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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 02.03.2012

Mommy Is Coming - ein Film von Cheryl Dunye
Anna Fleischer

In einer kuriosen Mischung aus Comedy, Großstadt-Märchen und Pornofilm inszeniert die vielfach preisgekrönte Regisseurin des queeren Independent-Kinos lesbischen Sex einmal anders: emanzipiert...



... und tabulos. Und mit einer guten Portion Humor.

Dass Dunye nicht vor gewagten, schwierigen Themen zurückschreckt, bewies sie schon 1996 mit ihrem Erstlingswerk "The Watermelone Woman". Der Film, in dem Dunye selbst die Hauptrolle spielte, setzt sich kritisch mit den Überbleibseln postkolonialer Rassismus-Strukturen auseinander und sorgte damals außerdem durch seine besonders freizügige Darstellung einer lesbischen Sex-Szene für Aufsehen.

Für die in Liberia geborene Filmemacherin bedeutet Kunst in erste Linie sichtbar machen was nicht gesehen werden will. Auf die Frage, wie sie mit den kritischen Pressebeiträgen für ihre Filme umgeht, antwortete sie 2010 in einem Interview mit dem Internet-Magazin lezgetreal.com: "You don´t have to like it but you have to accept it."

"Once upon a time in Berlin"

Der auf der diesjährigen Berlinale gezeigte und für den Teddy Award nominierte Film "Mommy Is Coming" erzählt die Geschichte von Dylan (Lil Harlow) und Claudia (Papí Coxxx). Anfangs noch als Paar, später dann aufgrund verschiedener Beziehungsvorstellungen getrennter Wege gehend, sammeln beide neue und ausgefallene sexuelle Erfahrungen in der queeren Clubszene Berlins. Der flippig-bluesige Soundtrack und die eingespielten Interviews mit den DarstellerInnen ermöglichen eine durchgehend lockerere und heitere Atmosphäre. Die überspitzten, recht ulkigen Dialoge verhelfen zu einer geglückten Parodie auf die herkömmliche Manier der Pornografie. Am Ende steht somit eine gelungene Mischung aus expliziter Darstellung lesbischer Sexualität und unterhaltsamer Komödie.

"I want fireworks! I want trumpets!"

"Mommy Is Coming" zeigt vor allem eins: Sex zwischen Frauen in all seiner Vielfältigkeit. Damit macht die Filmemacherin sichtbar, was immer noch weitgehend unsichtbar ist. Dunye bricht ein für allemal mit der tradierten Form der aneignenden Kraft des männlichen Blickes und spielt mit den Geschlechter-Rollen, balanciert sie geradezu auf der Oberfläche der Erotik entlang. Damit überwindet sie die stereotypen Bilder lesbischer Sexualität und schafft Neue, jenseits von Monogamie und Kuschelsex-Klischees.

Cheryl Dunye, studierte an der Mason Gross School of the Arts in New Jersey und an der Temple University Philadelphia, an der sie heute selbst am medienwissenschaftlichen Institut unterrichtet. Ihr feministisches Engagement wurde vielfach ausgezeichnet und ihre Filme liefen bereits auf Festivals in New York, London, Tokyo, Kapstadt, Amsterdam und Sydney, und erreichten damit internationales Ansehen.

AVIVA-Tipp: Dunye zitiert vergnügt die Vielfalt lesbischer Liebe und bricht durchaus mit dem einen oder anderen Tabu. Der Film punktet vor allem durch seinen Humor. "Mommy Is Coming" macht Spaß und zeigt Sexualität zwischen Frauen auch mal anders: Laut, wild und selbstbestimmt.

Mommy Is Coming
D 2012
Regie: Cheryl Dunye
Drehbuch: Sarah Schulman, Cheryl Dunye
Produktion: Jürgen Brüning, Cheryl Dunye, Claus Matthes
DarstellerInnen: Lil Harlow, Papí Coxxx, Maggie Tapert, Wieland Speck, Océan LeRoy, Stefan Kuschner, Cheryl Dunye, Jiz Lee, Judy Minx, Max, Carrie Gray, AlexAndros Zotos, Sadie Lune, Mad Kate, Kay, Pau Pappel, dj Metzgerei
Länge: 65 Min.
FSK-Freigabe: noch nicht beantragt

Kinostart:8. März 2012
Kinos (in Berlin): Moviemento und Xenon

www.mommyiscoming.com

www.facebook.com/pages/Mommy-is-Coming

Weiterlesen im Netz:

Biografie und Infos zu Cheryl Dunye auf ihrer Seite: www.cheryldunye.com

www.gmfilms.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Hannah Fee" und "The Owls" von Cheryl Dunye

Schwarzes Lesbisches Kino



Kultur Beitrag vom 02.03.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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