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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.12.2015

Ulrike Ottinger - Weltreise. Ausstellung vom 2. Dezember 2015 bis 27. Februar 2016 mit begleitender Fotoausstellung und Filmreihe
Helga Egetenmeier

Die Berliner K├╝nstlerin, Fotografin, Kuratorin und Filmemacherin entwickelte aus ihrer Reise an die K├╝sten rund um die Beringsee im Sommer 2014 mehrere Gro├čprojekte, die in der Staatsbibliothek..



... zu Berlin und in der Galerie Johanna Breede Photokunst zu erleben sind, erg├Ąnzt durch eine Filmreihe im Arsenal und dem nachfolgenden Start ihres neuesten, dazugeh├Ârigen Films im M├Ąrz 2016.

Die Beringstra├če ist eine nur 82 Kilometer breite Meerenge, die den ├Ąu├čersten Norden der USA und Russland voneinander trennt. Die K├╝nstlerin, Fotografin und Filmemacherin Ulrike Ottinger reiste im Sommer 2014 auf den Spuren des Autors und Naturforschers Adelbert von Chamisso zur Inselkette der Aleuten (Alaska/U.S.A.) sowie in die am weitesten ├Âstlich gelegenen Regionen Russlands, nach Kamtschatka und Tschukota. Aus dem gesammelten Material entstanden zwei Ausstellungen, die nun in Berlin zu sehen sind, samt einer begleitenden Filmreihe einiger ihrer fr├╝heren Filme im Kino Arsenal. Der Film "Chamissos Schatten" wird im M├Ąrz 2016 in die Kinos kommen.

Ulrike Ottinger verbindet Ethnologie und gesellschaftspolitisches Interesse schon immer mit ihrer Kunst. Im Berlin der 70er Jahre waren die Schaupl├Ątze f├╝r ihre Filme Industriebrachen und sie besch├Ąftigt sich vor allem mit dem Leben von Au├čenseiter_innen. Sp├Ąter dreht sie auch in der Mongolei, der Taiga Chinas und in einer nord-japanischen Schneelandschaft.

1942 als Ulrike Weinberg in Konstanz geboren und am Bodensee aufgewachsen, lebt seit 1973 in Berlin. Sie kommt unehelich zur Welt ÔÇô ihre Mutter ist J├╝din und die N├╝rnberger Rassengesetze verbieten Mischehen. Ihr Vater er├Âffnet nach dem Krieg ein Dekorationsgesch├Ąft und Ulrike begleitet ihn, wenn er die Decken oder W├Ąnde von Kinos bemalt. Mitte der 60er Jahre lebt sie als freie K├╝nstlerin in Paris. Dort wird sie Meistersch├╝lerin bei dem renommierten Radierer Johnny Friedl├Ąnder, besucht Vorlesungen bei Claude L├ęvi-Strauss, Louis Althusser und Pierre Bourdieu. Ihren ersten Film "Laokoon und S├Âhne" realisiert sie 1972-1973 zusammen mit der Multi-K├╝nstlerin Tabea Blumenschein. F├╝r ihre Filme ist Ottinger vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Preis der Publikumsjury Montreal und dem Bundesfilmpreis f├╝r "Johanna d┬┤Arc of Mongolia" und dem Preis der deutschen Filmkritik f├╝r "China. Die K├╝nste ÔÇô der Alltag" und "Prater" (2008), sowie 2011 den Hannah-H├Âch-Preis der Stadt Berlin. Mehrfach wurden bereits Retrospektiven ihres Werkes gezeigt.

Neben ihrer Arbeit als Filmregisseurin inszeniert Ottinger auch am Theater und an der Oper. So hat sie 2000 am Berliner Ensemble bei der Urauff├╝hrung von Elfride Jelineks "Das Lebewohl" Regie gef├╝hrt. Als bildende K├╝nstlerin war sie unter anderem an der Biennale di Venezia, der Documenta und der Berlin Biennale beteiligt.
W├Ąhrend ihrer gesamten k├╝nstlerischen Laufbahn widmet sie sich auch der Fotografie.

Ausstellung "Weltreise. Forster - Humboldt - Chamisso - Ottinger"

Vom 2. Dezember 2015 bis zum 27. Februar 2016 ist in der Staatsbibliothek zu Berlin, gef├Ârdert von der Kulturstiftung des Bundes, die von Ulrike Ottinger zusammengestellte Ausstellung zu erleben.

Aus ihrer gro├čen Reise im Sommer 2014 brachte sie neben Filmen, Fotografien auch das Konzept f├╝r die Ausstellung mit. Daf├╝r wurde ein in dunklem Blau gehaltenes Zelt errichtet, dessen Dach die Weite und Tiefe des Sternenhimmels und dessen Boden die Meeresoberfl├Ąche imaginieren lassen. Auf vier Gro├čleinw├Ąnden werden 960 Minuten Film gezeigt, die mit weiteren Objekten, u.a. von James Cook, Adelbert von Chamisso und Charles Darwin, sowie Ulrike Ottinger im Dialog stehen.

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Stra├če 33, 10785 Berlin
Montags - Mittwochs, Freitags, Samstags 11 - 19 Uhr
Donnerstags 13 - 21 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
blog.sbb.berlin

Fotoausstellung "Chamissos Schatten"

Vom 5. Dezember 2015 bis zum 27. Februar 2016 zeigt die Galerie Johanna Breede Photokunst die w├Ąhrend der Drehreise in und um die Beringsee zu dem gleichnamigen Film entstandenen Fotografien von Ulrike Ottinger.

Galerie Johanna Breede Photokunst , Fasanenstra├če 69, 10719 Berlin
Dienstag bis Freitag 11 - 18 Uhr
Samstag 11 - 16 Uhr
www.photography-now.com

Das Arsenal pr├Ąsentiert zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 ausstellungsbegleitend f├╝nf Werke von Ulrike Ottinger.

Im Dezember:
Dienstag, 8. Dezember 2015, 19 Uhr: "Johanna D┬┤Arc of Mongolia", BRD 1989, in Anwesenheit von Ulrike Ottinger
Dienstag, 22. Dezember 2015, 19.30 Uhr: "Unter Schnee", D 2011
www.arsenal-berlin.de


Weitere Informationen zum k├╝nstlerischen Schaffen von Ulrike Ottinger unter:
www.ulrikeottinger.de und www.facebook.com/ulrikeottinger

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unter Schnee, ein poetischer Dokumentarfilm von Ulrike Ottinger ├╝ber das japanische Etchigo, das die H├Ąlfte des Jahres "Unter Schnee" liegt. (2011)

"Die koreanische Hochzeitstruhe" (2009). Urspr├╝nglich wollte Ulrike Ottinger nur einen Kurzfilm drehen, einen Beitrag f├╝r das Internationale Frauenfilmfestival in Seoul. Auf ihrer Koreareise sammelte sie aber so viel Material, dass ein abendf├╝llender Dokumentarfilm entstanden ist.

"S├╝dostpassagen" ein Dokumentarfilm von Ulrike Ottinger In ihrem dreiteiligen essayistischen Dokumentarfilm erz├Ąhlt die Regisseurin von kulturellen Begegnungen - auf einer Reise von Berlin durch Osteuropa, mit zwei Stadtexpeditionen: Odessa und Istanbul (2005)

"Zw├Âlf St├╝hle" ein Spielfilm von Ulrike Ottinger (2005)

Bundesverdienstkreuz f├╝r Ulrike Ottinger im Januar 2009 - AVIVA-Berlin reflektiert ihre Arbeiten


Copyright Plakat der Ausstellung Weltreise: Gestaltung: zentrale

Kultur Beitrag vom 03.12.2015 Helga Egetenmeier 

   




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