LOVE STEAKS - Ein Film mit Lana Cooper. Ab 27. März 2014 im Kino - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

120 BPM Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500 DIE FLÜGEL DER MENSCHEN
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 27.03.2014

LOVE STEAKS - Ein Film mit Lana Cooper. Ab 27. März 2014 im Kino
Lea Albring

Die Köchin Lara verliebt sich in den Masseur Clemens, es ist der Anfang einer ungleichen Liebesgeschichte. Nicht, weil die Jobs der beiden scheinbar so gar nichts miteinander zu tun haben – ganz im..



... Gegenteil. Ungleich, weil Regisseur Jakob Lass den Blick auf zwei völlig verschiedene Menschen richtet und dabei ganz selbstverständlich gängige Rollenklischees aushebelt. In erster Linie erzählt das furiose Regiedebüt aber von einer verrückten, unkonventionellen Liebe, die sich an keine Regeln hält – einer Amour fou mit rotzfrecher Attitüde.

Fleischeslust

"Du schwitzt. Bisschen ekelig. Aber o.k." Kurze Pause. "´N bisschen riecht man´s schon." Pling – die Tür geht auf, grinsend verlässt Lara (Lana Cooper) den Fahrstuhl. Clemens (Franz Rogowski) beleibt ratlos zurück und schnüffelt unsicher an seinem Shirt. Liebe auf den ersten Blick geht gewöhnlich anders. Zwar ist diese erste Begegnung nicht gerade romantisch, dafür aber sehr sinnbildlich für das Chaos-Techtelmechtel, das folgen wird: Lara ist vorlaut, lässt sich den Mund von Chefs und Kollegen nicht verbieten und will in vollen Zügen leben, was Saufen, Feiern und nochmal Saufen bedeutet. Ganz anders Clemens: Er ist ruhig, ein bisschen zu lieb und zu unsicher und will mit spirituellen Massagetechniken eine emotionale Bindung zu den HotelgästInnen aufbauen.

Der Masseur hat neu in dem Hotel angeheuert, von dem Küchen-Azubi Lara längst weiß, wie der Hase läuft. Schon bald kollidiert Clemens´ Idealismus mit dem Hotelalltag: Bevor er eine Kundin massiert, schaufelt er erst einmal die überschüssige Energie von ihr weg. Das will nur leider so gar nicht funktionieren, denn die sexuelle Energie der aufdringlichen Dame macht weder von Clemens´ Po noch vor seinem Schritt halt. Als Lara das mitbekommt, drängt sie ihn zur Konfrontation. Doch der unbeholfene Clemens tut sich schwer.

Eine Milieu- und Generationsstudie

Das Hotel ist ein geschlossener Mikrokosmos, in dem die MitarbeiterInnen ein ganz besonderes Verhältnis zueinander haben – jedeR, der/die schon einmal in der Gastronomie gearbeitet hat, weiß das. Dieses Setting für eine Liebesgeschichte ist keinesfalls zufällig gewählt: Die scharf gezeichneten Hierarchien und die klaren Regeln des Luxushotels lassen die jugendlichen Akte einer aufregenden Liebe rebellisch wirken – vielleicht sogar rebellischer, als sie es tatsächlich sind. Betrunkenes Baden im Wellnessbereich, Küchenschlachten und Bürostuhlrennen im Bankettsaal inklusive. Es wird klar: Durch Laras Einfluss taut Clemens langsam aber sicher auf, er traut sich mehr. Und ganz nebenbei wird ein sehr authentisches Bild von dem Arbeitsalltag eines Hotels (gedreht wurde mit LaiendarstellerInnen, die im `echten´ Leben allesamt HotelmitarbeiterInnen sind) und der Generation twentysomething gezeichnet.

Klar wird allerdings auch: Die Lovestory ist mehr als die bereits tausendfach erzählte Geschichte von den berühmten Gegensätzen, die sich anziehen. Das Rezept wäre zu einfach für den vielschichtigen Film, der immer wieder überrascht: Wider erwarten entpuppt sich Lara als das eigentliche Sorgenkind in der Beziehung. Was ihr anfangs noch als gängige Party- und Trinkeskapaden durchgeht, wird schon bald als echtes Problem sichtbar: als Alkoholproblem. Beide wollen den anderen aus dem Sumpf der eigenen Unzulänglichkeit ziehen und so schlägt Lara einen Pakt vor: "Ich sauf nicht mehr und du hast keine Angst mehr." Es ist zugleich witzig, traurig und sehr unterhaltend, den beiden bei diesem Versuch zuzuschauen.

FOGMA – ein neues Filmkonzept

LOVE STEAKS ist vor allem eines: Modernes und innovatives Kino. Es überrascht nicht, dass neben dem Cast auch die ProduzentInnen Ines Schiller (Jahrgang 1986) und Golo Schulz (1990) noch blutjung sind. Viel wichtiger als das Alter ist aber der innovative Ansatz der FilmemacherInnen: Die Tragikkomödie ist der erste Film, der nach dem FOGMA-Prinzip, theoretisch in dem Manifest "Regeln sind Freiheit" formuliert, entstanden ist. Es ist ein künstlerischer Ansatz, der ohne Fördergelder auskommt und in den Grenzen eindeutiger Regeln Raum für größtmögliche Kreativität und Anarchie schaffen will. Statt eines Drehbuchs gab es 18 Skelettszenen, die in einem festen zeitlichen Rahmen (2x4-Stundenblöcke/Tag) abgedreht wurden. Diese für das Filmgeschäft ungewöhnlich strikte Terminierung setzte die spontanen Kräfte frei, von denen der Film spürbar lebt.

Schon jetzt bestätigen unzählige Auszeichnungen den neuen Kreativansatz, der sich übrigens an Lars von Triers Dogma-95-Manifest orientiert, die jungen FilmemacherInnen: Lana Cooper und Franz Rogowski wurden 2013 auf dem Filmfest München mit dem Förderpreis "Neues deutsches Kino" ausgezeichnet. Als erster Film überhaupt konnte LOVE STEAKS in allen vier Kategorien, Regie, Produktion, Schauspiel und Drehbuch, gewinnen – und das, fast schon unverschämterweise, ohne ein klassisches Drehbuch zu besitzen.

AVIVA-Tipp: LOVE STEAKS ist ein Film, der vielfach glänzt: Die HauptdarstellerInnen sind einnehmend, unkonventionelle Kameraeinstellungen überraschen, die Regiearbeit und das FOGMA-Konzept von Jakob Lass überzeugen und gehen auf. Nicht zuletzt die großartige Musikauswahl transportiert das liebestoll-chaotische Lebensgefühl des Films sehr gekonnt. Wer peinlich penibel nach der Nadel im Heuhafen suchen will, kann ein, zwei komödiantisch etwas überzogene, leicht alberne Szenen als Kritikpunkt ausstellen. Mehr aber auch nicht.
Die verrückte Liebesgeschichte von Lara und Clemens ist neues deutsches Kino, das begeistert. Es sollte wegweisend sein.

Zur Hauptdarstellerin: Lana Cooper, 1981 in Hamburg geboren, brach ihr Schauspielstudium nach drei Semestern ab, um eigene Filme zu drehen. Sie schreibt Bücher, die sie in der Zukunft selbst inszenieren will. Zu sehen war sie unter anderem in Bedways (2010). (Quelle: Black Rabbit PR)

Zum Regisseur: Jakob Lass, Sohn amerikanisch-tschechischer Eltern, wurde 1981 in Bayern geboren und lebt heute in Berlin. Er ist Mitglied der unabhängigen Filmschule Filmarche Kreuzberg und ausgebildeter Schauspieler. Seit 2009 studiert er Regie an der HFF Potsdam-Babelsberg. Seine Kurzfilme, u.a. Bademeister Paul (2007), wurden vielfach ausgezeichnet. (Quelle: Black Rabbit PR)


LOVE STEAKS
Deutschland, 2013
Regie: Jakob Lass
DarstellerInnen: Lana Cooper, Franz Rogowski und LaiendarstellerInnen des Hotels Grand Hotel und SPA Kurhaus Ahrenshoop
Lauflänge: 89 Minuten
Kinostart: 27.03.2014
Verleih: daredo media in Kooperation mit Ferleih
www.lovesteaks.de

Weitere Infos im Netz:

Kinotrailer LOVE STEAKS

FOGMA-Manifest auf der Film-HP




Kultur Beitrag vom 27.03.2014 Lea Albring 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken