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AVIVA-BERLIN.de im April 2018 - Beitrag vom 22.09.2011

Tiger Factory. Kinostart: 22. September 2011
Britta Meyer

Finanzielle Not und der verzweifelte Wunsch nach einem besseren Leben in Tokyo treiben die junge Ping dazu, ihren Körper als Menschenfabrik gebrauchen zu lassen. Ein lakonisch-kompromissloser...



... Film über eine Flucht um jeden Preis.

Ping (Lai Fooi Mun) ist 19 Jahre alt und lebt als Chinesin in Malaysia. Wenn sie nicht in einer Imbissbude schuftet, arbeitet sie auf einer Schweinefarm. Trotz zweier Jobs reicht das Geld kaum zum Leben, ihre Tage sind lang und hart, spät abends rollt sie sich erschöpft auf einer Matratze auf dem Boden ihrer winzigen Wohnung zusammen. Ihre dominante Tante Madame Tien (Pearlly Chua), die jedes Detail ihres Alltags kontrolliert, bringt sie auf die Idee, durch eine Leihmutterschaft an Geld zu kommen. Ihre Anweisungen sind klar und deutlich: "Für einen Jungen bekommst du 4000, für ein Mädchen 2500". Ping lässt sich auf die erniedrigende Arbeit als Gebärmaschine ein und erträgt die Schwangerschaft bei vollem Arbeitspensum – alles, um genug Geld zusammen zu kratzen, um mit Hilfe eines Schleppers illegal nach Japan auszuwandern. Doch als es soweit ist, die "Ware" auf die Welt zu bringen, hat ihre Tante keinerlei Skrupel, sie zu belügen, das Kind zu verkaufen und Ping um ihren sauer verdienten Lohn zu betrügen.

Die Menschen in "Tiger Factory" gehen voller Gleichgültigkeit miteinander um und sprechen nicht mehr als das Nötigste. Pings Körper wird von ihrem geldgierigen Umfeld wie ein Brutkasten benutzt, Parallelen zu Besamungspraktiken auf der Schweinefarm sind unübersehbar. Die kalte Indifferenz, mit welcher der Arzt Ping erzählt, ihr Baby sei gestorben, wird noch durch die Hartherzigkeit übertroffen, mit der man die frisch mit Kaiserschnitt Operierte alleine nach Hause stolpern lässt. Als die wie eine hilflose Schlafwandlerin durch ihre mitleidlose Umgebung wandernde Ping jedoch durch Zufall den "Geschäftspraktiken" ihrer Tante auf die Schliche kommt, ergreift sie ihre eigenen Maßnahmen, um sich die ersehnte Ausreise nach Tokyo endlich zu sichern. Koste es, was es wolle...

Zum Regisseur: Woo Ming Jin, geboren 1976 in Ipoh/Malaysia, ist selbst malaysischer Chinese. Er studierte mit einem Stipendium an der San Diego State University und machte dort seinen Masters of Arts als Film- and Fernsehproduzent. Seit seiner Rückkehr nach Malaysia hat Ming Jin Regie bei zahlreichen Musik-Videos, Werbespots und Fernsehaufträgen geführt. "Tiger Factory", sein dritter gemeinsamer Spielfilm mit Drehbuchautor Edmund Yeo, lief in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes, auf dem International Film Festival Rotterdam, dem Vancouver International Film Festival, dem Filmfest Hamburg und vielen anderen Filmfestspielen.

AVIVA-Tipp: "Tiger Factory" zeichnet ein naturalistisches und dabei sehr ruhiges Bild einer unerträglichen Situation. Die sparsame, oft wackelnde Kameraführung und der Verzicht auf jegliche Musik vermitteln den Eindruck eines Dokumentarfilms, der in seiner Schlichtheit ohne unnötige Dramatisierungen auskommt. Beklemmend und beeindruckend zugleich.

Tiger Factory
Malaysia/Japan, 2010
Kantonesisch/Mandarin/Bahasa Malaysia mit deutschen Untertiteln
Regie: Woo Ming Jin
Drehbuch: Woo Ming Jin und Edmund Yeo
DarstellerInnen: Lai Fooi Mun, Pearlly Chua, Susan Lee
Verleih: Aries Images
Kamera: Wan Chun Hung
Ton: Cheong Pau San und Kenny Chua
Länge: 84 Minuten
Kinostart: 22.09.2011

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.aries-images.de

Kultur Beitrag vom 22.09.2011 Britta Meyer 

   




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