Der wundersame Katzenfisch - Los insólitos peces gato. Ein Film von Claudia Sainte-Luce, Kamera Agnès Godard. Kinostart: 10. Juli 2014 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.06.2014

Der wundersame Katzenfisch - Los insólitos peces gato. Ein Film von Claudia Sainte-Luce, Kamera Agnès Godard. Kinostart: 10. Juli 2014
Helga Egetenmeier

Ein gelber VW-Käfer und das Krankenbett bringen die alleinerziehende Martha, ihre vier Kinder und Claudia, die Fremde, immer wieder zusammen. In Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos...



...spielend, geht es dabei weder um die Drogenmafia, Prostitution oder die Zapatistas, sondern ernst, aber auch humorvoll, um die Einsamkeit.

In dem Debütfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Claudia Sainte-Luce teilt die Hauptfigur, einfühlsam gespielt von Ximena Ayala, nicht nur den Vornamen mit ihr, die Geschichte ist auch inhaltlich ein Teil ihrer Vergangenheit. In stimmigen Farben, gepaart mit ausdrucksstarken Blickwinkeln, trennt Kamerafrau Agnès Godard behutsam die ungleichen Orte einer fast in sich geschlossenen kleine Welt - wie die kleine Aquariumswelt des "wundersamen Katzenfisches", einem Geschenk von Claudia an den Jungen Armando.

Einsam und verloren wirkt Claudia in den hohen, sterilen Räumen ihres Supermarkt-Arbeitsplatzes, doch auch in ihrer engen, kleinen Wohnung ist sie nur allein. Dagegen wirkt die überfüllte Wohnung von Martha und ihren Kindern wie ein Rummelplatz, in die die an AIDS erkrankte Mutter die frisch operierte, wortkarge Claudia nach ihrem Blinddarmoperation mitnimmt.

Zögernd öffnet sich die scheue Claudia den Angeboten von Martha und der Neugier und Skepsis ihrer Kinder. Doch auch in dieser scheinbar heilen Welt trägt jedeR ihren/seinen Kummer für sich allein, neben der gemeinsamen kräftezehrende Fürsorge um die kurz vor dem Sterben stehende Mutter, die liebevoll versucht, das unbeschwerte Familienleben aufrecht zu erhalten. Fasziniert, irritiert und sich gebraucht fühlend, bleibt Claudia bei dieser kleinen Gemeinschaft.

Manchmal wirken die kleinen Gesten etwas vorhersehbar, wenn jedes der Kinder in Zweiergesprächen Claudia von seinen Problemen berichtet, oder wenn beim letzten gemeinsamen Strandausflug die Kinder sich trostsuchend an ihre Mutter wenden und Claudia wie ausgeschlossen zurück bleibt. Hier klingt die Ausrichtung als Familienfilm an, die ihm auch den Preis der Jugendjury beim Filmfest in Locarno 2013 eingebracht hat.

Claudia Sainte-Luce ging einen langen Weg, um das Drehbuch zu diesem Film zu schreiben und es auch als Regisseurin umzusetzen. Da sie als Frau wenig Anerkennung in ihrem, durch Kellnerinnenjobs finanzierten Studium an der Filmschule Guadalajara bekam, brach sie das Studium ab und arbeitete als Regieassistentin. Dort traf sie auf die argentinische Regisseurin und Drehbuchautorin Paula Markovitch, die sie zu dieser Umsetzung ihrer eigenen Geschichte ermunterte. Nun schreibt sie als Stipendiatin am mexikanischen Filminstitut IMCINE an ihrem nächsten Drehbuch über eine Vater-Tochter-Beziehung.

Auszeichnungen

  • Preis der Internationalen Kritik (FIPRESCI) beim Toronto Film Festival 2013
  • Preis der Jugendjury beim Filmfest 2013 in Locarno
  • Bester iberoamerikanischer Film beim Mar del Plata Filmfestival
  • Bester mexikanischer Film beim Baja International Film Festival 2013
  • Primer Corte-Preis beim Ventana Sur Festival, Buenos Aires 2012 (mit der Rohfassung des Films)

    AVIVA-Tipp: Ein warmherziger Familienfilm, der keine typisch mexikanischen Themen wie Mord oder Drogen aufgreift und diese Auslassungen dazu nutzt, in einem ruhigen Setting die Fragen nach Einsamkeit und Sterben zu stellen. Wie die Blüten eines Blumenstraußes verbindet die farblich stimmige Bildsprache die Ereignisse gekonnt mit den Orten des Geschehens und bezaubert die ZuschauerInnen mit vielen kleinen Eindrücken.

    Zur Regisseurin: Claudia Sainte-Luce, geboren 1982 in Veracruz (Mexiko), nahm 2005 erstmals an einem Filmfestival mit ihrem Kurzfilm "Muerte Anunciada" teil, für den sie mehrere Auszeichnungen erhielt. Ab 2007 wirkte sie als Regieassistentin an einigen mexikanischen Spielfilmen mit und seit 2010/2011 arbeitete sie am Drehbuch und ihrem ersten Langfilm "Der wundersame Katzenfisch".

    Interview zum Film mit Claudia Sainte-Luce von Terre des Femmes

    Zur Kamerafrau: Agnès Godard ist eine gefragte französische Kamerafrau, die schon mehrmals mit Wim Wenders gearbeitet hat. Im Jahr 2012 erhielt sie als zweite Frau den Marburger Kamerapreis und drehte im gleichen Jahr "Winterdieb", 2013 war sie die Kamerafrau bei "Les Salauds - Dreckskerle". Sie arbeitete bei vielen Filmen mit der Regisseurin Claire Denis zusammen wie bei "35 Rum"

    Der wundersame Katzenfisch
    Mexiko 2013

    Originaltitel: Los insólitos peces gato
    Regie und Drehbuch: Claudia Sainte-Luce
    Kamera: Agnès Godard
    HauptdarstellerInnen: Ximena Ayala, Lisa Owen, Sonia Franco, Wendy Guillén, Andrea Baeza, Alejandro Ramírez Munoz
    Verleih: Arsenal Filmverleih
    Lauflänge: 89 Minuten
    Kinostart: 10. Juli 2014

    Weitere Infos unter:

    www.arsenalfilm.de

    Los insólitos peces gato auf facebook (esp)

    Interview mit Agnés Godard


    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    "35 Rum", ein Film von Claire Denis, Kamera: Agnès Godard



  • Kultur Beitrag vom 26.06.2014 Helga Egetenmeier 

       




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