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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 08.07.2008

Die zwei Leben der Veronika oder das doppelte Leben der Véronique
Christiane Krämer

Auf einem Platz in Krakau inmitten einer Revolte kreuzen sich die Leben zweier zum Verwechseln ähnlicher Frauen in einem winzigen Augenblick - welche miteinander zutiefst verbunden sind...



Zwei Herzen einer Geschichte

Ein kleines Mädchen lässt sich vom Arm der Mutter baumeln und sieht die Lichter der Stadt spiegelverkehrt, im nächsten Bild ist sie eine Frau und singt im Regen. Eine Statue fährt auf einem LKW vorbei, der kalte Krieg neigt sich seinem Ende zu, während sich zwei Menschen am Straßenrand küssen. Auf einem Platz in Krakau verliert die junge Sängerin Weronika (Irène Jacob) ihre Notenblätter, die vom Wind in alle Richtungen zerstreut werden. Bei ihrem ersten großen Konzert in Krakau versagt ihr Herz und sie fällt tot auf der Bühne um.

Véronique gibt schweren Herzens ihren Gesangsunterricht auf. Als Musiklehrerin an einer französischen Grundschule sieht sie ein Marionettenspiel. Die Ballerina verletzt sich und wird zu einem Schmetterlinspuppe in den Armen des Marionettenspielers. Véronique verliebt sich augenblicklich in diesen Mann, der die Fäden der Geschichte zieht, als er ihr geheimnisvolle Briefe schreibt und sie nach Paris lockt. In einem Hotelzimmer entdecken die Liebenden ein Foto, auf dem eine Frau zu sehen ist, die Véronique aufs Haar gleicht. Haben sich ihre beiden Leben wirklich nur an diesem einen Tag gekreuzt?

Begegnung mit dem unbekannten Ich

Die goldfarbenen und symbolgeladenen Bilder verweben sich zu einem geheimnisvollen Netz aus Parallelen, deren Anfang und Ende niemand mehr auszumachen vermag. Eine Greisin watet wiederholt durch die Pfütze, eine grimmige Frau verfolgt die Doppelgängerinnen und Unfälle doppeln sich. Die Ahnung über die Existenz eines anderen Ichs wird kameratechnisch durch die Brechung durch Glaslinsen und Spiegelungen in Fensterscheiben und Regenpfützen verbildlicht. Das stärkste verbindende Moment bleibt das für den Film komponierte Musikstück, welches auch nach dem dramatischen Fall der Sängerin im Stück fortlaufend erklingt. Ähnlich wie bei David Lynch-Filmen stellt sich das unbehagliche Gefühl ein, dass alles miteinander korreliert, ohne dass sich zwingend ein einfacher Sinn herstellt. Das Leben hätte immer und in jedem Moment ganz anders verlaufen können, ohne dass wir diese Bedeutungen jemals einholen könnten.

Der Film entstand 1991 in Zeiten politischer Umbrüche und lässt auch heute vielfältige, jedoch keine einfachen Interpretationen zu. Nachdem der polnische Regisseur Krzysztof Kieslowski mit der "Drei Farben Trilogie" weltberühmt wurde, ist nun "Die zwei Leben der Veronika" endlich auch auf DVD und in deutscher Synchronfassung erhältlich. Den Film im Original zu sehen lohnt sich – auch um die Doppelgängerin besser auseinander halten zu können. Irène Jacob wurde für ihre großartige Leistung auf dem Filmfestival in Cannes 1991 als beste Schauspielerin ausgezeichnet und gewann diesen Preis noch einmal auf dem Sant Jordi Awards 1993. Auf dem Internationalen Filmfestival in Warschau 1991 konnte der Film außerdem den Publikumspreis für sich gewinnen.

AVIVA-Tipp: Die Bedeutung des leidenschaftlich schönen Films wird durch die sinnliche und dramatische Darstellung der beiden Veronikas durch Irène Jacob deutlich spürbar: Ob wir versuchen unsere Träume wahr zu machen und unser Leben in die Hand zu nehmen hat ungeahnte Auswirkungen auf das wirkliche Geschehen.

Die zwei Leben der Veronika
Originaltitel: La Double Vie de Véronique, Podwojne Zycie Weroniki
Frankreich, Polen, Norwegen, 1991
Buch und Regie: Krzysztof Kieslowski
DarstellerInnen: Irène Jacob, Philippe Volter, Aleksander Bardini
Musik: Zbigniew Preisner
Verleih: Absolut Medien
Lauflänge: 94 Min.
Sprachen: deutsch, französisch, polnisch
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 1991
"Die zwei Leben der Veronika" im Netz unter:
www.absolutmedien.de

Kultur Beitrag vom 08.07.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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