Meer is nich – bemerkenswertes Debut von Hagen Keller - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Regina Schmeken. Blutiger Boden Happy End
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.03.2008

Meer is nich – bemerkenswertes Debut von Hagen Keller
Anna Opel

Eine Frauenband gibt die Besetzung ab für einen Film über die Nützlichkeit von Luftschlössern und die Mühe, die es macht, sie auf den Boden der Tatsachen zu holen. Die DarstellerInnen beeindrucken..



...durch ungekünsteltes Spiel, die Hauptdarstellerin holt einen Preis.

Endlich. Es gibt ihn. Den Film, in dem Mädchen durch sonnige thüringische Alleen radeln. In dem aufgeklärte Eltern sich bemühen, alles gut zu machen. In dem es keine Alkohol- und Drogenprobleme gibt. Und trotzdem eine gute, wahrhaftige Geschichte über das leidige Erwachsenwerden und die Liebe zur Musik erzählt wird.

Widerstand gegen die Kompromisse der Erwachsenenwelt
Lena (Elinor Lüdde) und ihre Freundinnen Alex (Sandra Zänker) und Klara (Luise Kehm) stehen kurz vor dem Schulabschluss, wissen aber noch nicht, was sie wollen. Nicht anpassen, so viel steht schon mal fest. Lena will träumen dürfen und rotzt ihrem Berufsberater gleich zu Anfang freche Gegenfragen vor den Latz. Widerstand und Verweigerung allein sind allerdings nicht lebensfüllend.
Auf Rockkonzerten leben Lena und ihre Freundinnen Klara und Alex sich aus. In ekstatischen Momenten vergessen sie all die offenen Fragen und spüren die Kraft, die in ihnen steckt. Und sie machen selbst Musik, rocken das Kinderzimmer, bis die Wände wackeln und bis ihre Pläne, sich als Band zu formieren, nach und nach Gestalt annehmen.

Auch coole Eltern machen Fehler

Lena hat coole Eltern, einen Vater (Thorsten Merten), der früher als Brückenbauer durch die Welt reiste und heute arbeitslos ist. Gegen alle Vernunft und unter Missbilligung der Familie, die Angst hat, dass er das Erbe beanspruchen wird, leistet er es sich, keine andere Arbeit zu suchen oder anzunehmen, als genau die, die er tun will. Und lebt derweil auf Kosten seiner Frau (Ulrike Krumbiegel), die sich als Sekretärin durchschlägt. Eine schlechte Position, um der Tochter eigene Träume zu verbieten, sollte man meinen. Aber das scheinbar heile Gleichgewicht zwischen den Eltern gerät ins Wanken, als es um Lenas Zukunft geht.

Diverse Reifeprüfungen

Am Ende ist fast alles gut, darin unterscheidet sich dieser Film von der Wirklichkeit. Es tut so wohl, komplizierte und damit lebensnahe Persönlichkeiten auf ihren Wegen und Umwegen zu verfolgen. Zu erleben, wie die zarte Annäherung zwischen Lena und einem anderen Querkopf, Hans (Benjamin Strecker), Zeit hat zu reifen, bis zum buchstäblich allerletzten Bild. Zwischendurch entdeckt Lena ihre Begeisterung fürs Schlagzeug, verschläft eine Abschlussprüfung, tröstet ihre Mutter und zieht aus. Und sie begegnet immer wieder dem alten Gemüsehändler Apel (Günter Naumann), der sie ein Stück in seinem Pritschenwagen mitnimmt und beider Blicke wandern gelöst über riesige Weizenfelder, in denen die Mähdrescher Staubwolken hinter sich herziehen, über die Weite des Himmels und was das Land sonst noch zu bieten hat.

Musik ist alles – alles ist Musik

Musik spielt neben den wunderbar wahrhaftigen und vollkommen ungekünstelten SchauspielerInnen die Hauptrolle in diesem Film. Dass die Freundinnen Lena, Klara und Alex auch im richtigen Leben eine Band haben, ist eine schöne Fußnote zu einer Geschichte, die ganz eintaucht in die Atmosphäre einer aufregenden und schrecklich-schönen Zeit der Selbstfindung. Lena will Schlagzeug lernen, aber wie? Zögerndes Ausprobieren, Unsicherheiten, Wut auf die Eltern, das alles kommt so selbstverständlich, aber uncool und dabei echt rüber, wie man es selbst erlebt hat. Erstmals gilt es, Entscheidungen selbst zu treffen. Dass das weh tut, aber weiter bringt, und dass es lohnend sein kann, nicht ans Meer zu fahren, auch davon handelt dieser großartige Streifen.
Elinor Lüdde wurde am 21.01.2008 für die Rolle der Lena als beste Nachwuchsschauspielerin mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

AVIVA-Tipp: Ein Film, der auf wärmere Jahreszeiten einstimmt, der glücklich und nachdenklich macht und neidisch auf alle, die Schlagzeug spielen können. Der Regisseur Hagen Keller hat eine exzellente Truppe gefunden um seine Geschichte zu erzählen. Sie könnte überall spielen, aber Keller zeigt uns ein schönes, intaktes Gesicht der ehemaligen DDR.

Zum Kinostart von Meer is nich wird eine Tour mit den DarstellerInnen, dem Regisseur und den Produzenten des Films stattfinden. Im Anschluß an die Premieren wird es jeweils eine Premierenfeier geben, auf der dann Sleazy, Inc. Operated, die Mädchenband aus dem Film, ein Konzert geben wird!
Weitere Infos auf: www.meerisnich.de

Meer is nich
Von Hagen Keller

Mit Elinor Lüdde, Luise Kehm, Sandra Zänker, Thorsten Merten, Ulrike Krumbiegel, Benjamin Strecker, Günter Naumann u.a.
Dauer: 102 Minuten, Kinostart: 27. März 2008
Deutschland 2007
Keine Alterbeschränkung
www.meerisnich.de

Kultur Beitrag vom 19.03.2008 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken