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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.01.2008

Die Geschwister Oppermann
Anna Tremper

Die mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnete Literaturverfilmung des Regisseurs Egon Monk aus dem Jahre 1983 erzählt die Geschichte einer jüdischen Unternehmerfamilie...



zur Zeit der Machtergreifung durch Hitler

Egon Monk inszeniert Lion Feuchtwangers Roman "Die Geschwister Oppenheim" als Zweiteiler und setzt, wie der Roman, mit seiner Erzählung im Jahre 1932 ein. Die NSDAP stellt die stärkste Fraktion im Reichstag, die nächsten Wahlen stehen kurz bevor und es ist zu befürchten, dass die NSDAP erneut an Stimmen gewinnt. Die jüdischen Geschwister Oppermann, Edgar (Peter Fitz), Klara (Rosel Zech), Martin (Wolfgang Kieling) und Gustav (Michael Degen), führen ein erfolgreiches Möbelhaus. Mit dem wachsenden politischen Einfluss der Nazisbeginnen die Geschwister sich Gedanken zu machen, wie es mit ihrem Geschäft weitergehen soll. Die Meinungen darüber gehen im Geschwisterkreis weit auseinander, sie schätzen die Gefahr, die von Hitler und seiner Gefolgschaft ausgeht, sehr unterschiedlich ein und so gehen sie zu zögerlich an die Umstrukturierung ihrer Firma heran.

Das Geschäft wird schließlich in eine anonyme Aktiengesellschaft umgewandelt und der nichtjüdische Möbelhersteller Wels zum Teilhaber gemacht. Doch auch diese Strategie kann die Geschwister nicht vor der Enteignung bewahren.
Auch Martins Sohn Berthold (Till Topf), muss in der Schule einen unfairen Kampf austragen, den er nicht gewinnen kann. Nach und nach wird der Familie alles genommen, was sie sich aufgebaut hat.

Die Tragödie um die Geschwister Oppermann zur Zeit der Machtergreifung durch Hitler, wird von Egon Monk auf eine sehr nüchterne Weise erzählt. Eine Nüchternheit, die diesen gravierenden Ereignissen gut tut. Was erzählt wird ist ohnehin dramatisch genug, eine übertrieben pathetische Darstellungsweise der Geschehnisse hätte ihnen möglicherweise ihre Eindringlichkeit genommen.

Das Erzählte wird immer wieder durch die Einblendung von Zeitdokumentenergänzt. Zeitungsausschnitte und Fotos, die das Agieren der Nazis um 1932/33 dokumentieren. Es blitzen Schlagzeilen vom Stimmenverlust der NSDAP, vom Reichtagsbrand, von der Nazipropaganda auf und setzen die Geschehnisse bei den Oppermanns in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang.

Der Film führt klar vor Augen, dass die Nazis und vor allem Hitler lange Zeit unterschätzt wurden. Geradezu tragisch wirkt der empörte Ausruf Gustav Oppermanns, als er mit seinen Geschwistern darüber berät, wie mit der Firma nun weiter verfahren werden soll: "Glaubt ihr etwa, sie werden unseren Kunden verbieten bei uns zu kaufen?! Glaubt ihr etwa sie werden unseren Laden zumachen?! Glaubt ihr etwa, sie werden uns enteignen?!" Viele konnten sich wohl nicht vorstellen, zu welchen Maßnahmen die Nazis fähig sein würden und fühlten sich noch zu lange in ihrer Heimat sicher. Eine fatale Fehleinschätzung, die mit diesem Film deutlich wird.

Zum Regisseur: Egon Monk wurde 1927 in Berlin geboren und starb am 28. Februar 2007. Er arbeitete als Nachwuchsregisseur und Assistent unter Bertold Brecht. 1964 drehte er mit "Wilhelmsburger Freitag" den ersten von insgesamt fünf Fernsehfilmen. Neben dem Grimme-Preis in Gold erhielt er für "Die Geschwister Oppermann" auch Gong und den Gold Award des International Film and TV Festival of New York.

AVIVA-Tipp: Egon Monks "Die Geschwister Oppermann" ist eine wirklich sehenswerte Literaturverfilmung, die die Situation der Juden zur Zeit der Machtergreifung beispielhaft an der Familie Oppermann nachvollzieht.


Die Geschwister Oppermann
2 DVDs
Laufzeit: ca. 240 Minuten
Bildformat:4:3, Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch
FSK: 12 Jahre
Vertrieb: SHDM (Studio Hamburg Distribution & Marketing) + Bavaria Media/EUROVIDEO
Preis: 24,95 Euro
EAN: 4 031778 899011
Ab dem 16. Januar erhältlich unter www.ARD-video.de erhältlich

Kultur Beitrag vom 07.01.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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