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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 25.06.2012

Simon. Ein Film von Lisa Ohlin. Nach dem Roman von Marianne Fredriksson. Kinostart am 28. Juni 2012
Nina Breher

Ein Häuschen in der Nähe von Göteborg vor der unsichtbaren Kulisse des zweiten Weltkriegs. Zwei ungleiche Freunde, die gemeinsam aufwachsen. Die Regisseurin Lisa Ohlin setzt eine Geschichte in...



...Szene, die von Familienbanden sowie von der Macht der Phantasie und der Kunst erzählt.

Ein Junge sitzt in seinem Baumhaus, liest ein Buch und stellt sich zum Klang eines selbstgemachten Windspiels die in dem Buch beschriebene Wüstenwelt vor. Als Wolken am Himmel aufziehen, sieht er in ihnen ein Kamel, das zum Klang des Windspiels voranschreitet und die dunklen Wolken zu etwas Magischem transformiert.

Als Simon Larsson (Bill Skarsgård) seine Eltern überreden kann, ihn auf eine höhere Schule zu schicken, macht er Bekanntschaft mit Isak (Karl Linnertorp) und mit den antisemitischen Anschuldigungen anderer Schüler diesem gegenüber. Der Hintergrund beider ist denkbar verschieden: Während Simon aus einfachem Hause stammt und sein Vater möchte, dass er wie er selbst Handwerker wird, ist Isak der Sohn eines reichen Buchhändlers (Jan Josef Liefers), der mit seiner Familie rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte, um den Nationalsozialisten zu entkommen. Die Bedrohung des bevorstehenden zweiten Weltkrieges umrahmt den gesamten Film, der sich zwar nicht in Göteborg abspielt, aber stets präsent ist. Was noch keiner der Jungen ahnt ist, dass ihnen ein gemeinsames Schicksal bevorsteht.

Die Jungen verstehen sich auf Anhieb, zeigen sich ihre Welten, die eine kristallin glitzernd und elegant, die andere weniger pompös, dafür warm und ursprünglich. Die präsente Welt – Südschweden vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs – verschwimmt dabei nicht, sondern erhält durch die Beobachtung des Heranwachsenden neue Akzente. So entsteht eine persönliche Geschichte, die ihre politische Sprengkraft genau aus dieser Tatsache schöpft.

Regisseurin Lisa Ohlin und Kameramann Dan Laustsen vollbringen es, die ZuschauerInnen auch atmosphärisch in den Bann des Films zu ziehen. Farben, Perspektiven und Landschaftsaufnahmen untermalen die phantasiegetränkte Kindheit und Adoleszenz der ProtagonistInnen ebenso wie die bedrohliche Zeit des Krieges und die graue, gelähmte Nachkriegstristesse. Dem gleichnamigen Roman von Marianne Fredriksson folgend, behandelt Simon die Verbrechen an Jüdinnen und Juden im zweiten Weltkrieg und zeichnet das Bild einer Welt, die sich unumkehrbar verändert.

Als schließlich nach dem Krieg ein lebendiges Kamel vor Simons Augen vom Himmel herabsteigt, ist es lediglich ein am Hafen ankommendes und für den Zirkus bestimmtes, dreckiges Tier und nurmehr eine traurige Reminiszenz an eine Kindheitswelt, die es nicht mehr gibt.

Am Ende des Films landet Simon Berliner Flughafen Tempelhof. Der Krieg ist vorbei, die Folgen aber unübersehbar. Er ist auf der Suche nach seinem leiblichen Vater, einem aus Berlin stammenden Juden. Denn was er lange nicht wusste: Er ist adoptiert. Nun ist er auf seinen Spuren und entdeckt etwas unerwartetes, das zumindest seine Welt nachhaltig verändern wird.

AVIVA-Tipp: Simon ist eine mitreißende Geschichte über das Heranwachsen und über Menschlichkeit in einer Welt, die Simon und Isak fremd erscheint und die ihre Grausamkeit nicht einmal zu vertuschen versucht. Rettungsanker im Leben mit dem bis dato Undenkbaren ist die Phantasie und die Kunst sowie der Austausch von Lebenswelten. Regisseurin Lisa Ohlin ist es meisterhaft gelungen, einen Film zu drehen, der zwar Kitsch nicht scheut, aber etwas über Dinge sagt, die selbst vor der Kamera unausgesprochen bleiben.

Zur Regisseurin: Lisa Ohlin arbeitete in den letzten Jahren für das Schwedische Filminstitut. Simon ist ihr Comebackfilm nach dieser Tätigkeit. Drehbuchautorin Marnie Blok erhielt für das Drehbuch von Simon bereits bei der Weltpremiere auf dem Filmfest Hamburg im Oktober 2011 den Montblanc Drehbuch-Preis. Außerdem wurde der Film für 13 Guldbagge Awards – den nationalen Filmpreis Schwedens – nominiert. Der deutsche Schauspieler Jan Josef Liefers erhielt eine Auszeichnung als bester Nebendarsteller. Zudem wurde der Film mit dem Publikumspreis beim Filmfestival in Göteborg ausgezeichnet.
(Quelle: www.lisaohlin.com, Farbfilm Verleih)

Simon
Originaltitel: Simon och ekarna
Schweden/Dänemark/Norwegen 2010
Regie und Drehbuch: Lisa Ohlin und Marnie Blok
DarstellerInnen: Bill Skarsgård, Jonatan S. Wächter, Helen Sjöholm. Stefan Gödicke, Jan Josef Liefers, Karl Linnertorp, Karl Martin Eriksson
Verleih: Farbfilm Verleih
Lauflänge: 117 Minuten
Kinostart: 28. Juni 2012
www.farbfilm-verleih.de

Kultur Beitrag vom 25.06.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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