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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 16.08.2013

Meret Oppenheim - Retrospektive verlängert! Noch bis zum 6. Januar 2014 im Martin Gropius Bau
AVIVA-Redaktion

Erstmals ist Meret Oppenheim eine große Werkschau in ihrer Geburtsstadt Berlin gewidmet. Am 6. Oktober 2013 wäre die jüdisch-deutsche Ausnahmekünstlerin einhundert Jahre alt geworden.



1913 in Berlin geboren, wuchs Meret Oppenheim auf beiden Seiten der deutsch-schweizerischen Grenze auf. Durch ihre Großmutter Lisa Wenger-Rutz – Autorin, Malerin und Frauenrechtlerin – kam sie früh mit der Kunst in Berührung und folgte mit 18 Jahren dem Ruf in das damalige künstlerische Zentrum Paris. Sie war schnell in den Kreis der Surrealist_innen um André Breton, Dora Maar, Alberto Giacometti, Max Ernst und Leonor Fini aufgenommen. Ein Kreis, der sie inspirierte, aber auch einschränkte, denn Oppenheim wollte weder kategorisiert werden noch sich einer künstlerischen Bewegung verschreiben. Zeitlebens litt sie daher unter der ihr zugewiesenen Rolle als "Muse" und "femme-enfant" des französischen Surrealismus – ein Bild, das unter anderem durch die Erotisierung ihrer "Pelztasse" (Breton verlieh dem Objekt den Namen "Frühstück im Pelz") als auch durch die von Man Ray geschossenen Aktfotos genährt wurde. "Ich verabscheue Etiketten", schrieb sie noch kurz vor ihrem Tod im Jahr 1985, nachdem diese Etiketten lange Zeit den Blick auf den Rest ihres Schaffens verstellt und sie Ende der 1930er in eine lange Schaffenskrise stürzten. Diese verschärfte sich durch ihre prekäre Lebenssituation, da ihr als "halb-jüdisch" klassifizierter Vater seinen Beruf als Arzt nicht mehr ausüben und sie daher nicht mehr finanziell unterstützen konnte.

Der spielerisch-humorvolle Umgang ihrer Werke mit Alltagsmaterialien, die sie in immer neue, größtenteils erotische, Sinnzusammenhänge transferierte, ist ein besonderes Charakteristikum ihrer künstlerischen Arbeit. Dies verbindet sie auch mit ihren Künstlerfreunden Max Ernst, Alberto Giacometti, Marcel Duchamp, André Breton, Hans Arp, Francis Picabia, Pablo Picasso oder Man Ray.



Jene Fotografien der Serie "Érotique voilée" (1934) , in denen Man Ray einst sein Modell Meret Oppenheim inszenierte, gehören heute zu den bedeutendsten Werken des Surrealismus, in dessen Kreisen in Paris die Künstlerin hoch anerkannt war. Noch 1983 war die diskursive Kraft ihres Surrealismus spürbar, als auf dem Waisenhausplatz in Bern unter heftigster öffentlicher Debatte ihr "Oppenheimbrunnen" eingeweiht wurde.

Die Rezeption von Meret Oppenheims äußerst vielseitigem, von Experimenten und Umbrüchen, von Metamorphosen und dem "Traumhaften" geprägtem Schaffen hatte es nicht immer einfach. Auf Einheitlichkeit oder Wiedererkennbarkeit verzichtete die Künstlerin zugunsten einer Experimentierfreudigkeit, mit der sie sich über die Grenzen eines künstlerischen Stils, einer Gattung oder einer linearen Entwicklung hinwegsetzte.



Sprache und Mythen, Spiele und Träume dienten ihr ebenso als Ausgangspunkt wie literarische Vorlagen und die Psychoanalyse C.G. Jungs. "Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie sich nehmen", resümierte Oppenheim 1975. Ihre emanzipatorische, nonkonformistische Haltung sowie ihre kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Festschreibungen und zugewiesenen Geschlechterrollen machten sie zu einer zentralen Identifikationsfigur für nachfolgende Generationen von Künstlerinnen.



Die Werkschau präsentiert das gesamte Spektrum von Meret Oppenheims Oeuvre, das in seiner Unabhängigkeit und Vielgestaltigkeit bis heute wegweisend ist. Der künstlerischen Verfahrensweise Oppenheims folgend, die bestimmte Topoi über lange Zeiträume hinweg immer wieder neu aufgriff und bearbeitete, legt die Schau einen Parcours thematischer Verdichtungen quer durch die Schaffensperioden der Künstlerin: magische Objekte, Traumszenen und Mythen, Darstellungen des Unsichtbaren, Cadavre-exquis und das Spiel als künstlerische Methode, Identitätssuche, Metamorphosen zwischen den Geschlechtern, zwischen Mensch und Tier, Natur und Kultur. Ausgehend von ihren viel beachteten Frühwerken im Umkreis der SurrealistInnen bis hin zu ihrem weniger bekannten poetischen Spätwerk sind ihre Zeichnungen, Gemälde, Objekte und Collagen ebenso zu sehen wie ihre Dichtung und Traumaufzeichnungen sowie ihre humorvoll-fantastischen Design-, Schmuck- und Kleiderentwürfe. "Jeder Einfall wird geboren mit seiner Form. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen: sie bringen ihre Form mit sich, so wie Athene behelmt und gepanzert dem Haupt des Zeus entsprungen ist, kommen die Ideen mit ihrem Kleid."

Meret Oppenheim war eine der ersten Künstlerinnen, deren Werk von Alfred Barr, dem Gründungsdirektor des Museums of Modern Art, 1938 in die Sammlung aufgenommen wurde.
1982 wurde Meret Oppenheim mit dem Großen Preis der Stadt Berlin geehrt. Im gleichen Jahr nahm sie an der documenta 7 teil. Kurz vor ihrem Tod wurde sie Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Sie starb am 15. November 1985 in Basel.
Mit ihrer zum Mythos gewordenen Pelztasse dem "Déjeuner en fourrure" wurde sie weltberühmt. Das mit Fell bezogene Frühstücksgedeck, 1936 in der Pariser Surrealisten-Schau gezeigt, gehört zu den herausragenden Werken der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts. Auch wenn diese Tasse in der Retrospektive nicht vertreten ist, zeigen die nun ausgestellten Exponate die ganze Bandbreite des Schaffens dieser bedeutenden Künstlerin und richten den Blick auf das Werk einer Frau, die zeitlebens kompromisslos ihre nonkonformistische und gesellschaftskritische Sicht in ihrer Kunst gelebt hat.



Die Retrospektive entstand in enger Zusammenarbeit mit der Familie der Künstlerin sowie mit dem Kunstmuseum Bern, in dem sich das Archiv Meret Oppenheim befindet und das mit dem Legat der Künstlerin die bedeutendste Sammlung Meret Oppenheims besitzt. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Kunstforum Wien erarbeitet.

AVIVA-Tipp: Die Retrospektive dokumentiert das Werk dieser starken, hochsensiblen Frau und unabhängigen, rebellischen Künstlerin in einer Weise, die ihr selbst auch gefallen hätte: Wie spielerisch angeordnet, manchesmal wie zufällig inszeniert, aber immer mit dem Blick auf das Wesentliche – die Kunst in seiner reinsten Form – konzentriert sich die Werkschau zu Ehren von Meret Oppenheims 100. Geburtstag dort, wo auch sie ihre Wurzeln hatte – in Berlin.



Retrospektive verlängert! Noch bis zum 6. Januar 2014 im Martin Gropius Bau


Fast 50.000 BesucherInnen haben die Ausstellung "Meret Oppenheim. Retrospektive" bisher gesehen. Wegen des großen Erfolges wird die Ausstellung noch bis zum 6. Januar 2014 im Martin-Gropius-Bau gezeigt.


Meret Oppenheim - Retrospektive
16. August 2013 – bis zum 6. Januar 2014

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Montag von 10-19 Uhr geöffnet, dienstags geschlossen
An den Feiertagen ist die Ausstellung wie folgt geöffnet:
24.12.2013 und 31.12.2013 geschlossen, an allen anderen Tagen von 10-19 Uhr geöffnet.
Eintrittspreise:
10 Euro / ermäßigt 7 Euro
Gruppen (ab 5 Personen) p.P. 7 Euro
Eintritt frei bis 16 Jahre

Online-Tickets und Infos unter:

www.berlinerfestspiele.de

Öffentliche Führungen:
Samstags 14 Uhr (ohne Anmeldung)
3 Euro zzgl. Eintritt p.P. 7 Euro

Angemeldete Führungen:
Für Gruppen: Führungen (60 min.)
Erwachsene: 60 Euro zzgl. Eintritt p.P. 7 Euro /
Schulklassen: 45 Euro, Eintritt frei bis 16 Jahre

Beratung und Anmeldung für Führungen
MuseumsInformation Berlin
Tel. +49 (0)30 / 24749-888, Fax +49 (0)30 / 24749-883
museumsinformation@kulturprojekte-berlin.de
www.museums-moderation.de

Das SchülerInnenprogramm zur Ausstellung "Meret Oppenheim. Retrospektive" ist online unter: www.berlinerfestspiele.de

Veranstalter: Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Martin-Gropius-Bau Berlin und des Bank Austria Kunstforum Wien. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.
Kuratorin: Heike Eipeldauer

Medienpartnerin: u.a. AVIVA-Berlin.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Die AVIVA-Werkschau: 100 Jahre Meret Oppenheim - Zeit für einen Perspektivenwechsel

Meret Oppenheim - Träume, Aufzeichnungen 1928-1985

Meret Oppenheim. The first Lady of MoMA - Ausstellung in der Galerie Schoen+Nalepa, 8. Juni bis 28. August 2004

(Quelle Berliner Festspiele)

Copyright Fotos: Sharon Adler

Kultur Beitrag vom 16.08.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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