Unsere kleine Schwester - Kinostart: 17.12.2015 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 16.12.2015

Unsere kleine Schwester ÔÇô DVD-Start am 17. Juni 2016
Helga Egetenmeier

Umimachi Diary, so der Titel der preisgekr├Ânten Manga-Serie von Akimi Yoshida, liefert den Hintergrund f├╝r Hirokazu Kore-Edas Realfilm ├╝ber drei Schwestern, die nach dem Tod des Vaters ihre...



...unbekannte Halbschwester zu sich in das gemeinsame Haus aufnehmen. In Cannes feierte der Film dieses Jahr seine Weltpremiere und wurde mit dem Publikumspreis beim 63. San Sebastian International Film Festival ausgezeichnet.

F├╝r ihr "Tagebuch einer kleinen K├╝stenstadt", so die deutsche ├ťbersetzung von "Umimachi Diary", wurde die weit ├╝ber Japan hinaus bekannte Manga-Autorin Akimi Yoshida auf dem Japan Media Arts Festival 2007 mit dem "Preis f├╝r Exzellenz" ausgezeichnet. Die ├änderung (Original├╝bersetzung: "Tagebuch einer kleinen K├╝stenstadt) des Titels in "Unsere kleine Schwester" lenkt den Blick zwar offenkundiger auf die Figuren. Die K├╝stenstadt Kamakura mit ihrem Sandstrand und das alte gem├╝tliche Haus des Vaters verkn├╝pfen sich als Lebensraum der Geschwister jedoch emotional und ├Ąsthetisch mit ihnen.

Der japanische Film steht in der Tradition von komplexen und feingesponnenen Geschichten, die ohne Eile ihrer schl├╝ssigen Dramaturgie folgen und damit emotionale Tiefen erreichen. Dies gl├╝ckt auch Regisseur Kore-Eda, dessen dreizehnj├Ąhrige Protagonistin Suzu sich nach der Beerdigung ihres Vaters ihren drei erwachsenen Halbschwestern anschlie├čt. Sie folgt ihnen in ihr Zuhause, einem ger├Ąumigen Holzhaus inmitten eines Gartens, das diese allein bewohnen seit ihre Eltern sie dort zur├╝cklie├čen. W├Ąhrend die J├╝ngste die ├älteren aufmerksam beobachtet, wird sie langsam ein gleichberechtigter Teil dieser Familie von Schwestern.

Akimi Yoshida, deren Manga als Filmvorlage diente, ver├Âffentlichte ihr erstes Werk bereits 1977 und ist heute eine der bekanntesten und mit mehreren Auszeichnungen bedachte Mangaka. Sie steht mit ihren Inhalten und Stilelementen f├╝r ein weibliches Zielpublikum, durchbricht diese Stereotype aber auch mit Actionszenen, speed lines und klarer Stilf├╝hrung. Frauendiskriminierung ist eines ihrer Themen, ihre Erz├Ąhlform reicht von Science Fiction bis Coming-of-Age-Geschichten. "Banana Fish" ist nit neunzehn Sammelb├Ąnden ist ihr bisher umfangreichstes Werk: ein Manga-Krimi ├╝ber den schwulen Anf├╝hrer einer New Yorker Stra├čengang.

Regisseur Hirokazu Kore-Eda, der auch das Drehbuch f├╝r diesen Realfilm schrieb - meist entstehen aus Manga Animefilme - und auch den Schnitt verantwortet, war schon mehrfach mit seinen Filmen in Cannes vertreten. So erhielt sein Familiendrama "Like Father, like Son" 2013 den Preis der Jury. F├╝r seinen bewegenden, auf Tatsachen beruhenden Spielfilm "Nobody Knows" um vier verwahrloste Kinder wurde er 2004 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. "Meine kleine Schwester", ein Familienthema mit einer leichteren Note, hatte seine Premiere beim diesj├Ąhrigen Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals in Cannes.

F├╝r die Musik engagierte Hirokazu Kore-eda die bereits f├╝r unz├Ąhlige Anime-Soundtracks, Realfilme und Computerspiele verantwortliche Komponistin, Soundproduzentin und Musikerin Yoko Kanno. Ihre Kl├Ąnge und Kompositionen verbinden sich achtsam mit den in Bilder und Worte gefassten Emotionen und dr├Ąngen sich dabei nie in den Vordergrund.

Regisseur Hirokazu Kore-eda, 1962 in Tokio geboren, studierte Literatur, arbeitete dann bei einer unabh├Ąngigen TV-Produktionsfirma und drehte dort zahlreiche preisgekr├Ânte Fernseh-Dokumentarfilme ├╝ber die Themen Erinnern, Leben und Sterben. F├╝r seinen Deb├╝t-Spielfilm "Mabarohsi - Das Licht der Illusion" erhielt er 1995 den Golden Osella-Preis der 52. Internationalen Filmfestspiele von Venedig, weitere Filme und Auszeichnungen folgten. Er gr├╝ndete 2004 seine eigene Produktionsfirma "Bun-Buku" und begann 2012 auch TV-Serien zu drehen.

Die Hauptdarstellerinnen:

Haruka Ayase
wurde 1985 in Hiroshima geboren und machte durch zahlreiche TV-Rollen auf sich aufmerksam, bevor sie 2008 f├╝r ihre Darstellung in "Cyborg She" internationale Anerkennung erhielt. F├╝r ihre Leistung in "Oppai Volleyball" (2009) wurde sie f├╝r den Japan Academy Prize in der Kategorie Beste Schauspielerin nominiert. Mit Kiyoshi Kurosawas Science Fiction "Real" war sie 2013 auf dem Locarno Film Festival und beim Toronto International Film Festival.

Masami Nagasawa wurde 1987 in Iwata geboren und gewann als Zw├Âlfj├Ąhrige einen Nachwuchstalente-Wettbewerb der Filmproduktionsstudios Toho und gab im selben Jahr ihr Deb├╝t als Schauspielerin in dem Horrorfilm "Pyrokinesis". Drei Jahre sp├Ąter erhielt sie f├╝r ihre Hauptrolle in "Robot Contest" den Nachwuchspreis der Japan Academy. F├╝r den Film "Nada so so" war sie 2007 als Beste Hauptdarstellerin f├╝r den Japanese Acadamey Award nominiert.

Kaho, geboren 1991 in Tokio, bekam f├╝r ihre erste Hauptrolle in "A Gentle Breeze in the Village" (2007) den Nachwuchspreis der Japan Academy, der Film wurde auf dem Toronto International Film Festival uraufgef├╝hrt. Sie ist in verschiedenen TV-Serien und Spielfilmen zu sehen und arbeitet auch als Model.

Suzu Hirose, wurde 1998 in Shizuoka geboren und durch die Agentur ihrer ├Ąlteren Schwester entdeckt. Sie begann 2012 eine Model-Karriere und gab ihr Schauspieldeb├╝t ein Jahr sp├Ąter in der TV-Serie "Kasukana Kanojo". Nach weiteren Filmen wurde sie 2015 durch die Hauptrolle in der Serie "Gakko no Kaidan" zu einer der ber├╝hmtesten Jungschauspielerinnen Japans.

Musik: Yoko Kanno, 1964 in Sendai geboren, ist eine japanische Komponistin, die bereits mit zehn Jahren ihr erstes St├╝ck verfasste. Ihr erster Solo-Anime-Soundtrack wurde 1994 ver├Âffentlicht, seitdem ist sie Komponistin und Soundproduzentin, wie auch Bandleaderin der Blues-/Jazzband "The Seatbelts".

Mangaka: Akimi Yoshida wurde 1956 in Tokio geboren und arbeitet als professionelle Manga-Zeichnerin. Ihre Werke richten sich thematisch und stilistisch vorwiegend an ein weibliches Publikum. 1977 wurde ihr erstes Werk ver├Âffentlicht, ihr umfassendster Manga "Banana Fish", mit neunzehn Sammelb├Ąnden, wurde teilweise ins Deutsche ├╝bersetzt. Ab 2006 arbeitete sie f├╝r das Flowers-Magazin an der Manga-Serie "Umimachi Diary", f├╝r den sie auf dem Japan Media Arts Festival 2007 den "Preis f├╝r Exzellenz" gewann.

AVIVA-Tipp: Diese feine Geschichte ├╝ber vier Schwestern, die sich ihren Alltag teilen, ben├Âtigt weder HeldInnen noch dramatische Wendungen f├╝r ihren anziehenden Charme. Eine starke Leistung des Drehbuchs und seiner Manga-Vorlage ist die geschickte Verwebung der liebensw├╝rdigen Figuren mit ihren pers├Ânlichen Herausforderungen in den Lauf der Zeit.

Festivals
Internationales Filmfestival Cannes 2015, Wettbewerb
63. San Sebastian Filmfestival 2015, Publikumspreis

Unsere kleine Schwester
Nach dem Manga "Umimachi Diary" von Akimi Yoshida
Japan 2015
Regie, Drehbuch, Schnitt: Hirokazu Kore-eda
Musik: Yoko Kanno
DarstellerInnen: Haruka Ayase, Masami Nagasawa, Kaho, Suzu Hirose, u.a.
UNSERE KLEINE SCHWESTER wird von Pandora Film Home in Deutschland und ├ľsterreich auf DVD und als EST/VoD ver├Âffentlicht, im Vertrieb von AL!VE.
Laufzeit Hauptfilm: 123 Min. Laufzeit Bonusmaterial: ca. 20 Min.
Extras: Pandora Trailershow
Set-Inhalt: 1 DVD
Sprachen: Deutsch, Originalfassung (Japanisch)
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1.
Bildformat: 1:1,85
Verkauf: EAN (DVD): 4042564162776
Best.Nr DVD: 6416277
DVD-Start am 17. Juni 2016

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.kleine-schwester.pandorafilm.de

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Kultur Beitrag vom 16.12.2015 Helga Egetenmeier 

   




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