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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.09.2008

Weisse Lilien
Jana Muschick

Der moderne Verschwörungs- und Liebes-Thriller von Christian Frosch dokumentiert die verschwimmenden Grenzen zwischen Halluzination und Manipulation in einem futuristischen Überwachungsstaat



"Die neue Stadt für neue Menschen"

Der große Traum von der perfekten Stadt wird in "Weisse Lilien" auf die Spitze getrieben. "Neustadt" ist die moderne Wohnmaschinerie, in der alle BewohnerInnen "glücklich" miteinander leben. Der Einkauf funktioniert digital, das Wohnrecht auf ein besseres Appartement in den Hochhäusern der Stadt erwirbt frau sich durch gute Führung und die Leistungsnachweise im Job. In diesem futuristischen Wohnbezirk wird "Sicherheit" durch stete Medienberieselung suggeriert und alle Anzeichen von Mangel und materiellem wie sozialem Verfall werden weggelächelt.

"Neustadt: Die sichere Stadt in einer immer unsichereren Welt"

Die rothaarige Hannah (Birgitte Hobmeier) ist eines der vielen menschlichen Rädchen, die diese Stadt am laufen halten. Sie arbeitet im Service-Bereich von Neustadt und beantwortet mit geschäftsmäßiger Freundlichkeit die Anfragen der KundInnen. Privat gerät ihr Leben heftig aus der Bahn – ihr Ehemann (Martin Wuttke) schlägt sie und ist durch seine psychopathischen Wutanfälle unberechenbar. Dass ausgerechnet er Sicherheitsbeamter in Neustadt ist, erscheint wie eine Farce und beschreibt die Oberflächlichkeit des organisierten Zusammenlebens und die traurige Ironie des Films.

"Wir müssen zusammenhalten"

Als Hannah ihren Ehemann fluchtartig verlässt, gerät ihr wohlgeordnetes Leben aus der Bahn. Sie zieht in ein höheres, teureres Stockwerk, in ein Appartement, das nach dem Selbstmord der Vormieterin frei wurde. Immer wieder erhält sie Anrufe mit der Forderung "Wir müssen zusammenhalten". Wer spricht dort? Ist es ihr wahnsinniger Ehemann, ihr neurotischer Liebhaber? Hannah weiß es nicht. Erst die Teilnahme in einem Selbstverteidigungskurs gibt ihr neue Kraft. Hier lernt sie Anna (Johanna Wokalek) kennen, ihre Freundschaft hält Hannah von den eigenen Problemen vorerst fern.

Grenzverschiebung

Hannah und Anna werden zum Teil einer Verschwörung und geraten in eine Maschinerie aus Manipulation und Halluzination. Aus der Utopie eines neuen Metropolis wird die Dystopie eines skrupellosen Überwachungsstaates, der seine "Sicherheit" dadurch gewinnt, dass alle unsicheren Faktoren ausgeschaltet werden.

AVIVA-Tipp: "Weisse Lilien" ist ein großartiger Film in faszinierenden Bildern. Nicht nur die HauptdarstellerInnen, auch die ZuschauerIn weiß bald filmische Realität und Halluzination nicht mehr zu unterscheiden. Der moderne Verschwörungs- und Liebes-Thriller entwickelt ein krasses Bild über die Angst und Paranoia, die sich tief im Herzen einer modernen Überwachungsgesellschaft festgesetzt hat. Grandioses Herbstkino!

Zur Hauptdarstellerin: Brigitte Hobmeier wurde 1976 in München geboren. Von 2002 bis 2005 arbeitete sie in ihrem ersten festen Engagement am Münchner Volkstheater und erhielt für ihre Leistungen hoch dotierte Preise, unter anderem 2004 den Bayerischen Förderpreis für darstellende Kunst. Seit 2005 spielt sie im Ensemble der Münchner Kammerspiele. Für ihre Rolle der Elisabeth in "Glaube Liebe Hoffnung" wurde sie mit dem Faust-Preis als beste Schauspielerin ausgezeichnet.


Weisse Lilien
Österreich, Deutschland 2007
Regie: Christian Frosch
DarstellerInnen: Brigitte Hobmeier, Martin Wuttke, Johanna Wokalek, u.a.
Verleih: Neue Visionen
Lauflänge: 96 Minuten
Kinostart: 11. September 2008

Weitere Infos zum Film unter: www.weisse-lilien-der-film.de

Kultur Beitrag vom 10.09.2008 Jana Muschick 

   




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