen Enkel der berühmten Romanows vor ihre Kamera zu bekommen.
Überraschend ist, dass dies auch mit den neuen Reichen gelingt, die bereitwillig Auskunft geben, über ihre Stellung in der Gesellschaft, über die Bedeutung des neuen Russlands in der Welt oder über die anstrengende Aufgabe, einen reichen Ehemann zu finden.

AVIVA-Tipp "Rubljovka" bietet einen ungeschönten Blick auf ein post-sozialistisches Musterbeispiel, in dem sich durch den Ad-hoc-Neoliberalismus nach 1991 das katastrophalste Gesicht des Kapitalismus zeigen konnte. Der Film wird umso eindrücklicher durch den bewussten Verzicht auf eine "Geschichte". Die, oft wenig sympathischen ProtagonistInnen, sprechen eine sehr deutliche Sprache.

Die Regisseurin:
Irene Langemann, geboren in Issilkul/UdSSR, studierte Schauspielkunst und Germanistik an der Tcepkin-Theaterakademie in Moskau. Seit 1980 arbeitete sie als Schauspielerin, Regisseurin und Theaterautorin in Moskau. Ab 1983 moderierte sie im Russischen Fernsehen. Mit dem Ende der Sowjetunion reiste Langemann in die BRD aus, war von 1990 bis 1996 Redakteurin bei "Deutsche Welle TV", Köln und ist seitdem freie Filmemacherin.

Ein Statement der Regisseurin zu "Rubljovka" finden Sie unter: hier.


Rubljovka
Straße zur Glückseligkeit

Regie: Irene Langemann
DarstellerInnen: Roma Romanow, Marusja Agiewa,Shanna Bullock, Nikas Safronoy, Helen Yarmak, Galina Schostakowisch, Mstislaw Rostropowitsch
Deutschland 2007, 94 Minuten
Sprache: Russisch, O.m.U.
Kinostart: 13. Dez. 2007

Kultur Beitrag vom 12.12.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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