Die Berlinale - vom 7. bis zum 17. Februar 2013 finden in Berlin die 63. Internationalen Filmfestspiele statt - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.02.2013

Die Berlinale - vom 7. bis zum 17. Februar 2013 finden in Berlin die 63. Internationalen Filmfestspiele statt
Sharon Adler

Eine kleine feine AVIVA-Übersicht zu Filmen von und mit Frauen, den Filmen aus Israel, natürlich dem Teddy-Award, dem Cinema For Peace 2013 und zur Hommage und Goldenem Ehrenbär an Claude Lanzmann



Eröffnungsfilm des Wettbewerbs ist "THE GRANDMASTER" (Hongkong/China 2013) des diesjährigen Jurypräsidenten Wong Kar Wai.
Der epische Martial-Arts-Film spielt vor dem Hintergrund der Turbulenzen im China der 1930er Jahre. Krieg, Familie, Rache, Begehren, Erinnern und Liebe bestimmen die Handlung.
Der chinesische Regisseur Wong Kar Wai, vor allem bekannt für seine melancholischen Werke (u.a. "In The Mood For Love"), schlägt hier andere Töne an, ohne seinen charakteristischen Stil zu verlieren. Die charismatische Hauptdarstellerin Ziyi Zhang fiel schon in ihre Filme "Tiger and Dragon" und "House of Flying Daggers" auf.

Berlinale 2013: Wettbewerb

19 der 24 Filme des offiziellen Programms konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären. Belgien, Bosnien und Herzegowina, Chile, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Hongkong/China, Iran, Kanada, Kasachstan, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Republik Korea, Rumänien, Russische Föderation, Schweiz, Slowenien, Spanien, Südafrika, Schweiz und USA sind im Wettbewerbsprogramm vertreten.
Die Preisverleihung findet am 16. Februar 2013 im Berlinale Palast statt. Als Abschlussfilm wird die/der GewinnerIn des Goldenen Bären gezeigt.
Die Mitglieder der Internationalen Jury sind, neben dem Jurypräsidenten Wong Kar Wai, Susanne Bier (Dänemark), Andreas Dresen (Deutschland), Ellen Kuras (USA), Shirin Neshat (Iran), Tim Robbins (USA) und Athina Rachel Tsangari (Griechenland).

Israel auf der Berlinale 2013

Aus Israel sind die folgenden Filme im Festivalprogramm vertreten:

"Youth", Regie: Tom Shoval, Israel/Deutschland, (Weltpremiere)
Mit: Eitan Cunio, David Cunio, MosheIvgy, Gita Amely, Shirili Deshe
Der Film erzählt die Geschichte der beiden Brüder Yaki und Shaul. Die Teenager verbindet eine sehr starke, fast telepathische Verbindung. Als die Familie unter einer Schuldenlast fast auseinanderzubrechen droht, beschließen sie etwas zu unternehmen. Aus hilflosen Teenagern werden schließlich erwachsene Männer.

"Rock the Casbah", Regie:Yariv Horowitz, Israel, Hebräisch/Arabisch, engl.UT (InternationalePremiere)
Mit: Yon Tumarkin, Roy Nik, Yotam Ishay, Rave Iftach,Khawla Alhaj Debsi
Frühsommer 1989 im Gaza-Streifen. Eine Kompanie junger israelischer Soldaten, fast noch Kinder, tritt ihren Dienst in dem besetzten Gebiet an.
Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der palästinensischen Bevölkerung und Iliya, einer der Soldaten, stirbt durch den Aufprall einer Waschmaschine, die vom Dach eines Wohnhauses auf ihn gestürzt wird. Der Täter entkommt. Um ihn zu entdecken, werden die Soldaten auf dem Dach des Hauses stationiert.
Ein Liegestuhl wird aufgestellt, aus dem Kofferradio erklingt Rockmusik, ein Straßenhund leistet ihnen Gesellschaft. Doch als der Vater des getöteten Iliya sie besucht, begreifen sie, dass hier jeder seine Unschuld verlieren wird...
Yariv Horowitz fragt in dem auf wenige Tage verdichteten Film nach Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konflikts auf die Psyche der Beteiligten.

"Dina and Noel", Regie: Sivan Levy, Natalie Melamed, Israel (Weltpremiere)
Ein alter Mann liegt im Sterben. Der Pfleger Noel wacht ruhig an seiner Seite. Dina, die Enkelin des Alten, kommt dazu. Sie trägt ein Tierkostüm, holt etwas aus dem Kühlschrank und geht wieder, um sich mit Freunden zu amüsieren. Als sie spät in der Nacht zurückkommt, ist der Großvater tot. Liebevoll streicheln Dina und Noel seine Hände, kämmen sein Haar, decken ihn zu, rauchen eine Zigarette, tauschen ein Lachen aus und gehen hinaus in die nächtliche Stadt. Laute Elektromusik empfängt sie im Club. Mit der aufgehenden Sonne erfolgt der reinigende Sprung ins klare Wasser des Meeres. Eine Nacht des Abschieds, die auch ein Anfang ist. Ungewöhnlich in seinen filmischen Mitteln, transportiert der Film das Lebensgefühl junger Menschen in Israel.

"Beshivhey Hayom" (In Praise of the Day), Oren Adaf, Israel 2012, Hebräisch, 20 min. (Weltpremiere)
Freitagnachmittag in einem Park in Jerusalem. Der Sabbat steht vor der Tür, die letzten Vorbereitungen werden getätigt und es ist fast menschenleer, von der Cruiser-Szene abgesehen. Ein junger Mann, Oren, muss telefonieren, doch er hat kein Handy dabei. Er spricht einen vorbeilaufenden Geistlichen an, ist sich aber nicht sicher, ob dieser ihn überhaupt versteht. Aber der will ohnehin etwas anderes. Oren lässt es zu, zwischen Neugier und Angst, Lust und Gefahr. Dann taucht sein Geliebter auf, der Mann, den er wirklich will. Die beiden gehen in dessen Wohnung. Oren versucht wieder, ein Telefonat zu führen, diesmal mit Erfolg. Die Hingabe an den Moment wird von seinem Anruf verzögert, aber nicht aufgehalten.

Art/ Violence, DOK (WP)
Von Udi Aloni, Batoul Taleb, Mariam Abu Khaled (USA)
, 75´, ProRes, Arabisch/Englisch/Hebräisch, engl.UT
Am 4. April 2011 wurde der palästinensisch-jüdische Schauspieler, Regisseur und Friedensaktivist Juliano Mer-Khamis ermordet. Er war der Vater des Freedom Theatres, das er im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin im Westjordanland gründete. Gemeinsam mit dem Regisseur Udi Aloni lassen sich drei junge palästinensische Schauspielerinnen von Helden der Weltliteratur inspirieren, um Julianos Weg zu folgen: Mariam Abu Khaled bringt für eine Vorstellung von "Alice im Wunderland" palästinensische Kinder von beiden Seiten der Mauer zusammen. Udi Aloni verwandelt in seiner Adaption von "Warten auf Godot" die Trauer um den Freund in einen Trauma-Loop. Die Schauspielerin Batoul Taleb erforscht für sich den Stellenwert von Freundschaft. Und Julianos Tochter Milay schließlich erkundet in "Antigone" das Rätsel männlicher Ehrgefühle und Gewaltbereitschaft.

State 194, DOK
von Dan Setton (USA/ Israel)
, 98´, HDCAM, Englisch/Hebräisch/Arabisch, engl. UT
mit Yoram Millo, Daniel J. Chalfen, Ariel Setton, Margaret Yen
Die palästinensische Autonomiebehörde beantragt im Herbst 2011 die Anerkennung in der Organisation der Vereinten Nationen als 194. Staat. Im Juli 2011 trifft sich der UN-Sicherheitsrat, um den Antrag der Palästinenser zu diskutieren. Die Regisseure, denen auf palästinensischer wie israelischer Seite exklusiven Zugang zu den Zirkeln der Macht gewährt wurde, beobachteten während der zweijährigen Dreharbeiten die wichtigsten politischen AkteurInnen: AktivistInnen und LobbyistInnen auf israelischer, palästinensischer und amerikanischer Seite, die sich für eine Lösung ohne Gewalt einsetzen.

"Damaged Goods", Regie: Aya Somech, Transfax Film Productions, Israel

Filme von und/oder über Frauen

Fifi az khoshhali zooze mikeshad (Fifi is Howling from Happiness), DOK (WP)
von Mitra Farahani (USA)
, 96´, DVD, Farsi, engl.UT
Bahman Mohassess war zur Zeit des Schahs ein bekannter Künstler. In Italien ausgebildet, schuf er in seiner Heimat Skulpturen und Bilder. Seine meist nackten Bronzefiguren mit deutlich betonten Phalli erregten Anstoß, und seine Werke wurden vielfach zensiert. Nach der Revolution verlor sich seine Spur, es hieß, er hätte seine restlichen Bilder selbst zerstört. Mitra Farahani, die ihre Karriere als Malerin begann, findet Mohassess in einem Hotel bei Rom. Ihr Interesse an seinem Leben schmeichelt dem alten Mann, der jedoch klare Vorstellungen davon hat, wie seine Worte und sein Leben illustriert werden sollen. Sein unerschütterlicher Humor ist ansteckend, sein kritischer Geist fasziniert. Fast beiläufig werden seine Ansichten zu Kunst und Homosexualität zum Thema. Farahani will Mohassess bei der bildnerischen Arbeit filmen und findet zwei junge iranische Sammler, die bei ihm ein neues Werk in Auftrag geben.

EXPOSED, USA 2013
Regie: Beth B
, DarstellerInnen: World Famous *Bob*, Rose Wood, Julie Atlas, Muz, Mat Fraser, Bunny Love, Dirty Martini, Bambi the Mermaid, James Habacker, Tigger!
Die Underground-Künstlerin Beth B, deren frühere Arbeiten bereits um Themen wie sexuelle Repression und das Sprengen normativer Grenzen kreisten, gibt Einblick in die New Yorker Neo-Burlesque-Szene. Hier wird meist auf den männlichen Blick ausgerichtete Striptease neu gestaltet, Geschlechterklischees auf hintersinnige und teils schockierende Weise hinterfragt. Geburtsort dieser Ende der Neunzigerjahre entstandenen Szene ist der Slipper Room, einer der wenigen übrig gebliebenen subversiven Veranstaltungsorte der Lower East Side. In einer Mischung aus Archivmaterial von Live-Performances und intimen Backstage-Interviews entsteht eine Welt, in der die Lust am Zurschaustellen des (nicht perfekten) Körpers, die sexuelle Diversität und das Überschreiten jeglicher Grenzen gefeiert und der Geschlechternormativität der Kampf angesagt wird.

Deshora (Belated) – Argentinien/Kolumbien/Norwegen
Von Barbara Sarasola-Day

Mit Luís Ziembrowski, Alejandro Buitrago, María Ucedo

Habi, la extranjera (Habi, the Foreigner) - Argentinien/Brasilien
Von María Florencia Alvarez

Mit Martina Juncadella, Martín Slipak, María Luisa Mendonça

Tanta Agua (So Much Water) – Uruguay/Mexiko/Niederlande/Deutschland
Von Ana Guevara Pose, Leticia Jorge Romero

Mit Malú Chouza, Néstor Guzzini, Joaquín Castiglioni

Grzeli nateli dgeebi (In Bloom) - Georgien/Deutschland
Regie: Nana Ekvtimishvili, Simon Groß
, Mit Lika Babluani, Mariam Bokeria
Georgien/Deutschland/Frankreich 2013, 102 min, Georgisch mit engl. UT – WP
Tiflis 1992: Während die neu gewonnene Unabhängigkeit und der Bürgerkrieg in Abchasien die Stimmung im Land dominieren, geht für Eka und Natia die Kindheit zu Ende. Inmitten der unruhigen Verhältnisse müssen sie sich und ihre Freundschaft behaupten.

I aionia epistrofi tou Antoni Paraskeua (The Eternal Return of Antonis Paraskevas) - Griechenland
Von Elina Psykou

Mit Christos Stergioglou, Syllas Tzoumerkas, Theodora Tzimou

La Plaga (The Plague) - Spanien
Von Neus Ballús
Mit Raül Molist, Maria Ros, Rosemarie Abella, Iurie Timbur, Maribel Martí

Zwei Mütter (Two Mothers) - Deutschland
Von Anne Zohra Berrached
Mit Karina Plachetka, Sabine Wolf

MARUSSIA - Russian Federation
By Eva Pervolovici
With Dinara Drukarova, Marie-Isabelle Shteynman, Dounia Sichov

Princesas Rojas (Red Princesses) - Costa Rica/Venezuela
By Laura Astorga Carrera

With Valeria Conejo, Aura Dinarte, Fernando Bolaños, Carol Sanab

The Rocket - Australia
By Kim Mordaunt
With Sitthiphon Disamoe, Loungnam Kaosainam, Thep Phongam

Hayatboyu (WP)
von Asli Özge (Deutschland)
, 102´, DCP, Türkisch, engl.UT
mit Defne Halman, Hakan Cimenser
Nisantasi, ein nobler Stadtteil von Istanbul. Hier leben Ela, eine Künstlerin, die ihre schöpferischste Zeit hinter sich hat und ihr Mann, der Architekt Can. Ihre Tochter Nil studiert in Ankara. Ela wird Zeugin eines Telefongesprächs ihres Mannes, das auf die Existenz einer Geliebten hinweist. Wie wird sich Ela verhalten? Stellt sie Can zur Rede? Oder wird sie sich bemühen, ihre Ehe fortzuführen, als wisse sie von nichts?
Regisseurin Asli Özge skizziert die Geschichte einer verlorenen Liebe in entsättigten Farben und in Räumen, deren modische Kühle die dahinter verborgene Leere erst recht zur Geltung bringt. Im dichten Geflecht aus Lüge, Distanziertheit und Einsamkeit gefangen, stehen die Hauptfiguren für eine bürgerliche Mittelschicht, die beruflich alles erreicht, aber menschlich vieles eingebüßt hat.

Naked Opera, DOK (WP)
von Angela Christlieb
(Luxemburg/Deutschland), 85´, Blue Ray
Marc ist ein wohlhabender Mann, der unheilbar krank ist. Neben seinem Dasein als Personalchef in Luxemburg lebt er gemeinsam mit jungen "Begleitern" ein ausschweifendes Leben in den Luxushotels diverser Städte. Der Film folgt Marc auf seinen Reisen, zeigt ihn bei Arztbesuchen und lässt ihn von seiner Lebensphilosophie erzählen, die auf Macht, Geld und die Kontrolle über sich und andere beruht. Sein Leben gerät ins Schwanken, als er sich in einen Pornodarsteller verliebt und ihm in dessen Welt des Berliner "HustlaBalls" folgt. Mit Sinn für das Skurrile zeichnet Angela Christlieb das intime Portrait einer Person, die trotz oder gerade wegen ihrer Gegensätze liebenswert und verletzlich erscheint.

Deshora (WP)
von Barbara Sarasola-Day
(Argentinien/Kolumbien/Norwegen), 100´ DVD, Spanisch, engl.UT
mit Luis Ziembrowski, Alejandro Buitrago, Maria Ucedo
Fern der Großstadt, im Gebirgsdschungel des Nordwestens von Argentinien, leben Ernesto und Helena. Die beiden wollen Kinder, doch ihre Leidenschaft ist verblasst. Als Helenas Cousin Joaquin zu ihnen kommt, der gerade einen Drogenentzug hinter sich hat, entsteht eine Dynamik, die niemand kontrollieren kann. Helena lässt nicht zu, dass Joaquin sich ihr nähert, doch sie entwickelt Sehnsucht nach seiner Körperlichkeit. Joaquin wiederum erkundet mit Ernesto den Alltag in der Wildnis. Dabei kommen sie sich näher als sie wahrhaben wollen. Alle verleugnen sie ihre Gefühle und die körperliche Anziehung, die sie füreinander empfinden. Das nicht gelebte Begehren sucht sich jedoch seine unberechenbaren Wege.

Concussion
von Stacie Passon (USA)
, 93´, HDCAM, Englisch
mit Robin Weigert, Maggie Siff, Emily Kinney, Daniel London, Ben Schenkman
Abby ist 42, verheiratet, gut situiert, lesbisch, hat mit ihrer Frau zwei Kinder – ein echtes Familienidyll. Nachdem sie beim Spielen mit ihren Kindern durch einen Baseball am Kopf verletzt wird, kommt das Arrangement aus Gym, Schule, Familie und Haushalt ins Wanken: "I don´t want this!" so ihr verzweifeltes Mantra schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie beginnt ein Renovierungsprojekt in der nahen Großstadt, und verlässt schließlich nicht nur den aufgeräumten Vorort, sondern auch den vorgezeichneten Weg: Nachdem sie zweimal mit Prostituierten Sex gehabt hat, beginnt sie selbst für die vermutlich unwahrscheinlichste Zuhälterin der Filmgeschichte zu arbeiten, nur für Frauen. New New Queer Cinema: die Frauen werden älter, die Themen erwachsener. Stacie Passons erster langer Spielfilm wurde von Rose Troche produziert, der Regisseurin von GO FISH, einem lesbischen Klassikers des New Queer Cinema und Teddy-Gewinner 1994.

Lovelace
von Rob Epstein, Jeffrey Friedmann (USA)
, 93´ DCP, Englisch
mit Amanda Seyfried, Peter Sarsgaard, Sharon Stone, Robert Patrick, JunoTemple
1972 schlug der Film DEEP THROAT in den Mainstream ein und veränderte diesen entscheidend - lange vor dem Internet und Pornografisierung der Gesellschaft. Die bis dahin unbekannte Linda Lovelace, die für die Rolle nur 1.250 Dollar erhielt, wurde zum Mediendarling und zum Postergirl für die sexuelle Revolution. Für die in einer streng religiösen Familie aufgewachsene Linda beginnt ein Leben auf der Überholspur. Der Film von den beiden Oscar-Preisträgern Rob Epstein und Jeffrey Friedman behandelt die Themen Porno-Business, Drogen, Ausbeutung, Gewalt, Sex und Verrat und zeigt die Entdeckung, den Aufstieg und den Fall eines Pornostars - und schließlich die Wandlung der Protagonistin zur Anti-Porno-Aktivistin.

Born This Way, DOK (WP)
von Shaun Kadlec, Deb Tullmann (USA)
, 82´, ProRes, Französisch/Englisch, engl.UT
Zwei junge schwule Männer schwärmen für Rihanna und Lady Gaga, die mit ihrem Hit BORN THIS WAY zur Schwulenikone wurde. Doch in ihrer Heimat Kamerun, wo gleichgeschlechtlicher Sex mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft wird, ist ein Outing nahezu unmöglich. Von diesen Unmöglichkeiten aber auch den Möglichkeiten berichtet der Film. Die unaufdringliche Nähe der FilmemacherInnen zu ihren ProtagonistInnen ermöglichte Interviews, in denen die Befragten von ihrem Wunsch nach Liebe erzählen, diese aber nicht leben können. Die Richterin und Menschenrechtlerin Alice Nkom kämpft für die Rechte Schwuler und Lesben. Mit ihr treten die leisen Hoffnungen und kleinen Nischen hervor, in denen die Ahnung von einem Leben aufscheint, das nicht auf Selbstverleugnung aufgebaut ist.

Salma, DOK (WP)
von Kim Longinotto (Großbritannien)
, 90´, HDCAM, Tamilisch, engl.UT
Im tamilischen Südindien, in den Dörfern der muslimischen Minderheit, werden Mädchen ab der Pubertät bis zu ihrer Hochzeit weggesperrt. Mit 13 Jahren traf auch Salma dieses Schicksal. Der arrangierten Ehe widersetzte sie sich neun Jahre lang, in denen sie in einem kargen Zimmer eingeschlossen blieb. Auch als sie der Hochzeit mit Malik, einem lokalen Politiker, zustimmt, bleibt sie eine Gefangene im Haus ihres Mannes. Salma liest die Zeitungsseiten, in denen das Gemüse verkauft wird und schreibt heimlich Gedichte, die sie mit Hilfe ihrer Mutter an einen Verleger schmuggelt. Als ihre Lyrik veröffentlicht wird, ändert sich ihr Leben radikal und mit Hilfe des Verlegers reist sie zum ersten Mal nach Chennai. Als bekannte Dichterin bewirbt sie sich um politische Ämter und sie inspiriert ihre Schwestern und andere Frauen mit ihrem Freiheitsstreben. Kim Longinotto, zuletzt 2001 mit GAEA GIRLS im Panorama, filmt starke Frauen, die jede für sich die Welt verändern.

Reaching for the moon (WP)
von Bruno Barreto (Brasilien), 116´, DCP, Engl./Portugiesisch, engl.UT
mit Miranda Otto, Gloria Pires, Tracy Middendorf
1951 sucht die New Yorker Dichterin Elizabeth Bishop neue Inspiration für ihre Lyrik. Sie reist nach Rio de Janeiro und besucht dort ihre Studienfreundin Mary. Die schüchterne Elizabeth ist das ganze Gegenteil von Marys sinnlicher Lebensgefährtin, der Architektin Lota de Macedo Soares. Deren anfängliche Ablehnung schlägt bald in offene Avancen um. Als sich Elizabeths geplante Abreise verzögert, gibt sie Lotas Drängen nach. Mary ist eifersüchtig, doch Lota will um jeden Preis beide Frauen. Die Ménage à trois gerät aus dem Gleichgewicht, als Lota ihr größtes Werk beginnt, die Gestaltung des Parque do Flamengo in Rio. Die Dreiecksgeschichte, befeuert durch einen zerstörerischen Alkoholkonsum, entspinnt sich vor dem Hintergrund des Militärputsches 1964. Bishops berührende Gedichte stehen im Zentrum, die so wichtige Phase im Leben der einflussreichen Lyrikerin und Pulitzer-Preis-Trägerin wird opulent illustriert.

W imię... (In the Name of)
Von Małgośka Szumowska
(Leben in mir, 33 Szenen aus dem Leben, Elles), Polen
Mit Andrzej Chyra, Mateusz Kościukiewicz

Layla Fourie von Pia Marais, Deutschland/Südafrika/Frankreich/Niederlande
Von Pia Marais (Die Unerzogenen, Im Alter von Ellen)
Mit Rayna Campbell, August Diehl, Rapule Hendricks

Camille Claudel 1915
Frankreich
Von Bruno Dumont (Das Leben Jesu, Humanität, Flandern)
Mit Juliette Binoche, Jean-Luc Vincent

Elle s´en va (On my Way)
Frankreich
Von Emmanuelle Bercot
(Clément, Backstage, Les infidèles)
Mit Catherine Deneuve

Sto lyko (To the Wolf)
Regie: Christina Koutsospyrou, Aran Hughes
, D: Giorgos Katsaros, Spiridoula Katsarou, Adam Paxnis, Griechenland/Frankreich 2013, 74 min, Griechisch mit engl. UT
In einem abgelegenen Dorf in den griechischen Bergen ringen die alten Schäfer um ihre Existenz. In eindrucksvollen Bildern der kargen, ständig bewölkten Landschaft erkundet dieses mit LaiendarstellerInnen besetzte Drama die Misere des ländlichen Alltags.

Kujira no machi (The Town of Whales)
Regie: Keiko Tsuruoka
, D: Momoko Tobita, Sui Katano, Sakiko Yamaguchi
Japan 2012, 70 min, Japanisch mit engl. UT
Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder fährt die Schülerin Machi mit einer Kommilitonin und einem Kommilitonen nach Tokyo. Zwischen Hotel, Museum und den nächtlichen Straßen bahnt sich eine leise, zärtlich beobachtete Dreiecksgeschichte an.

WHEN I SAW YOU
Von Annemarie Jacir
Die junge und viel beachtete Regisseurin schließt an ihr Spielfilmdebut SALT OF THIS SEA an, der als erster von einer palästinensischen Frau inszenierter Spielfilm gilt.
Angesiedelt während des Sechstagekriegs von 1967 und erzählt aus der Perspektive des 11-jährigen Tarek fängt der Film die mutige, doch stets heitere Reise palästinensischer Flüchtlinge ein.

TANTA AGUA (So Much Water)
Das Spielfilmdebut der beiden Regisseurinnen Ana Guevara und Leticia Jorge

Die Filmemacherinnen aus Uruguay arbeiten seit 2004 als Autorinnen und Regisseurinnen zusammen. Ihre Kurzfilme EL CUARTO DEL FONDO und CORREDORES DE VERANO wurden auf internationalen Filmfestivals aufgeführt. Mit diesem Film gelingt den Regisseurinnen ein berührendes Generationenporträt mit liebevollem Blick und lakonischem Unterton.

GOLD – DU KANNST MEHR ALS DU DENKST erzählt die Lebensgeschichten dreier SpitzensportlerInnen: Henry Wanyoike, blinder Marathonläufer aus Kenia, Kirsten Bruhn, querschnittgelähmte Schwimmerin aus Deutschland, und Kurt Fearnley, australischer Rennrollstuhlfahrer.
Über ein Jahr hat das Filmteam um Michael Hammon die Drei begleitet, sie beim Training beobachtet, aber auch einen tiefen Einblick in ihr privates Leben gewonnen.
Denn auch im Alltag leisten sie Großes, setzen sich immer wieder für ihre Mitmenschen ein, zeigen, dass in jedem von uns etwas Außergewöhnliches und Wertvolles steckt.
Der Film erreicht in London bei den Paralympics 2012 seinen Höhepunkt. Die ganze Stadt feiert die aus aller Welt angereisten AthletInnen.

DIE 727 TAGE OHNE KARAMO (The 727 Days Without Karamo)
Regie: (Anja Salomonowitz
(Kurz davor ist es passiert/It happend just before)
Österreich 2013, 80 min, Deutsch mit engl. UT
In vorwiegend in Gelbtönen gehaltenem Ambiente, und durch Geräusch-Collagen und fiktionalisierende Musik weiter stilisiert, beschäftigt sich dieser politische Dokumentarfilm mit der komplizierten, vom Staat stark reglementierten Lebensrealität binationaler Paare im Konflikt mit einer menschenfeindlichen Bürokratie.

TERRA DE NINGUÉM (No Man´s Land)
Regie: Salomé Lamas

Portugal 2012, 72 min, Portugiesisch mit engl. UT
In einem minimalistischen Setting gibt ein ehemaliger Söldner Auskunft über seine Gräueltaten. Seine durchnummerierten Aussagen liefern einen verstörenden Einblick in die postkoloniale Weltordnung, wobei Fakten und Fiktion, Erinnerungen und Fantasien, Bekenntnis und Selbstinszenierung ineinander übergehen

ELELWANI
Regie: Ntshavheni Wa Luruli
, D: Florence Masebe, Ashifashabba Muleya, Vusi Kunene
Südafrika 2012, 103 min, Tshivenda mit engl. UT
Nach dem Studium im Ausland kehrt eine junge Frau in ihre Heimat zurück, wo sie mit dem Dorfoberhaupt verheiratet werden soll. Zunächst widerwillig, lässt sie sich schließlich auf die komplexen und von Mythen bestimmten Machtverhältnisse der Gemeinschaft ein.

ZA MARKSA... (For Marx)
Regie: Svetlana Baskova
, D: Sergey Pakhomov, Vladimir Epifantsev, Victor Sergachev, Lavrenty Svetlichny, Aleksandr Kovalev
Russland 2012, 100 min, Russisch mit engl. UT
Verheerende Arbeitsbedingungen in einer Metallfabrik führen zu einer Gewerkschaftsgründung, die gewaltsam unterbunden wird. Eine groteske Erzählung über das gegenwärtige Verhältnis zwischen der machtbesessenen Elite und der Arbeiterschicht im heutigen Russland.

Hommage und Goldener Ehrenbär für Claude Lanzmann

"Claude Lanzmann ist einer der großen Dokumentaristen. In seiner Darstellung von Unmenschlichkeit und Gewalt, von Antisemitismus und seinen Folgen hat er eine neue filmische wie ethische Auseinandersetzung geschaffen. Wir fühlen uns geehrt, ihn ehren zu dürfen", sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Claude Lanzmanns neuneinhalbstündiger Dokumentarfilm über den Völkermord an den europäischen Juden Shoah (1985) ist als Meisterwerk in die Filmgeschichte eingegangen. Die Vorbereitungen und Filmarbeiten dauerten zwölf Jahre. Lanzmann zeigt in diesem Werk ausschließlich Interviews mit Überlebenden und ZeitzeugInnen der Shoah, darunter auch TäterInnen und sucht die Orte der Vernichtung auf.

Lanzmann, 1925 in Paris geboren, kämpfte in der Résistance, studierte in Frankreich und Deutschland Philosophie und hatte 1948/49 eine Dozentur an der Freien Universität Berlin inne.
Seine Auseinandersetzung mit der Shoah, dem Antisemitismus und den politischen Freiheitskämpfen durchziehen sein filmisches wie journalistisches Schaffen.
Lanzmann ist bis heute Herausgeber der von Jean-Paul Sartre begründeten Zeitschrift "Les Temps Modernes".
1972 entstand seine erste filmische Arbeit, die Dokumentation Pourquoi Israël (Warum Israel, Frankreich 1973), in der er die Notwendigkeit der Staatsgründung Israels darstellt. In dem Film Tsahal, der 1995 im Berlinale-Forum lief, porträtiert er Frauen und Männer, die in der israelischen Armee dienen. Sobibor, 14 octobre 1943, 16 heures (Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr, Frankreich 2001) über den Aufstand im Vernichtungslager Sobibor in Polen wurde 2002 ebenfalls im Berlinale-Forum vorgestellt.

Im Rahmen der Hommage an Claude Lanzmann wird sein Gesamtwerk bei den 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentiert. Verbunden mit der Hommage ist die Erstaufführung der restaurierten und digitalisierten Fassung von Shoah.
Filme der Hommage:
Pourquoi Israël (Warum Israel, Frankreich 1973)
Shoah (Frankreich 1985)
Tsahal (Frankreich/Deutschland 1994)
Un vivant qui passe (Ein Lebender geht vorbei, Frankreich 1997)
Sobibor, 14 octobre 1943, 16 heures (Sobibor, 14. Oktober, 16 Uhr, Frankreich 2001)
Le rapport Karski (Der Karski-Bericht, Frankreich 2010)


Ausführliche Informationen zum Gesamtprogramm unter:

www.berlinale.de

Cinema For Peace 2013

In diesem Jahr werden bei der Gala am 9. Februar im Waldorf Astoria Hotel Schauspielerin Veronica Ferres, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch und die Holocaust-Überlebende Marga Spiegel mit Ehrenpreisen für ihr Engagement gegen Antisemitismus ausgezeichnet.
Mehr Infos unter: www.cinemaforpeace.com

TEDDYS

Insgesamt 48 Filme aus allen Sektionen der Berlinale beschäftigen sich mit queeren Themen – ein Rekord für den diesjährigen TEDDY AWARD. Der queere Preis der Berliner Filmfestspiele wird in diesem Jahr zum 26. Mal vergeben.

Die neunköpfige Jury verleiht in einer glanzvollen Zeremonie mit vielen KünstlerInnen am 15.2. die TEDDY AWARDs in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm. Die Jurymitglieder kommen von queeren Filmfestivals aus der ganzen Welt. Die Pekingerin Yang Yang gründet gerade das erste Frauenfilmfestival Chinas. Aus Brasilien wird João Federici teilnehmen, der Vizepräsident der Associacao Cultural Mix Brasil. Shannon Kelly aus Los Angeles ist Mitglied des Komitees des Outfest Legacy Project for LGBT Film Preservation. Miss Gay Soweto produzierte Nhlanhla Ndaba aus Südafrika, er organisierte auch die KünstlerInnenauswahl für das schwul-lesbische Filmfestival in seinem Land.

Bilge Taş ist Mitgründerin des Pink Life QueerFests in Ankara. Das einzige queere Filmevent auf Sizilien leitet der Filmhistoriker und Kritiker Alessandrao Rais. Aus der Slowakei kommt Monika Visniarova, sie kümmert sich – unter anderem – um queere Filme beim Internationalen Filmfestival in Prag und ist für das Programm des Filmovy Festival inakosti/Slovak Queer Film Festival verantwortlich. Der Spanier Joako Ezpeleta organisiert das FIRE! International LGBT Film Mostra of Barcelona. Die Kanadierin Magali Simard kuratiert Filmprogramme und arbeitet für das Toronto Film Festival®.

Rund um die festliche Verleihung des TEDDY AWARDS am 15.2. in der Station Berlin gibt es zahlreiche Side Events:

Gefeiert wird die Verleihung der TEDDY AWARDs am 17. Februar mit Auftritten der Künstlerinnen Peaches und Marianne Rosenberg, dem Duo Stereo Total und weiteren illustren GästInnen. Im Anschluss an die Zeremonie gibt es im Late Night Special DJs und Dancefloor sowie Live-Auftritte auf der großen Bühne.

Beim Soirée Diversité, einem Gala-Dinner im Hotel ADLON Kempinski wird die/der diesjährige SPECIAL-TEDDY-AWARD-PreisträgerIn präsentiert und der erste HIV-Award der Berliner Aids-Hilfe an herausragende internationale Persönlichkeiten vergeben.

Schwerpunktthema des diesjährigen TEDDY AWARD ist "Queer Icons! Wir eröffnen unser queeres Familienalbum". Gefeiert werden Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transvestiten, die closet-queens und die ganz großen Queers, von Valeska Gert bis Divine, von Tom of Finland bis James Baldwin, von Mishima bis Mapplethorpe. Jean Marais wird zum 100. Geburtstag eine Hommage beim 27. TEDDY AWARD gewidmet.

Mehr Infos zum TEDDY AWARD unter:

www.teddyaward.tv




(Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle, Berlinale, Teddy)




Kultur Beitrag vom 07.02.2013 Sharon Adler 

   




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