Shadow Dancer - Ein Film von James Marsh mit Andrea Riseborough. Kinostart: 5. September 2013 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 04.09.2013

Shadow Dancer - Ein Film von James Marsh mit Andrea Riseborough. Kinostart: 5. September 2013
Evelyn Gaida

Colette McVeigh, alleinerziehende Mutter und IRA-Mitglied aus Belfast, sitzt in der Falle: Sie soll eine Bombe in der Londoner U-Bahn deponieren. Die psychologische Dimension und Zerrissenheit der...



... Figuren stehen im Fokus dieses nervenaufreibenden Thrillers, nicht der politische und ideologische Ăśberbau des Terrors.

Die Bildlichkeit des Films spiegelt die Psychologie der Charaktere durchgehend eindringlich wider: Verloren irrt Colette (Andrea Riseborough, "Oblivion", "Brighton Rock") gleich zu Beginn im Sommerkleid durch die stählerne Düsternis der Londoner U-Bahn-Wartungsschächte. Kaum zurück im Tageslicht, wird die Irin vom bereits wartenden britischen Geheimdienst MI5 aufgegriffen. Ihren kleinen Sohn darf sie nur wiedersehen, wenn sie auf das Angebot des Agenten Mac (Clive Owen, "Duplicity", "The International") eingeht: Entweder sie bespitzelt ihre Familie oder sie verbringt die nächsten 25 Jahre im britischen Gefängnis: "Sie sind eine Terroristin. Wir haben Sie. Sie sind am Ende. Erledigt." Colette erklärt sich bereit, zu kooperieren. Ihr Kampf ums Überleben nimmt seinen Lauf.

"Shadow Dancer" spielt in den 90er-Jahren, als sich nur noch wenige IRA-Mitglieder den Friedensverhandlungen zwischen den KontrahentInnen widersetzen und weiterhin Anschläge planen. Dazu gehört auch Gerry McVeigh (Aidan Gillen), Anführer einer aktiven IRA-Gruppe und Colettes Bruder. Das Schicksal der Familie ist auf tragische Weise mit dem Nordirland-Konflikt verknüpft: Colettes jüngerer Bruder kam als Kind bei einem Schusswechsel zwischen der IRA und britischen Soldaten ums Leben. Colette hatte ihn losgeschickt, um an ihrer Stelle für den Vater Zigaretten zu holen.

Die Familie als Terrorzelle. James Marsh nimmt die ZuschauerInnen mit in undurchsichtige und klaustrophobisch anmutende Innenräume, wo – umrahmt von altmodischen Tapetenmustern – Anschläge und Attentate geplant werden. Ständig werden Colette oder ihr Kind aus dem Schlaf gerissen, mal von der Polizei, mal von Colettes Brüdern, die ihre Schwester zu Aufträgen abordern. Gerry ist bei der Geburtstagsfeier seines Neffen liebevoller Onkel, an anderer Stelle soll er über Colettes Hinrichtung entscheiden. Die junge Mutter selbst, ebenso undurchschaubar wie anrührend gespielt von Andrea Riseborough, scheint unter dem Damoklesschwert dauernder Fremdbestimmung und Lebensbedrohung auf die Automatik der Selbsterhaltung geschaltet zu sein. Und auch Macs KollegInnen (unter anderem dargestellt von Gillian Anderson, "Akte X", "Johnny English") verfolgen hinter seinem Rücken eine doppelte Strategie. Die Annäherung zwischen Mac und Colette wirkt in diesem Szenario deplatziert und unglaubwürdig, schmälert die Stärke des Films jedoch nicht, der bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt.

AVIVA-Tipp: Regisseur James Marsh, dessen berühmter Dokumentarfilm "Man on Wire" mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, kreiert mit "Shadow Dancer" ein bedrängendes Netz der Angst, der Gewalt und des Misstrauens, in das nahezu alle Figuren des Films auf Leben oder Tod verstrickt sind. Die Grenzen zwischen Verbündeten, Verwandten und Feinden verwischen sich, deutlich wird der zugrundeliegende Wider- und Irrsinn. Neben der Handlung leuchten psychologisch aufgeladene Bilder und das packende Spiel der HauptdarstellerInnen Andrea Riseborough und Clive Owen die lebensfeindlichen Wohnzimmer des Terrors vielschichtig aus.

Zum Regisseur: James Marsh wurde 1963 in Cornwall geboren. Seine Filmkarriere begann mit Arbeiten für die BBC, darunter Dokumentationen über Jan Svankmayer und John Cale. Sein erster Spielfilm 2005 "The King" wurde in Cannes bei Un Certain Regard gezeigt. Für "Man on a Wire", der Philippe Petits Hochseilakt zwischen den Twin Towers zu Thema hatte, bekam er 2008 den Oscar für den besten Dokumentarfilm. "Project NIM", sein aktuellster Dokumentarfilm, beschäftigt sich mit dem Leben aus der Sicht eines Schimpansen. "Shadow Dancer" (2012) hatte Premiere beim Sundance Festival und lief auf der Berlinale Außer Konkurrenz im Wettbewerb. Sein nächster Film wird ein Biopic über Stephen Hawkins, mit Eddie Redmayne. (Quelle: fugu Filmverleih Berlin)

Shadow Dancer
Irland/UK 2012
Regie: James Marsh
Buch: Tom Bradby
DarstellerInnen: Andrea Riseborough, Clive Owen, BrĂ­d Brennan, Aidan Gillen, Domhnall Gleeson, Martin McCann, David Wilmot, Gillian Anderson u.a.
Verleih: fugu Filmverleih Berlin
Lauflänge: 100 Minuten
Kinostart: 5. September 2013

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.fugu-films.de

Official Trailer auf www.youtube.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Marianne Quoirin - Töchter des Terrors


Kultur Beitrag vom 04.09.2013 Evelyn Gaida 

   




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