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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.04.2012

Bar25 - Tage ausserhalb der Zeit. Ein Film von Britta Mischer und Nana Yuriko. Ab 3. Mai 2012 im Kino
Annika Hüttmann

"Ein Dokumärchen" nennen die Regisseurinnen ihr Werk. Passenderweise, denn der Film ist keine kritische Dokumentation, sondern eine Hommage an das Lebensgefühl und die Magie, die von der...



...legendären Bar ausgingen.

Britta Mischer und Nana Yuriko konzentrieren sich in ihrem Film auf die MacherInnen der Bar25 und begleiteten Christoph, Danny, Steffi, Lotta und Juval von der Entstehung der Bar 2004 bis zu ihrer erzwungenen Schließung im Jahr 2010. Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem der Antrieb dieser Menschen, sich ein Leben zu erschaffen, in dem alles möglich ist - ein kleines Paradies als Alternative zur tristen, grauen Umwelt. Die vier ProtagonistInnen waren nicht nur die BetreiberInnen des Clubs, sondern wohnten zusätzlich in einer Art Kommune auf dem Gelände.

Es ist faszinierend, zu sehen, wie auf einem kleinen Gelände am Spreeufer ein gesamtes Paralleluniversum entstand. Bunt kostümierte Menschen, tagelange Parties, Feuerwerke und Konfettikanonen, riesige Swimmingpools und hochkarätige DJs ließen Menschen aus der ganzen Welt nach Berlin reisen, um an diesem Erlebnis teilzuhaben. Interviews und Einblicke in das Leben der Bar25-Menschen zeigen jedoch, dass es ihnen nicht primär um Drogen und Exzesse ging, sondern um eine Vision von einem besseren, selbstbestimmten Leben, in dessen Umsetzung sie viel Arbeit steckten. Klagen aufgrund der Lärmbelästigung und Pläne zur Umgestaltung des Ufers führten jedoch letztendlich dazu, dass dem Club der Mietvertrag gekündigt wurde und auch ein erbitterter Kampf der BetreiberInnen die Bar25 nicht retten konnte.

Der durch Crowdfunding finanzierte Film ist ein würdiges Denkmal für die Bar, der Blick wird nicht von Außen auf sie gerichtet, vielmehr stammen die Einblicke direkt von Innen - hier wird nicht hinterfragt, sondern es wird ein Gefühl dokumentiert und ein kleines Stück einer beinahe magischen Zeit konserviert.

AVIVA-Tipp: Bar25-NostalgikerInnen werden von diesem Film sicher ebenso fasziniert sein, wie alle, die sich schon immer gefragt haben, was das besondere an "der Bar" war. Eine gewisse Affinität zu Hedonismus und Hemmungslosigkeit sollte mensch jedoch mitbringen um sich auf die Bilder einlassen zu können.

Bar25 - Tage ausserhalb der Zeit
Deutschland, 2012
Buch und Regie: Britta Mischer, Nana Yuriko
Kamera: Peppa Meissner, Alexander Schmalz
Schnitt: Bobby Good
Illustrationen: Raúl Soria Andrés
Laufzeit: 95 Minuten
Verleih: Movienet
Kinostart 3. Mai 2012
bar25-derfilm.de

Kultur Beitrag vom 30.04.2012 Annika Hüttmann 

   




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