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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 08.08.2008

Sweet Mud – Im Himmel gefangen. Adama Meshuga´at
Annegret Oehme

In seinem neuen Film rechnet der israelische Regisseur und Drehbuchautor Dror Shaul mit dem Kibbuz ab und zeigt eine Gemeinschaft, in der Einsamkeit und Selbstsucht die Menschen bestimmen.



"Sweet Mud – Im Himmel gefangen ist keine gänzlich wahre Geschichte, aber es ist wahr, dass der Film aus demselben Boden hervorgeht, in dem meine Kindheitserinnerungen heute begraben liegen." (Dror Shaul)

Sommer 1974: In einem kleinen Kibbuz im Süden Israels wird eine Gruppe 12- bis 13jähriger Mädchen und Jungen auf die kollektive Bar Mitzwah vorbereitet. Dazu sollen sie 13 Aufgaben bewältigen, die ihnen zu gegebener Zeit aufgetragen werden. Unter den Kindern ist auch Dvir, ein Junge wie alle anderen auch – er klaut Eis aus der Kibbuzküche, raucht heimlich eine Zigarette und schwärmt für ein französisches Mädchen, das von ihrem Vater ins Kibbuz geschickt wurde. Wenn das Leben doch so einfach wäre... Aber Dvir hat mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Vater ist schon lange tot und die Mutter psychisch krank. Von den "Kibbuzniks" (den Bewohnern des Kibbuz) wird sie als Last empfunden und zunehmend entmündigt.

Das Leben im Kibbuz galt früher für viele als Möglichkeit, ihren Teil zu einer besseren Gesellschaft beizutragen – einer Gesellschaft in der alle gleich sind, Geld in eine gemeinsame Kasse fließt und alle Entscheidungen demokratisch in der Gruppe getroffen werden. So weit der Anfang dieser Bewegung und deren Ideale. Heute gibt es in Israel etwa 270 Kibbuzim mit insgesamt etwa 120.000 Mitgliedern. Ein signifikanter Verfall der ideologischen Werte und ökonomische Schwierigkeiten veränderten Struktur und Wesen dieser Genossenschaften und stellen ihre Existenz zunehmend in Frage. Zahlreiche "Kibbuzniks" sind ausländische VolontärInnen, die kaum oder gar kein Hebräisch sprechen. Sie sind gekommen, um das "Kibbuzflair" zu erleben und ein bisschen ihren kommunistischen Träumen von einer gerechten Welt hinterher zu hängen.

Der israelische Regisseur und Drehbuchautor Dror Shaul ist selbst im Kibbuz aufgewachsen und kennt die Materie. Mit der deutsch-israelischen Koproduktion "Sweet Mud – Im Himmel gefangen" stellt er sich einem kollektiven Gedächtnis entgegen, das den Kibbuz noch immer verklärt. Vom "Himmel" lässt er dann auch nichts übrig. Jede noch so kleine Illusion wird zerstört. Die BewohnerInnen des fiktiven Filmkibbuz argumentieren stets mit dem "Gemeinwohl", haben dabei aber nur ihren eigenen Nutzen im Auge. Kinder werden – wie es bis in die 1980er üblich war – in so genannten Kinderhäusern aufgezogen, um ihren Eltern nicht beim Arbeiten in die Quere zu kommen, und meistens geht es sowieso nur um Sex. So zumindest führt Dror Shaul den ZuschauerInnen das Kibbuzleben vor, um ein verklärtes Bild zu kritisieren und zu zerstören.

"Sweet Mud – Im Himmel gefangen " wurde unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen im Berlin 2007 mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnet, erhielt beim "Sundance International Film Festival 2007" den "Dramatic World Cinema Jury Prize" und den Publikumspreis beim "Miami International Film Festival 2007". Bei den "Israeli Academy Awards 2006" wurde er in den Kategorien bester Film, beste Musik, bester Soundtrack und bestes Art Design prämiert.

AVIVA-Fazit: Kritik ist notwenig und gut, solange sie angemessen ist. Davon kann bei "Sweet Mud" leider keine Rede sein. "Sweet Mud – Im Himmel gefangen" – mehr bitter als süß erzählt Dror Shaul von einer verlorenen Kindheit im Kibbuz. Dass diese Form menschlichen Zusammenlebens heute immer schwieriger praktizierbar zu werden scheint, daran lässt der Regisseur keinen Zweifel und rechnet schonungslos mit ihr ab.

Adama Meshuga´at
(Sweet Mud - Im Himmel gefangen)

Regisseur: Dror Shaul
DardarstellerInnen: Tomer Steinhof, Ronit Yudkevitch, Henri Garcin, Shai Avivi, Gal Zaid, Sharon Zuckerman
97 Minuten, Kinostart: 7. August 2008
Israel, Deutschland, 2007
www.sweetmud.de

Kultur Beitrag vom 08.08.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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