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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.07.2013

Zwei Mütter - Ein dokumentarischer Spielfilm von Anne Zohra Berrached. Ab 25. Juni 2013 auf DVD
Veronika Siegl

Ein Erzeuger ja, ein Vater nein. Das ist der Deal, den Katja und Isabella beschließen, die mithilfe einer Samenspende Eltern werden wollen. Doch das verwirrende Dickicht diskriminierender ...



... Gesetze und zahlreicher Hindernisse droht einen Keil zwischen die beiden zu treiben.

Do it yourself

Der Wunsch, "zu zweit" ein Kind zu bekommen, gestaltet sich für das lesbische Paar – seit mehreren Jahren verpartnert – schwieriger als gedacht. Nach unzähligen Telefonaten und einigen kostspieligen, aber erfolglosen und emotional aufreibenden Befruchtungsversuchen in einer Samenbank, nehmen die beiden Frauen – vor allem Isa, die die biologische Mutter sein möchte – das Projekt selbst in Hand. Sie kaufen sich ein "Inseminationsset" und begeben sich im Internet auf die Suche nach dem idealen Samenspender.

Schon bald zeigen sich jedoch erste Reibungsflächen zwischen den beiden Frauen. Für Isa wird das Thema Kind immer mehr zur Obsession, zum Dreh- und Angelpunkt der Beziehung. Als Katja realisiert, wie weit ihre Frau für den Kinderwunsch gehen würde, kulminiert die Anspannung der letzten Wochen in einem heftigen Streit. Sie sieht die gemeinsame Abmachung gefährdet und sich selbst als drittes Rad am Wagen: "Du bist die Mutter und dann kommt ein zweiter dazu, das ist der Vater. Und was bin ich dann?"

Doch Isa treibt die Suche voran und Katja zieht zögerlich mit. In Fastfood-Ketten, Sushi-Bars und Restaurants treffen sich die zwei Frauen mit einer Vielzahl potentieller Väter (der Großteil eher unheimlich) bis sie auf den 31-jährigen "Go for Gold" stoßen, der in den letzten drei Jahren zwanzig Kinder gezeugt hat. Seine einzige Bedingung: Er will das Kind alle drei Monate sehen. Isa ist begeistert, Katja zu resigniert um zu widersprechen.

Realität und Fiktion

Das Drehbuch zu "Zwei Mütter" ist eine "Collage aus Recherche, Statistiken, Fakten und Prognosen, Wünschen und Wirklichkeiten", wie die Regisseurin im Interview mit dem Blog Regenbogenfamilien NRW erzählt. Von der Idee bis zum Film habe es drei Jahre gedauert, in denen sie recherchierte und sich mit vier Frauenpaaren mit Kindern traf, um deren Geschichte zu dokumentieren.

Neben der persönlichen Herausforderung stellte sich für die Frauen die uneinheitliche deutsche Gesetzgebung in Bezug auf künstliche Befruchtung als große Schwierigkeit dar, da diese von Bundesland zu Bundesland variiert. In ganz Deutschland gibt es außerdem nur rund fünf Samenbanken bzw. Praxen lesbischen Paaren die Türen öffnen und viele – aus Angst später mit Unterhaltsklagen konfrontiert zu werden – ein sehr hohes Einkommen voraussetzen (im Film: 3.500 Euro netto pro Partnerin). Hinzu kommt, dass die Erfolgsquote bei künstlicher Befruchtung extrem gering ist. "Sie geben Geld aus für eine Behandlung, die zu siebzig bis achtzig Prozent misslingt", werden Isa und Katja von einem Arzt gewarnt.

Das Thema Samenspende gewann im Februar 2013 durch ein wegweisendes Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts Hamm (NRW) an Öffentlichkeit, das der Klägerin – einem 21-jährigen "Spenderkind" – das Recht zusprach, die Identität ihres biologischen Vaters zu erfahren. Dies ist insofern überraschend, als die anonyme Samenspende in Deutschland bis 2007 erlaubt war. Befürchtet wird, dass es aufgrund der zahlreichen rechtlichen Unsicherheiten, die u.a. durch dieses Urteil aufgezeigt wurden, zu einer rasanten Verminderung von Samenspenden und zu größeren Hürden für alleinstehende und/oder lesbische Frauen kommt.

Aus der Not eine Tugend machen?

Da die Low-Budget-Produktion "Zwei Mütter" im Rahmen Berracheds Ausbildung an der Filmakademie Baden-Württemberg entstand, spielte das Thema Geld auch für viele filmische Entscheidungen eine wichtige Rolle. Worunter leider die Qualität leidet. Wie die Regisseurin gegenüber Regenbogenfamilien NRW erzählt, verzichtete das Filmteam auf "überflüssigem technischen Schnickschnack" (wie zum Beispiel Licht), setzte außer den beiden Protagonistinnen nur Laienschauspieler_innen ein – die sich alle selbst spielten – und improvisierten die Dialoge am Set. Dies sollte den Film "wirklichkeitsnah" erscheinen lassen, gibt den Interaktionen der Personen aber etwas Aufgesetztes.

AVIVA-Fazit: So interessant der Ansatz eines dokumentarischen Spielfilmes klingt, so wenig überzeugt er in diesem Fall. Die Laienschauspieler_innen wirken unsicher, die Dialoge oft hölzern und schwerfällig. Schade, denn eigentlich ist "Zwei Mütter" eine einfühlsame, gut recherchierte, wunderschön gefilmte Erkundung eines sensiblen und schwierigen Themas.

Zur Regisseurin: Anne Zohra Berrached, 1982 in Erfurt geboren, arbeitete zunächst als Dipl. Sozialpädagogin in Frankfurt a.M. und als Theaterpädagogin in London. Später war sie Regieassistentin am Hansatheater und am Ballhaus Ost in Berlin, machte ein Praktikum als Produktionsassistentin bei der Berliner Nachttaxe und realisierte schließlich ihren ersten Kurzfilm "Der Pausenclown". Seit 2009 studiert Anne Zohra Berrached Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihre fiktiven und dokumentarischen Kurzfilme werden auf Festivals im In- und Ausland präsentiert. "Zwei Mütter" ist ihr erster fiktionaler Langfilm.

Zur Schauspielerin: Sabine Wolf, 1971 in Villingen geboren, studierte an der Hochschule für Musik & Theater in Hamburg und dem Lee Strasberg Institute, New York, im Bereich Schauspiel. Es folgten Engagements an Theatern in Mainz, Detmold und Heilbronn. Seit 2001 arbeitet sie mit eigenen Texten, klassischen und modernen Gedichten, die sie mit elektronischer Musik in Dialog setzt. Im Kino war Wolf u.a. in "E.+U." (2012) und "Der Schübling" (2009) zu sehen, im Fernsehen bei "Mordshunger" (2011) oder "SOKO Köln" (2009). In den letzten Jahren arbeitete sie auch an Animationsfilmen im Bereich Stop-Motion. Mehr Informationen unter: www.sabinewolf.com

Zur Schauspielerin: Karina Plachetka, 1975 in Polen geboren, machte eine Tanzausbildung und absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Sie war eine der Protagonistinnen in Andres Veiels 2004 erschienener Langzeit-Dokumentation "Die Spielwütigen". Seit 2002 ist sie Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden. Dem Kinopublikum ist sie bekannt aus Filmen wie beispielsweise "Wir", dem Episodenfilm "Nichts als Gespenster" (2007) oder Andreas Dresens Tragikomödie "Whisky mit Wodka".

Zwei Mütter
Deutschland 2013
Regie und Drehbuch: Anne Zohra Berrached
Darsteller_innen: Sabine Wolf und Karina Plachetka
Musik: Jasmin Reuter
Bildgestaltung: Friede Clausz
Montage: Denys Darahan
Sprachen: deutsche Originalfassung (keine Untertitel)
Producerin: Cosima M. Degler
DVD:
Laufzeit 79 Minuten
FSK: 12 Jahre
Bonusmaterial: Kinotrailer, Booklet mit Hintergrund
DVD-Start: 25. Juni 2013
Verleih: Salzgeber, www.salzgeber.de

Auszeichnungen und Nominierungen:

Berlinale 2013 – Perspektive Deutsches Kino, Preis "Dialogue en perspective"

Studio Hamburg Nachwuchspreis 2013 – Nominiert für den Produzent_innenpreis

Mehr Informationen unter:

www.zweimuetter.de

"Lesben stoßen auf große Ungerechtigkeit" - Interview mit der Regisseurin Berrached (Die Zeit)

Interview mit der Regisseurin Berrached ( www.regenbogenfamilien-nrw.de)

Urteil macht "Spenderkindern" Hoffnung (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Wer nicht Vater sein will, sollte keine Samen spenden
(Die Zeit)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Schließlich, Liebe – Ein Roman von Mira Magén über alleinerziehende Mütter und Samenspende

Das lesbisch-schwule Babybuch – herausgegeben von Uli Streib-Brzic

Gelassen durch die Kinderwunschzeit - Loslassen lernen und empfangen

Nichts als Gespenster – Ein Episodenfilm von Martin Gypkens (mit Karina Plachetka)






Kultur Beitrag vom 02.07.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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