Marina Abramovic: The Artist Is Present - ein Film von Matthew Akers. Ab 17. April 2013 auf DVD, Blu-ray und VoD - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Regina Schmeken. Blutiger Boden Happy End
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.11.2012

Marina Abramovic: The Artist Is Present - ein Film von Matthew Akers. Ab 17. April 2013 auf DVD, Blu-ray und VoD
Britta Meyer

Was daran ist Kunst, wenn eine Frau mitten im Museum of Modern Art in New York den ganzen Tag auf einem Stuhl sitzt? Von M├Ąrz bis Mai 2010 war die serbische Performancek├╝nstlerin in den R├Ąumen...



... des MoMA anzutreffen ÔÇô ist das jetzt Kunst, oder kann das weg?

Die Frau tr├Ągt ein langes, scharlachrotes Kleid, die Haare in einem Zopf, das Gesicht nackt und ungeschminkt. Sie ist das einsame Zentrum der Aufmerksamkeit, bis jemand sich zu ihr ins Scheinwerferlicht wagt und auf den Stuhl ihr gegen├╝ber setzt, dann hebt sie den Kopf und sieht die Person direkt an. Sie wird von einer Person, der Hauptperson, zum reinen Spiegel ihres Gegen├╝bers. Etwas geschieht mit all diesen Menschen, ihre Gesichter ver├Ąndern sich, wenn sie in Marina Abramovics ersch├Âpfte Augen schauen - sie l├Ącheln, sie nicken, die meisten weinen. Sie werden diese Begegnung nicht vergessen. Abramovic ist da. Anwesend. Mit all ihrem Sein. Sieht jedeN an, jedes Mal neu konzentriert, um jedem Menschen, der zu ihr kommt, die gleiche, volle Aufmerksamkeit zu widmen. JedeR, die oder der auf dem zweiten Stuhl Platz nimmt, bekommt ihre ganze und ungeteilte Person.

MuseumsbesucherInnen verbringen im Schnitt nur wenige Augenblicke vor jedem Kunstwerk ÔÇô bei MeisterInnenwerken wie der Mona Lisa sind es um die 30 Sekunden. Vor Abramovic verharren manche f├╝r Stunden. Sie sehen zu, wie Leute sich zu ihr setzen, warten den ganzen Tag darauf, selbst an die Reihe zu kommen, nachdem sie die ganze Nacht vor den Museumst├╝ren Schlange gestanden hatten. Abends muss die Security einzelne BesucherInnen regelrecht hinaus scheuchen ÔÇô heftig diskutierend, warum es nicht noch weitergehen kann, nur noch ein paar Minuten? 1.565 Menschen sitzen nach und nach vor Abramovic und sehen ihr ins Gesicht, darunter auch Bj├Ârk, Tilda Swinton und Sharon Stone.

Etwa 750.000 BesucherInnen haben die mehrere Stockwerke umfassende Ausstellung besichtigt, die eine Auswahl ihrer fr├╝heren Werke zeigte, darunter Bilder und Videoinstallationen, aber auch Live-Acts, von 41 jungen K├╝nstlerInnen nachgestellt, die Abramovic zu diesem Zweck extra ausgebildet hatte ÔÇô indem sie bei ihr zuhause und auf ihrem Grundst├╝ck trainieren, fasten und lernen mussten, sich vollkommen auf ihr Sein im Jetzt zu konzentrieren.

Am Ende des Tages sinkt Abramovic unter ihrem Tisch zusammen und kr├╝mmt sich vor Schmerzen. Nach siebeneinhalb Stunden Reglosigkeit protestiert jeder Muskel. Sechs Tage in der Woche tut sie sich diese Tortur an, drei Monate lang, insgesamt 721 Stunden. Die "Gro├čmutter der Performancekunst", wie sie sich selbst auch nennt, hat schon live psychoaktive Drogen genommen, um in ihren Darstellungen gesellschaftliche Verhandlungen weiblicher Geisteskrankheit hinterfragen zu k├Ânnen. Sie hat sich im Laufe ihrer Karriere vor dem Publikum selbst ausgepeitscht, mit Rasierklingen geschnitten, hat gebr├╝llt, sich mit ihren PartnerInnen gepr├╝gelt, hat Orgasmen gehabt und ist zu Fu├č die halbe Strecke der Chinesischen Mauer entlang gelaufen, aber selbst f├╝r sie ist die Erfahrung in der MoMA grenzwertig: "The hardest thing is to do something which is close to nothing, because it┬┤s demanding all of you."

Der Film geht mit ihr zur├╝ck zu ihren Anf├Ąngen in den 1970er Jahren, als sie gemeinsam mit ihrem langj├Ąhrigen (Kunst)Partner Ulay das Publikum mit radikalen Auff├╝hrungen schockierte. "She is never NOT performing", so Regisseur und Kameramann Matthew Akers, der ihr zehn Monate lang fast ├╝berall hin folgte. Er l├Ąsst sie von ihren Eltern erz├Ąhlen, den HeldInnen des PartisanInnenkampfes im Zweiten Weltkrieg, von der symbiotischen zw├Âlfj├Ąhrigen Beziehung zu ihrem k├╝nstlerischen Gegenst├╝ck Ulay und dem rasanten Aufschwung, den ihre Kunst nach der schmerzlichen Trennung von ihm erfuhr. Akers begleitet Abramovic durch die Vorbereitungen f├╝r die Ausstellung, das Training der Nachwuchsk├╝nstlerInnen, durch Lampenfieber und Krankheit hindurch, endlich bis auf den Stuhl unter dem Scheinwerfer und danach nach Hause. Er spricht mit Ulay, mit dem Kurator des MoMA Klaus Biesenbach, mit FreundInnen und KollegInnen ├╝ber sie und setzt nach und nach das Bild einer Frau zusammen, die niemals Kompromisse eingegangen ist ÔÇô egal, wie sehr es wehtat.

Zum Regisseur: Matthew Akers wurde 1975 in Dallas, Texas geboren, f├╝hrte bei zahlreichen TV-Produktionen und, neben anderen, bei den Spielfilmen "Lemon" (2011) und "Going Blind" (2010) die Kamera und produzierte die Serie "Circus". "Marina Abramovic: The Artist Is Present" ist der erste Dokumentationsfilm, bei dem er eigenst├Ąndig Regie f├╝hrte.

Zur K├╝nstlerin und Hauptdarstellerin: Marina Abramovic geboren 1946 in Belgrad, studierte an der Akademie der Bildenden K├╝nste in Belgrad Malerei. Seit 1973 installiert sie Performances, die oft kontrovers diskutiert werden, da sie immer wieder K├Ârperlichkeit in Form von Nacktheit, Schmerz und physische wie psychische Grenzerfahrungen zum Inhalt haben. Sie zeigte ihre Kunst in Museen auf der ganzen Welt und wurde f├╝r ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ├ľsterreichische Ehrenzeichen f├╝r Wissenschaft und Kunst (2008), einem Ehrendoktorinnentitel der Sch├Ânen K├╝nste des Williams College in Williamstown, Massachusetts (2011) und dem Berliner B├Ąren (2012).

Auszeichnungen

"Marina Abramovic: The Artist Is Present" gewann auf der Berlinale 2012 den Panorama Publikumspreis f├╝r Dokumentarfilme, den Publikumspreis f├╝r den Besten Film des Sarajevo Film Festivals 2012 und war der Offizielle Wettbewerbsbeitrag beim Sundance Film Festival 2012.

AVIVA-Tipp: Ja, das ist Kunst. Der Film zeigt die W├Ąrme und Pr├Ąsenz Abramovics als genauso absolut und verletzlich, wie ihre Performances und l├Ąsst eineN die Menschen beneiden, die 2010 in New York Gelegenheit hatten, f├╝r eine Weile auf diesem Stuhl zu sitzen.

Marina Abramovic: The Artist Is Present
USA, 2012
Verleih: NFP marketing & distribution
Regie und Kamera: Matthew Akers
Produktion: Jeff Dupre und Maro Chermayeff
Musik: Nathan Halpern
Schnitt: E. Donna Shepherd
Ausf├╝hrende ProduzentInnen: Stanley Buchthal, Maja Hoffman und David Koh
Produzentinnen f├╝r HBO: Nancy Abraham und Sheila Nevins
Format: PAL
Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Spieldauer: 102 Minuten
18,99,- Euro
DVD-Start: 17. April 2013
www.filmweltverleih.de


Weitere Informationen finden Sie unter:

marinafilm.com

www.moma.org

www.musicboxfilms.de

www.ardmediathek.de

mayan.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

62. Berlinale vom 9. bis zum 19. Februar 2012, TEDDY AWARDs am 17. Februar 2012

Die Dada Baroness


Kultur Beitrag vom 27.11.2012 Britta Meyer 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken