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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 26.08.2015

L´CHAIM - Auf das Leben. Kinostart 27. August 2015. Ein Dokumentarfilm von Elkan Spiller über seinen Cousin Chaim Lubelski
Magdalena Herzog

Chaim – ein Tora-Gelehrter, Hippie und Schachspieler, entscheidet sich, all seine Kraft der schwerkranken Mutter und Shoa-Überlebenden Nechuma zu widmen und pflegt sie bis zu ihrem Tod. Entstanden..



... ist ein hochemotionales Porträt einer Persönlichkeit, die das Lindern der seelischen und körperlischen Schmerzen der Mutter ins Zentrum des eigenen Lebens stellt.

Wer spricht? Die Zweite Generation

Chaim Lubelski ist der Sohn zweier Holocaustüberlebender, der die Auswirkungen der Traumata auf seine Eltern und sich selbst in einem hohen Maße spürt. Und gleichzeitig deren uneingeschränkte Liebe, die "mit dem Blut" der Familiengeschichte "verbunden ist". Er lebt und pflegt seine Mutter mit Hingabe und Freude, ist dabei energisch, fordernd und witzig und gleichzeitig sieht die Zuschauerin ihn permanent zerbrechen an dem Kummer und der Angst vor dem Tod der Mutter. Diese Heftigkeit gewinnt spöttische und zugleich tief melancholische Züge, wenn Chaim begründet, warum er permanent mit einem Joint im Mund herumläuft: Nur dadurch sei es ihm möglich die indifferente Haltung zu erreichen, die nötig sei, um die Gesellschaft auszuhalten. Denn natürlich geht es nicht nur um seine Mutter und ihn, sondern darum, wie frau/man das Leben, das angefüllt ist mit menschlichem Leid und Ungerechtigkeit, auszuhalten kann.

Regisseur Elkan Spiller als Verwandter und intimer Beobachter

Die besondere Perspektive des Films ist die des Regisseurs, der Cousin von Chaim Lubelski, Elkan Spiller. Er ist kein erfahrener Regisseur und wurde sein eigener Produzent, weil kein deutscher Sender investieren wollte. Nun ist es eben dieses Unerfahrene und die fehlende journalistische Distanz, die den Film zu einem so intensiven emotionalen Ereignis macht. Spiller bewunderte früh Chaims Art mit Menschen und Leben umzugehen und begann vor 20 Jahren, Chaims Verbundenheit mit den Traumata seiner Eltern zu dokumentieren. Es ist ein ungefiltertes Bild einer Mutter-Sohn Beziehung und eines Mannes, der einerseits resigniert hat an der Welt und doch konsequent seinen eigenen Regeln folgt. Sich selbst das Leben zu nehmen, jetzt, wo seine Mutter tot ist, würde gegen die jüdischen Gesetze gehen. Also lebt Chaim weiter, wohl stets im Hinterkopf seinen eigenen Satz vor sich hersagend: "Meine ganze Einstellung zum Leben ist sehr gut – im negativen Sinne".

Der Abspann als irnonischer und liebevoller Moment

Wenn im Abspann das Lied "La Yiddishe Mamma" in der Interpretation von Charles Aznavour gespielt wird, kann dies vielfach gedeutet werden: als zwinkernder Kommentar an ein Stereotyp der jüdischen Mutter, als eine Referenz an die starke Tradition der Musik und ihre Texte, die auch für Nechuma zentral war, oder aber an die Diskrepanz zwischen dem, was Regisseur und Protagonist als Gegenstand des Films sehen: für Spiller ist es ein Film über seinen Cousin Chaim Lubelski und für diesen ist es eine Widmung an seine Mutter Nechuma Lubelski.

AVIVA-Tipp: L´CHAIM - AUF DAS LEBEN! ist ein großartiger Film, allein deswegen, weil die Zuschauerin Chaim Lubelskis außergewöhnlichen Lebensweg kennenlernt. Er schert sich nicht um andere und gibt doch immer denjenigen, die Hilfe benötigen. Es ist auch ein Film über die Bindung eines erwachsenen Mannes zu seiner Mutter, den Umgang mit dem langsamen Verlust der Eltern und was es bedeutet, das Leiden geliebter Menschen zu betrachten und auszuhalten.
Chaim Lubelskis Perspektive auf das Dasein ist nicht zuletzt verzahnt durch seine Ausbildung in der Yeshiva und den biblischen und talmudischen Kommentaren, die er immer wieder einbringt. So wird Elkan Spiller Werk auch zu einem intellektuellen Vergnügen.

L´CHAIM - AUF DAS LEBEN!
Ein Dokumentarfilm von Elkan Spiller
Deutschland 2014
Regie: Elkan Spiller
Mitwirkende: Chaim Lubelski, Nechuma Lubelski, Usher Lubelski, Shoshana Spiller, Mirsad Hadzikaric und Bernard Dukan
Lauflänge: 92 Minuten
Verleih: Verleih: mindjazz pictures
Kinostart: 27. August 2015

Mehr zum Film unter:

www.lechaim-film.com und auf Facebook unter: www.facebook.com/LECHAIMFILM

Zur Entstehung des Films ein Porträt von Elkan Spiller in der Jüdischen Allgemeinen:
http://www.juedische-allgemeine.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:


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Das Schweigen brechen
Die HerausgeberInnen Alexandra Rossberg und Johan Lansen beschäftigen sich in den "Berliner Lektionen zu den Spätfolgen der Shoa" mit den seelischen und psychosomatischen Folgen des Naziterrors.


Weiterführende Literatur:

Nea Weissberg, Jürgen Müller-Hohagen (Hg.)
Beidseits von Auschwitz - Identitäten in Deutschland nach 1945

Lichtig-Verlag, erschienen im April 2015
Gebunden, 346 Seiten
Preis: 21,50 Euro
ISBN: 978-3-929905-34-2
www.lichtig-verlag.de

Weitersehen:

Auf das Leben!

Die 84-jährige ehemalige Cabaret-Sängerin und Holocaust-Überlebende Ruth (Hannelore Elsner) verliert durch die Zwangsräumung ihrer Wohnung und dem darauffolgende Umzug in ein SeniorInnenheim die Lust am Leben. Dabei lernt sie den 29-jährigen Jonas (Max Riemelt) kennen, der als Möbelpacker arbeitet. Dieser ist schwer krank, lebt seit der Trennung von seiner Freundin in einem Kleinbus und versucht sich mit einem exzessiven Lebensstil abzulenken. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine enge Freundschaft.
Der Film basiert auf Stephen Glantz´ Roman "Wenn Steine weinen können".
www.aufdasleben-film.de


Kultur Beitrag vom 26.08.2015 Magdalena Herzog 

   




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