Mademoiselle Populaire - Ein Film von Régis Roinsard. Kinostart: 11. April 2013 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.04.2013

Mademoiselle Populaire - Ein Film von Régis Roinsard. Kinostart: 11. April 2013
Kristina Tencic

Nachdem uns der Oscar gekrönte "The Artist" in den Stummfilm entführt hat, bleibt das französische Kino dem Retrotrend verschrieben und versetzt uns mit dieser Romantikkomödie in die 1950er Jahre...



..., in denen Frauen wahrlich kein leichtes Los hatten – oder keinen einfachen Wettbewerb, wie es bei der jungen Provinzlerin Rose der Fall ist.

Sie hat einen Traum. Rose (Déborah François) will raus aus dem kleinen Kaufmannsladen ihres Vaters, raus aus dem kleinen Dorf, rein in die Groβstadt, und voll durchstarten mit einer Karriere als Sekretärin. Sie hat viel davon gehört, wie es so ist, als Assistentin eines wichtigen Mannes – frau geht viel auf Reisen, sieht die Welt und ist unentbehrlich für ihren Boss. Beim Bewerbungsgespräch im Versicherungsbüro stellt sich leider sehr schnell heraus, dass sie keine der Fähigkeiten mitbringt, die eine Bürohilfe aufweisen sollte, außer eine: Schnell tippen kann sie! Louis Echard (Romain Duris) ist beeindruckt von ihrer Tippgeschwindigkeit und stellt sie ein, jedoch, wie sich bald darauf herausstellen soll, mit einem eigennützigen Hintergedanken: Er möchte, dass sie für ihn beim Schreibmaschinenschnellschreibwettbewerb den Sieg einfährt, und dafür muss fleißig geübt werden. Ihre Tätigkeit als Sekretärin gerät ebenso schnell in den Schatten, wie für Rose auch bald der Wettbewerb in den Schatten und dafür ihr Chef und Trainer in ein schmeichelndes rosa Licht rückt.

Warme Farben, Dialoge aus einer anderen Zeit und bunte Mode sorgen bei "Mademoiselle Populaire" für einen 50ies Style, der jedoch leider auch an anderer Stelle zur Erscheinung tritt. Machistisches Gehabe, männliches Eigentumsdenken und der Püppchenlook begleiten den Plot ebenfalls. Und so könnte frau auf den ersten Blick denken, dass es sich hier lediglich um einen weiteren Film handelt, der das süße Blondchen als "Sex sells" Garantie auf die Kinoleinwand holt. Und zudem das Ganze noch in den 50er Jahren spielen lässt, um einen legitimen Kontext für ein Frauenbild und –beruf zu schaffen, der, gespielt in unserer Jetztzeit, wohl Empörung ausgelöst hätte – oder etwa nicht?

Eine Denkebene höher, und wenn frau sich vor Augen führt, dass es sich hier um eine Komödie handelt, tritt neben der männerdominierten Gesellschaft des Films noch etwas anderes zu Tage: So etwa tatsächlich der Kontext der 50er Jahre, in dem es sehr avantgardistisch für eine Frau war, einen Beruf auszuüben, der nichts mit der eigenen Familienstruktur zu tun hatte. Frau kann kritisieren, dass Rose ein den Mann anschmachtendes Mädchen darstellt. Andererseits muss aber auch die Selbstbestimmtheit beachtet werden, mit der sie ihren Angebeteten gewählt hat, was zu dieser Zeit nicht immer der Fall war.

Es scheint, als springt Regisseur Regis Roinsard mit seinem Erstlingswerk auf den Zug, der mit "The Artist" ins Rollen gebracht wurde, nämlich ein Film mit Patina und Charakter, der stets mit einem Augenzwinkern in vergangene Zeiten blickt. Festzustellen ist dies auch an der Besetzung, die neben der aus "The Artist" bekannten Bérénice Bejo auch den Kameramann Guillaume Schiffman erneut verpflichtete.

AVIVA-Tipp: "Mademoiselle Populaire" ist eine unbeschwerte und Laune machende Komödie, die aber auch Momente der Ernsthaftigkeit kennt. Die Sehnsucht nach femininen 50ies Schnitten, einem augenschmeichelnden Setting und einem handfesten lauten Schreibmaschinenanschlag, im Gegensatz zu unserem Touchscreengleiten, wird hier zweifelsohne befriedigt. Die romantische Ader auch. Der richtige Film für ein cineastisches Wohlfühlprogramm.

Zur Hauptdarstellerin: Déborah François ist eine aus Belgien stammende Schauspielerin. Bekannt ist sie vor allem für ihre Darbietungen in Das Mädchen, das die Seiten umblättert (2006) und C´est La Vie (2008). Für beide Filme wie auch für "Das Kind" (2006) erhielt sie einen Cesar als Beste Nachwuchsdarstellerin. 2009 wurde ihr der Romy-Schneider-Preis verliehen.

Zur Nebendarstellerin: Als Tochter des Regisseurs Miguel Bejo in Argentinien geboren, durchlief Bérénice Bejo schon sehr früh eine Schauspielkarriere und wurde bereits 2001 in ihrer Rolle für "Meilleur Espoir féminin" für einen César als Beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. Später spielte sie unter anderem an der Seite von Marie-France Pisier und Guillaume Depardieu in Comme un avion (2002) und Michel Serrault und Agnès Jaoui in 24 heures de la vie d´une femme (2003) von Laurent Bouhnik, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stefan Zweig 24 Stunden aus dem Leben einer Frau. Neben zahlreichen weiteren Rollen in TV-Serien, und Kinoproduktionen spielte Bérénice Bejo auch an der Seite von Gérard Dépardieu und wirkte in dem Film Ritter aus Leidenschaft mit. Ebenso wie in The Artist besetzte sie auch in dem ersten OSS 117-Film ihres Lebensgefährten neben Jean Dujardin die weibliche Hauptrolle.

Mademoiselle Populaire
Originaltitel: Populaire
Frankreich 2012
Regie und Drehbuch: Régis Roinsard
Darstellerinnen: Déborah François, Romain Duris, Bérénice Bejo, Mélanie Bernier, Miou-Miou u.a.
Spielzeit: 111 Minuten
FSK: keine Altersbeschränkung
Kinostart: 11.04.2013
Mehr Infos und der Trailer unter: mademoisellepopulaire.studiocanal.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Eine Dame in Paris" - Ein Film von Ilmar Raag. Kinostart: 18.04.2013


Kultur Beitrag vom 09.04.2013 Kristina Tencic 

   




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