Geschenkt wurde uns nichts. Die Geschichte einer italienischen Partisanin - Kinostart: 18.4.2015 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.04.2015

Geschenkt wurde uns nichts. Die Geschichte einer italienischen Partisanin - Kinostart: 18.4.2015
Helga Egetenmeier

In der Dokumentation erzählt die ehemalige Partisanin Annita Malavasi ihre Geschichte des Widerstands in Italien während des Zweiten Weltkriegs. Die damals 22-Jährige transportierte Waffen und...



...Informationen, nahm an Gefechten teil und lebte ein Jahr in den Bergen des Apennin. Gegen Kriegsende gehörte sie zu den wenigen weiblichen Kommandierenden der Resistenza.

Eine Partisanin entsprach nicht - und entspricht bis heute auch nicht √ľberall - dem gesellschaftlichen Frauenbild und so konnte sie dies f√ľr ihre Arbeit im Widerstand nutzen. Auch Annia "Laila" Malavasi zieht in ihrer Erz√§hlung √ľber ihr Leben als Partisanin immer wieder den Bezug zu ihrer Geschlechtsidentit√§t. Als ihr Zuk√ľnftiger nicht wollte, dass sie sich gegen die Faschisten wendet, entscheidet sie sich nach vielen Diskussionen, die langj√§hrige Verlobung zu l√∂sen und dadurch mit ihrem geplanten Lebensweg zu brechen.

Gleichzeitig brachen sie und ihre Kameradinnen bewusst mit den ihnen zugeschriebenen weiblichen Erwartungen und Mustern. "Laila" erzählt davon, wie sie bei den Partisanen und Partisaninnen endlich eine gleichberechtigte Haltung und patriarchatskritische Gespräche fand. So gibt die Dokumentation auch Einblick in die Motivationen der Frauen, die sich mit ihrer Entscheidung auch gegen ein von Männern dominiertes Machtverhältnis wandten.

Doch, wie Annita Malavasi am Schluss sagt, "geschenkt wurde uns nichts".
"Das erste, was der Kommandant der Partisanen zu mir sagte, war: ¬īHier bis du weder Mann noch Frau, sondern ein Partisan. Du hast die selben Rechte und Pflichten wie alle anderen.¬ī" F√ľr viele M√§nner und auch die M√ľtter der Partisaninnen war es nicht einfach, dieses neue Rollenbild anzuerkennen. So verweigerte Annita nach der Zeit im Widerstand ihrer Mutter den Gehorsam, die von ihr verlangte, die Schuhe f√ľr die M√§nner der Familie zu putzen.

Chronologisch ins Bild gesetzt, spricht "Laila" im hohen Alter deutlich und schonungslos √ľber ihre Lebensentscheidungen, die in ruhigen Bildern von der Kamera eingefangen werden. In den kritischen Dialog geht sie, wenn sie sich mit "Iva" und "Sonia" trifft und √ľber ihre Zeit in den Bergen auseinander setzt. Ernst und auch mit einem Sinn f√ľr Humor, reflektieren die drei Frauen ihre wagemutigen Entscheidungen, die ihnen auch das Leben h√§tten kosten k√∂nnen.

Positiv erw√§hnt werden m√ľssen hier noch die auffallend gut gestalteten Untertitel, die durch ihre augenfreundliche Lesbarkeit und schnelle Verst√§ndlichkeit die M√∂glichkeit geben, sich auch auf die Stimmen und die Mimik einzulassen.

AVIVA-Tipp: Der Film l√§sst durch seine Protagonistinnen die ungeschminkte Geschichte einer lebenslangen Emanzipation erz√§hlen, die f√ľr die Frauen mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Ein einmaliges und wichtiges Dokument weiblichen Widerstands, die drei K√§mpferinnen verstarben im Jahr 2011.

Auszeichnungen, u.a.:
Best Documentary Feature, Oregon Film Awards 2014
Best Documentary Feature, Great Lakes International Film Festival 2014
Gold Award, International Movie Awards Indonesia 2014
Rising Star Award 2014, Kategorie Studentenfilm, Canada International Film Festival, Vancouver

Regie und Buch: Eric Esser, geboren 1975, ging nach dem Studium der Medieninformatik auf die selbstorganisierte Filmschule "Filmarche" und studierte Dokumentarfilm Regie. Er ist dort heute Mitglied des √Ąltestenrates und engagiert sich in der AG DOK. Nach mehreren Kurzfilmen ver√∂ffentlichte er 2009 mit "Chaja & Mimi" einen auf vielen Festivals gezeigten Kurzfilm √ľber zwei in Berlin geborene Frauen, die vor den Nazis nach Pal√§stina flohen. Er besucht jetzt die Filmuniversit√§t in Potsdam-Babelsberg.
Kamera und Ton: Caro Krugmann wurde 1976 in Essen geboren und studierte Cinematography (Kamera) an der University of Applied Science and Art, Dortmund und an der EICTV in San Antonio de los Banos, Kuba. Sie war Kamerafrau bei mehreren Kurzfilmen, sowie einem Spielfilm ("Bandaged", 2009) und mehreren Dokumentarfilmen und arbeitet freiberuflich in verschiedenen technischen Bereichen beim Film.

Geschenkt wurde uns nichts
Die Geschichte einer italienischen Partisanin
Original: Non ci è stato regalato niente
Deutschland, Italien 2014
Regie und Buch: Eric Esser
Kamera und Ton: Caro Krugmann
Darstellerinnen: Annita "Laila" Malavasi, Pierina "Iva" Bonilauri, Gina "Sonia" Moncigoli
Lauflänge: 58 Minuten, Original mit dt. Untertiteln
Filmstart: 18.04.2015
Hinweise zum Film, Vorf√ľhrungen und Veranstaltungsorten unter: www.makeshiftmovies.info

Vorf√ľhrungen

Samstag, 18. April 2015, 18 Uhr, Sonntag, 19.4.2015, 16 Uhr und 23.-29. April, 18 Uhr
Veranstaltungsorte:
18. April, 18 Uhr: Regenbogenkino, in Anwesenheit des Regisseurs, innerhalb der Reihe "Widerstand gegen den Faschismus", Lausitzer Str. 22, Berlin-Kreuzberg, Eintritt: 6/5/4 ‚ā¨
19. April, 16 Uhr: Babylon Mitte in Anwesenheit des Regisseurs, Rosa-Luxemburg-Str. 30, Berlin-Mitte, Eintritt: 9/8/7 ‚ā¨
23. - 29. April, 18 Uhr: Kino Zukunft, mit Vorfilm "Chaja & Mimi", am 24. und 26.4. mit Regisseur, Laskerstr. 5, Berlin-Friedrichshain, Eintritt: 4,90 ‚ā¨


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Rossana Rossanda, Die Tochter des 20. Jahrhunderts

Renata Viganò - Agnese geht in den Tod

Chasia Bornstein-Bielicka - Mein Weg als Widerstandskämpferin

Aharon Appelfeld - Auf der Lichtung

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.resistenza.de Frauen in der italienischen Resistenza




Kultur Beitrag vom 13.04.2015 Helga Egetenmeier 

   




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