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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.10.2008

Eröffnung der neuen Gedenkstätte Stille Helden
Alexandra Kasjan

Die Dauerausstellung dokumentiert und erinnert an diejenigen Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus in vielfältiger Form der Zivilcourage jüdischen Verfolgten halfen, um diese...



...vor der Deportation in die Konzentrationslager zu bewahren.

Am 27. Oktober 2008 wurde die neue Gedenkstätte Stille Helden in der Rosenthaler Straße 39 feierlich eröffnet. André Schmitz, Staatssekretär für Kultur und Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, nahmen unter großem Medieninteresse teil.

Die Ausstellung will verdeutlichen, dass deutscher Widerstand möglich war und diejenigen würdigen, die ihr Leben für andere riskierten..
Gezeigt werden Originaldokumente und Gegenstände wie Fotos, Objekte, Briefe oder auch Spielzeug - diese stummen Zeugen erinnern an das (Über)Leben in Nazideutschland.

In der 1. Etage erhält man mithilfe von elektronischen Medien eine Einführung über das Leben und der Motive von HelferInnen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten und Altersgruppen, aber auch das der Verfolgten, so dass man nachvollziehen kann, wie diese gerettet wurden. In der 2. Etage befinden sich in neun Vitrinen Originalgegenstände und Fotografien von verfolgten Personen und ihren RetterInnen. Darüber hinaus kann man unter Verwendung von Kopfhörern, die vor Bildschirmen platziert sind, mehr über das Leben und Handeln von unterschiedlichsten Persönlichkeiten, wie etwa Oscar Schindler, erfahren. In der 2. Etage befindet sich noch ein weiterer Raum. Hier stehen den AusstellungsbesucherInnen Computer für Recherchearbeiten zur Verfügung.

Die Rosenthaler Straße 39 ist übrigens ein authentischer Ort des Widerstands. So eröffnete hier der Nazi-Gegner und Held Otto Weidt http://www.blindes-vertrauen.de Anfang der 1940er Jahre eine Besen- und Bürstenbinderei. Durch Bestechung und Passfälschung gelang es ihm, vielen jüdischen MitbürgerInnen, die hauptsächlich bei ihm arbeiteten, das Leben zu retten. So etwa der deutsch-israelischen Journalistin Inge Deutschkron. Auf ihre Initiative hin wurde 1993 am Haus in der Rosenthaler Straße Otto Weidt zu Ehren eine Gedenktafel angebracht.

Nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa gab es Menschen, die durch ihre Hilfsaktionen Menschenleben retteten. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat diese Menschen als "Gerechte unter den Völkern" geehrt. Bis heute sind es mehr als 22.000 Frauen und Männer, 422 davon sind Deutsche.

Die genaue Anzahl der HelferInnen kann jedoch bis heute nicht eindeutig festgelegt werden. Es waren vermutlich viel mehr, als bisher angenommen wurde. Tatsache ist, dass sie aus den unterschiedlichsten Motivationen gehandelt haben. Es waren "Stille Helden", da diese Menschen insgeheim und bei ständiger Gefahr des Verrats und der Entdeckung, andere Leben retteten. So konnten etwa 5.000 "Untergetauchte" überleben, davon über 1.700 in Berlin.

Die Dauerausstellung "Stille Helden" soll um die europäische Komponente erweitert werden, so dass auch Namen von HelferInnen und Verfolgten außerhalb Deutschlands bekannt werden können. Bisher hat die Gedenkstätte 250 Fotografien und 3.000 Namen von RetterInnen und "Untergetauchten" veröffentlicht.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog, der ab 28. Oktober 2008 in der Gedenkstätte Stille Helden für 5 Euro erhältlich ist.

Die Gedenkstätte Stille Helden und der Katalog wurden finanziert durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und kofinanziert von der Europäischen Union, Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), und vom Land Berlin.

Weitere Infos zur Gedenkstätte Stille Helden und Fotos der Exponate finden Sie unter: www.gdw-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Liste der verlorenen BürgerInnen an Yad Vashem.
Als Jüdin versteckt in Berlin. Margot Friedlander mit Malin Schwerdtfeger.
Lisa Holländer, die Retterin von Inge Deutschkron.


Gedenkstätte Stille Helden
in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Eröffnung: Montag, den 27. Oktober, 19.00 Uhr
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – So 10.00 – 20.00 Uhr
Eintritt frei
Verkehrsverbindung: S-Bahnhof Hackescher Markt, U-Bahnhof Weinmeisterstraße

Kultur Beitrag vom 28.10.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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