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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.07.2012

Holidays by the Sea - ein Film von Pascal Rabaté. Kinostart: 5. Juli 2012
Katarina Wagner

Humor braucht keine Worte. Das beweist diese französische Sommerkomödie à la Jacques Tati. Fast sechzig Jahre nach den "Ferien des Monsieur Hulot" hat sich einiges geändert, aber ein Schluckauf...



... im falschen Moment kann Außenstehenden immer noch die schönste Freude bereiten.

Der Supermarktverkäufer malt die Strichcodes selbst, ein Hase hoppelt unter einem Hut davon und eine beleibte Camperin klebt die passenden Genitalien in ihr Kamasutra-Stickerheft.
In seinem dritten Spielfilm schickt der Comiczeichner und Regisseur Pascal Rabaté die unterschiedlichsten Charaktere in den Strandurlaub.

Die ruhigste Zeit verbringt wahrscheinlich das lesbische Punk-Pärchen. Am Strand graben sie für den Babybauch eine Mulde und schreiben "JE T´AIME" mit einem Kreis um das A. in den Sand.

Der Urlaub anderer Feriengäste wird gehörig durcheinander geworfen:
Ein lackierter Vertreter wird von seiner Domina ans Bett gefesselt zurückgelassen und um sein schönes Cabrio beraubt. Zwei Golfer hatten ihn schon vorher um seine Kreditkarten erleichtert und sitzen schmatzend im feinsten Restaurant, wenn sie nicht gerade mit Golfbällen Hasen oder verwunderte Herren k.o. schlagen.

Die vierköpfige Familie in Olvigrün stellt ihr Zelt haargenau nach den Rasenmarkierungen auf und hält sich in all ihren Aktivitäten (Zeltaufbau, Licht ausschalten, Lachen) diszipliniert an die Klatschzeichen des Vaters. Der heftige Sturm, der ihr Camp wieder aus der Erde zieht, war jedoch nicht eingeplant.

Die Liebe kommt in den Ferien natürlich auch nicht zu kurz.
Jugendliche haben Sommerflirts und das dicke Ehepaar mit dem viel zu kleinen Auto und der etwa vier Quadratmeter großen Laube frischt seine Leidenschaft wieder auf.

Eine leise Liebesgeschichte entwickelt sich auch zwischen der Madame mit Hut (Maria de Medeiros, Henry and June) und dem Monsieur in Blau (Jacques Gamblin, Der Name der Leute). Die Schnur seines Drachen verhakt sich mit ihrer Halskette und zieht sie hoch in die Sommerluft. Auf ihrer Mission, das Schmuckstück zurück zu erlangen, laufen sie unter anderem scheu durch ein Nudistencamp. Die zwei preisgekrönten DarstellerInnen brauchen nicht viel mehr als einige Seufzer und träumerisch, beziehungsweise verwirrt hoch gezogene Augenbrauen, um in ihren bunten Kostümen wie Bilderbuchfiguren zu wirken und auf ihre unschuldige Art charmant zu verzaubern.

Mit subtilem Humor zeigt der Film, was den ProtagonistInnen oft sehr unangenehm ist, ihre Macken und ihre Verstrickungen. Fast ganz ohne Worte und definitiv ohne plumpen Slapstick werden die Figuren auf wenige Charaktereigenschaften reduziert. Sie sind Schüchterne, Verliebte, Traurige, Nostalgische, Draufgängerische, Disziplinierte oder Tollpatschige.

Die episodenhaft erzählten Handlungsstränge kommen auch ohne Dialoge aus, wir müssen über die Figuren nicht mehr wissen, als das, was oft schon durch ihre äußerliche Erscheinung erklärt wird: Trauer trägt Schwarz, ernsthafte CamperInnen Olivgrün, Verträumte Madames Blumenkleider und der sesshafte Vater zieht die Hose über den Bauch. Auch das Spiel der DarstellerInnen ist auf das Nötigste reduziert. Sie sind keine hyperaktiven Typen aus Zeichentrickfilmen, meist reicht ein Blick, ein Gesichtsausdruck oder eine Geste. So wirkt der Film vor dem sommerlich blau-grünen Hintergrund fast wie eine Reihe von Comic-Strips.

Untermalt wird das alles von passender Polka-ähnlicher Blas- und Ziehharmonika-Musik, die wahrscheinlich auch das echte Leben in eine Komödie verwandeln könnte.

AVIVA-Tipp: Ihn den neuen Jacques Tati nennen, wäre übertrieben, aber auch Pascal Rabaté ist in der Lage, ohne Worte einige Schmunzler und Lacher im Kinosaal hervorzurufen. Holidays by the Sea ist ein sommerlicher Feel-Good-Movie, der Luft auf Strandurlaub und Camping macht.

Zum Regisseur: Pascal Rabaté
1961 in Tours geboren, wohnt und arbeitet heute in Angers. Dort studierte er an der École des Beaux-Arts. Ende der achtziger Jahre veröffentlichte er seine ersten Comics. Sein erfolgreichstes Werk als Comiczeichner und -autor ist Ibicus, eine preisgekrönte Version von Tolstois Die Emigranten. 2003 erhielt Rabaté beim Festival "Des Planches et des Vaches" den Großen Preis für sein Gesamtwerk.
Drei Jahre später drehte er seinen ersten Spielfilm Cavaliers faciles. 2010 verfilmte er mit großem Erfolg sein eigenes Comicbuch Les petits ruisseaux mit dem französischen Komiker Daniel Prévost in der Hauptrolle.

Zu Holidays by the Sea kommentiert er:

"Der Barcode wird immer senkrecht angebracht, weil die horizontalen Striche dazu neigen sich zu vergrößern. Das muss man wissen, das ist alles."

"Wenn man den Plural des französischen Worts für Liebe, amour, mit einem X am Ende schreiben könnte, also amourx, hätte man 16 Punkte, und wenn das X auf einem blauen Feld landen würde, ergäbe das 36 Punkte, weil es einen doppelten Buchstabenwert gibt. Das muss man wissen, das ist alles."

Zur Darstellerin Maria de Medeiros:

Im Film Holidays by the Sea spielt die portugiesische Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin die "Madame Halskette". Geboren wurde sie in Lissabon, wo sie ein französisches Gymnasium besuchte. Für das Studium der Philosophie und Schauspielerei ging sie nach Paris. Anfang der achtziger Jahre spielte sie in einigen portugiesischen Filmen, bevor sie1984 in dem Kurzfilm J´ai faim, j´ai froid von Chantal Akerman ihre erste Rolle in Frankreich bekam.
1990 gelang der Schauspielerin der internationale Durchbruch mit ihrer Darstellung der französischen Schriftstellerin Anaïs Nin in Philip Kaufmans Henry und June. Vier Jahre später spielte de Medeiros in Quentin Tarantinos Pulp Fiction und gewann den DarstellerInnenpreis "Coppa Volpi" der 51. Filmfestspiele in Venedig für ihre Leistung in Teresa Villaverdes Drama Geschwister.
Nach einigen Kurzfilmen führte sie 2000 erstmals Regie bei einem Langfilm: Nelken für die Freiheit über die Nelkenrevolution in Portugal 1974.
Seit 2007 hat die Künstlerin außerdem drei Alben aufgenommen. Ihre Musik bewegt sich zwischen Jazz, Bossa Nova und Singer-Songwriter. Sie singt Lieder von Größen wie Chico Buarque, Gilberto Gil und Milton Nascimento, außerdem Klassiker auf verschiedenen Sprachen wie Spanisch, Italienisch, Katalanisch oder auch Kimbundu.
In Portugal und Spanien ist die Maria de Medeiros außerdem für ihr sozialpolitisches Engagement im Rahmen der Finanzkrise bekannt und wurde 2008 von der UNESCO als "Künstlerin für den Frieden" ausgezeichnet.

Holidays by the Sea
Originaltitel: Ni a vendre, ni a louer
Frankreich 2011
Farbe, 77 Min, 35mm
Verleih: Movienet Film
Kinostart: 5. Juli 2012

Buch und Regie: Pascal Rabaté
Produzent: Xavier Delmas
Kamera: Benoît Chamaillard
Schnitt:Jean-François Elie
Ausstattung: Angelo Zamparutti
Kostüme: Virgine Alba
Ton: Jean-François Maître, Martin Gracineau, Jocelyn Robert
Musik: Alain Pewzner

DarstellerInnen:
Monsieur Drachenstieger: Jacques Gamblin
Madame Halskette: Maria de Medeiros
Monsieur Erdbeere: François Damiens
Zelt Mann: François Morel
Wohnwagen Mann: Dominique Pinon
Der Supermarktverkäufer: Arsène Mosca
Die Waise: Marie Kremer
Die Witwe: Chantal Neuwirth
Frau Häuschen: Catherine Hosmalin
Herr Häuschen: Charles Schneider
Grüner Golfer: Gustave Kervern
Oranger Golfer: Vincent Martin
Madame Schalgsahne: Stéphanie Pillonca
Vertreter SM: David Salles
Domina SM: Patricia Franchino
Bestatter: Franck Cimière

Weitere Infos unter:

www.holidaysbythesea.de

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