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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 24.03.2014

Stories We Tell, ein Film von Sarah Polley. Kinostart: 27.03.2014
Philippa Schindler

In den Erinnerungen ihrer Familie stößt die Regisseurin auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben in den Grundfesten erschüttert und entdeckt in ihrer Filmrecherche mehr als nur eine Wahrheit.



Durch eine Aneinanderreihung von Zufällen und seltsamen Begegnungen macht die Oscar-nominierte Filmemacherin Sarah Polley eine weitreichende Entdeckung mit Konsequenzen: Ihre Mutter Diane hatte einige Monate vor ihrer Geburt eine Affäre mit einem Schauspieler. Und Michael, der Sarah und ihre Geschwister seit Dianes frühem Tod allein aufzog, ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ihr leiblicher Vater.

Sarah Polley beschließt, ihre Suche nach der Wahrheit über das Familiengeheimnis in einem Film zu dokumentieren. In Interviews und Befragungen lässt sie all jene zu Wort kommen, die etwas zu den Ereignissen damals zu sagen haben: Ihr Vater Michael, ihre Geschwister und FreundInnen der Familie. Sarah forscht in den erzählten Erinnerungen dieser Personen nach der "Essenz des Geschehenen" und versucht, die viel zu früh verstorbene Mutter durch ihre Geschichten wieder zum Leben zu erwecken.

"Die Launen der Wahrheit und die Unzuverlässigkeit der Erinnerung"

Schnell wird klar: Es gibt verschiedene Arten, sich an ein Ereignis zu erinnern. In "Stories We Tell" variieren die Erzählungen der Charaktere mal mehr, mal weniger – und wie sich bald herausstellt, liegt die Wahrheit nicht immer dort, wo sich die Geschichten ähneln. Harry Gulkin, einer der Protagonisten, erklärt diese Beobachtung mit den Worten: "Menschen neigen dazu, sich in den Erzählungen ihres Lebens zu positionieren. In Bezug darauf, was sie sahen, was sie fühlten, an was sie sich erinnern und in Bezug auf ihre Loyalität." Sarah Polley inszeniert diese tragende Erkenntnis als Regisseurin gekonnt. Sie folgt auch im Film der realen Chronologie der Ereignisse und zeigt alle Irrungen und Wirrungen ihrer vorangegangenen Recherche.

Eine genre-übergreifende Dokumentation des Lebens

"Stories We Tell" ist in vielerlei Hinsicht eine herausragende Collage, nicht nur, weil sich hier die Leben eines ganzen Ensembles von Personen kreuzen und miteinander verbinden, sondern auch aus filmischer Sicht. So wird der Vater Michael Polley zum allwissenden Erzähler der Geschichte - zur "Voice of God", wie Sarah es nennt: Mit warmherzig-tiefer Stimme liest er sein Skript, in dem er die persönlichen Erinnerungen in dreißig Jahren Ehe mit Diane beschreibt. Die eigens für die Dokumentation mit einer Super-8-Kamera gedrehten Homevideos zeigen authentisch anmutende Ausschnitte aus dem Familienleben – es überrascht beinahe, dass die Schauspielerin Rebecca Jenkins nicht die reale Diane Polley ist.

Bis aus Weiteres: Rückzug ins Private

Fünf Jahre hat Sarah Polley, die vor allem durch ihr 2006 erschienenes Regiedebüt "An ihrer Seite" ("Away From Her") bekannt wurde, an der Dokumentation gearbeitet. "Es war das Härteste, was ich jemals gemacht habe.", schreibt sie in einem Statement auf dem Blog des National Film Board of Canada und lehnt jede Interviewanfragen vor dem offiziellen Erscheinen des Films ab. Der Grund: Sarah Polley möchte, dass die Kritiken den Film als solchen besprechen und nicht nur über die erstaunlichen Wendungen ihrer Biographie berichten.

AVIVA-Tipp: In "Stories We Tell" erzählt die Filmemacherin Sarah Polley die ergreifende Geschichte über ein Familienleben - so chaotisch, tiefgreifend und verschworen es nur sein kann. Die Dokumentation ist aber auch eine kluge Studie darüber, wie Menschen ihre Erinnerungen formen, um eine bestimmte Version ihres Lebens zu nähren.

Zur Regisseurin: Sarah Polley, geboren 1979 in Toronto, Ontario, wuchs als Tochter der beiden SchauspielerInnen Diane und Michael Polley auf. Ihre Mutter starb früh in Folge einer Krebserkrankung. Als Schauspielerin wurde Sarah Polley vor allem durch ihre Hauptrolle im Film "Mein Leben ohne mich" von Isabel Coixet bekannt. Ihr Regiedebüt gab sie 2006 mit dem Kinofilm "An ihrer Seite", der auf einer Kurzgeschichte der kanadischen Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Alice Munro basiert. Für diese Drehbuchadaption wurde Sarah Polley im Jahr 2008 für den Oscar nominiert. 2011 kam ihr Comedy-Drama "Take This Waltz" in die Kinos. Im Jahr darauf wurde Sarah Polleys Tochter geboren.
Der Film "Stories We Tell" wurde 2013 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet vom NEW YORK FILM CRITICS CIRCLE, von der L.A. FILM CRITICS ASSOCIATION, vom NATIONAL BOARD OF REVIEW und von der DETROIT FILM CRITICS SOCIETY. "Stories We Tell" war außerdem nominiert für den CRITICS CHOICE AWARD und stand auf der Shortlist für den OSCAR 2014.

Stories We Tell
Kanada 2012
Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Regie und Drehbuch: Sarah Polley
DarstellerInnen: Michael Polley, Harry Gulkin, Mark Polley, Joanna Polley, Rebecca Jenkins u.a.
Lauflänge: 108 Minuten
Kinostart: 27.03.2014
Verleih: Roadside Attractions / The National Film Board of Canada
www.storieswetellmovie.com
Weitere Informationen:

Auf dem Blog des National Film Board of Canada (NFB) schreibt die Regisseurin Sarah Polley über ihre Beweggründe zur Dokumentation "Stories We Tell".


Kultur Beitrag vom 24.03.2014 Philippa Schindler 

   




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