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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.02.2013

Ausstellung in der Galerie Funke - Ágnes Lörincz: Modern Life, Galerie Funke, 2. März - 6. April 2013
Claudia Funke

Die erste Einzelausstellung in einer Berliner Galerie der 1959 in Rumänien geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin präsentiert Gemälde und Zeichnungen. Mit den Mitteln der Collage überträgt sie...



... Versatzstücke aus der Bilderwelt der Medien und Werbung, aus Modezeitschriften, Musikmagazinen und Reklametafeln als Zitate in ihre Malerei...

© Ágnes Lörincz, Am Meer, 2010, Öl und Stoff auf Leinwand, 135 x 185 cm


Diese gefundenen Motive kombiniert die Künstlerin, die bereits an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilnahm, mit der materiellen Präsenz von Dekostoffen, Tapetenmustern und Werbefahnen. Gemalte Figuration und abstrakte ornamentale Struktur vereinen sich in einem Bild. Satte, oft leuchtende Farben, die zeichnerische Linie, klare, schnell lesbare Gegenständlichkeit, Aussparungen, die den Bildgrund sichtbar werden lassen gehen eine Verbindung ein mit den Flächen der Stoffmuster, wobei sich Vorder- und Hintergrund, Gemaltes und Bedrucktes kaum voneinander unterscheiden lassen.

© Ágnes Lörincz, Erste Sonne, 2010, Öl auf Leinwand, 180 x 140 cm


Die verführerische Welt des Glamour und die Verheißungen des Konsums, die allgegenwärtigen Versprechungen von Schönheit und Sinnlichkeit, Erfolg und Ruhm werden im Werk der Künstlerin gebrochen durch die Wahl der Ausschnitte und beständige Fragmentierung. Lörincz sampelt die Bildmotive und versetzt sie in einen neuen Kontext. Mit Humor und Leichtigkeit distanziert sie die Inhalte der ursprünglichen Bildaussagen, indem sie diese überzeichnet und als Klischees entlarvt. Im Zusammenspiel mit den ornamentalen Mustern, die altmodisch bieder oder grell an das Design der 1960er und 1970er Jahre erinnern, schafft sie eine aktuelle Visualität des Camp.

Die Verwendung von Punktrastern und Stoffmustern im Werk von Ágnes Lörincz, die Anspielungen auf Konsumgüter und Berühmtheiten - von Claudia Schiffer bis zu Gianna Nannini - kann als Reminiszenz an die Pop Art und Künstler wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke und Alex Katz gelesen werden. Lörincz verweist auf ihre Wertschätzung der Kunst von Henri Matisse und Picasso. Wesentlich ist ihr eine kraftvolle, pure Malerei, die mit minimalen Mitteln - wozu auch Leerstellen und Auslassungen zählen - größtmöglicher Schnelligkeit und Lockerheit stoffliche Beschaffenheit darzustellen vermag.

Die Gemälde und Zeichnungen von Lörincz fungieren als Bühne, auf denen die Requisiten und Insignien der Warenwelt neu arrangiert und verhandelt werden. Das Theater des "Modern Life" wird re-inszeniert. Die Künstlerin erfasst ihre Figuren in Momenten der Bewegung. Allerdings bleibt der Zusammenhang, in dem sie agieren, in der Schwebe – denn es handelt sich um zeichenhafte Szenen und Posen. Lörincz, die künstlerisch ebenfalls im Genre des Films und der Fotografie arbeitet, überführt die Ästhetik des ´gefrorenen´ Augenblicks eines Filmstils und der Fotografie in das Medium der Malerei.

© Ágnes Lörincz, Not You, 2012, Öl, Acryl, Fotodruck auf Leinwand, 180 x 140 cm



Weitere Infos zur Künstlerin unter: www.agnes-loerincz.de


Die Ausstellung wird vom 2. März bis zum 6. April 2013 zu sehen sein.
Öffnungszeiten: Mittwoch 12-17 Uhr, Donnerstag/Freitag 12-18 Uhr, Samstag, 12-15 Uhr u. n. Vereinbarung.




Veranstaltungsort: Galerie Funke, Berlin
Willibald-Alexis-Straße 14
10965 Berlin
Weitere Infos unter:
www.galeriefunke.de



AVIVA-Berlin ist Medienpartnerin dieser Ausstellung.


(Copyright: Claudia Funke, Februar 2013)





Kultur Beitrag vom 23.02.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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