Petting Zoo - Buch und Regie Micah Magee. Kinostart 19.05.2016 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500 DIE FL├ťGEL DER MENSCHEN Happy End
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.05.2016

Petting Zoo - Buch und Regie Micah Magee. Kinostart 19. Mai 2016
Helga Egetenmeier

Micah Magee geh├Ârt zur neuen Generation der US-Independent-Regisseurinnen mit dem genauen Blick auf lokale Themen. Ihr Drehort, San Antonio, lag 2011 auf Platz Zwei der US-Schwangerschaftsrate bei Minderj├Ąhrigen. Magee verbrachte dort...



... ihre Kindheit und Jugend und erz├Ąhlt aus eigenen Erfahrungen als schwangere Teenagerin. Als Weltpremiere pr├Ąsentierte die Berlinale 2015 diesen Abschlussfilm ihres Regie-Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie.

"Durch das Genaue und ├ľrtliche erreicht man was Allgemeing├╝ltiges." sagt Micah Magee, durchaus zutreffend, ├╝ber ihren Film. So folgt sie mit der Kamera dokumentarisch, wie auch assoziativ, f├╝r ein paar Monate Layla, die kurz vor ihrem Schulabschluss unerwartet schwanger wird. Die Bilder sprechen f├╝r sich, so dass die wenigen Worte durchaus reichen. Geschickt vermittelt sich, dass die jungen Leute an diesem Ort in Texas wenig zu sagen haben. Neben einem innigen Verh├Ąltnis zu ihrer Gro├čmutter teilt sich Layla nur ihrer besten Freundin Melanie mit - die jungen Frauen werden hinrei├čend gespielt von Devon Keller und Deztany Gonzales.

Petting Zoo fokussiert n├╝chtern und behutsam die Einsamkeit der 17-J├Ąhrigen und erscheint so eher als das Gegenteil von Juno, der Kom├Âdie zum Thema aus dem Jahr 2007. Beide Filme pr├Ąsentieren jedoch handelnde und damit starke Heranwachsende, die auf ihre eigene Art Mut besitzen und nicht an dem traditionellen Rollenmodell h├Ąngen. F├╝r die ruhige Layla ergeben sich immer wieder Momente der Leichtigkeit, in denen sie ihr Leben genie├čt.

Layla ist aber auch eine Frau auf dem Weg zur Erwachsenen, die ihren K├Ârper und ihre Sexualit├Ąt gerade erst entdeckt und durch ein begehrtes Stipendium f├╝r die Uni die Chance auf einen neuen Lebensweg erh├Ąlt. An diesem Punkt schwanger zu werden verkompliziert das Leben der jungen Frau ungemein. Wie das renommierte Guttmacher Institute ver├Âffentlichte, hat die U.S. Teenagerschwangerschafts, - geburten und - abtreibungsrate der 15 - 19-J├Ąhrigen zwar ihren Tiefpunkt der letzten vier Jahrzehnte erreicht, jedoch bleibt die Schwangerschaftsrate in Texas mit 65 auf 1.000 Frauen ├╝berdurchschnittlich hoch.

Den zum "Bible Belt" geh├Ârenden Bundesstaat thematisiert die Regisseurin vor allem ├╝ber Laylas christlich-fundamentalistische Eltern, vor denen sie zur Gro├čmutter geflohen ist und die ihr die Genehmigung zur Abtreibung verweigern. Damit nimmt Magee auch Bezug zu dem von texanischen Schulen mitgepr├Ągten konservativen Familienmodell. 94 % verweisen auf Abstinenz als einzige Verh├╝tungsmethode.

Die neuen US-Independent-Regisseurinnen

Wie Micah Magee geh├Âren zu der neuen Generation der Independent-Regisseurinnen, die sich nicht in Feelgood-Filmen verlieren, sondern gesellschaftlich virulente Themen fokussiert anpacken, Ava DuVernay, die mit Selma auf der Berlinale 2015 gl├Ąnzte. Der unabh├Ąngigen Filmemacherin Kelly Reichardt, bekannt durch den Polit-Thriller Night Moves und das Frauendrama Wendy und Lucy widmete das Arsenal in Berlin im Mai 2016 eine Werkschau. Debra Granik erhielt f├╝r ihr dokumentarisch wirkendes, in Missouri angesiedeltes Sozialdrama Winter┬┤s Bone 2011 eine Oscarnominierung in vier Kategorien.

AVIVA-Tipp: Ein beeindruckender Frauenfilm, der nie zu laut oder zu aufdringlich, sondern in intensiven und langen Einstellungen zeigt, dass in der jungen, zur├╝ckhaltenden Protagonistin eine toughe Teenagerin steckt, die ihr Leben in die Hand nimmt. Ein Film, der auch deshalb im Ged├Ąchtnis bleibt, weil er sich nicht gespielt aufdr├Ąngt und mit Devon Keller eine imponierende Hauptdarstellerin in ihrer ersten Filmrolle pr├Ąsentiert.

Zur Regisseurin: Micah Magee, Drehbuchautorin und Regisseurin, war zun├Ąchst Managerin beim Filmfestival in Austin, Texas. Durch ein Fulbright-Studium f├╝r Journalismus kam sie nach Berlin, wo sie zusammen mit ihrem Mann Johan Carlsen die Produktionsfirma Makrorama betreibt. Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, drehte preisgekr├Ânte Kurzfilme. Krankenhaus wurde in Oberhausen als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, Heimkommen lief in Angers und wurde von der Deutschen Filmakademie mit einem Lola in Gold geehrt. Petting Zoo ist ihr erster Spielfilm.
Zur Hauptdarstellerin: Devon Keller wurde mit 16 Jahren zuf├Ąllig f├╝r diese Rolle auf einer Highschool von der Regisseurin entdeckt. Es dauerte zwei Monate bis sie und ihre Mutter ├╝berzeugt waren, zu einem Vorsprechen zu erscheinen. Sie hatte noch nie gespielt und zweifelte, ob sie die Rolle ausf├╝llen k├Ânnte. Nach den Dreharbeiten machte sie ihren Abschluss und studiert nun in San Antonio, arbeitet in einem Steakhaus und wohnt bei ihrer Mutter.
(Quelle: Peripher Filmverleih)

Petting Zoo
D, USA, Griechenland 2015
Regie und Drehbuch: Micah Magee
DarstellerInnen: Devon Keller, Austin Reed, Deztany Gonzales, Adrienne Harrell, Jocko Sims, u.a.
Verleih: Peripher
Laufl├Ąnge: 92 Minuten, OmU
Kinostart: 19.05.2016
Mehr zum Film unter: www.pettingzoomovie.com

Weiterf├╝hrende Informationen unter:

Das Guttmacher Institute ist eine gemeinn├╝tzige Organisation mit Sitz in den USA, die zur Unterst├╝tzung von reproduktiver Gesundheit (reproductive health) durch Geburtenkontrolle, einschlie├člich Abtreibung, auch global, arbeitet. Das Institut ist nach Alan Frank Guttmacher benannt, der es 1968 als Center for Family Planning Program Development gr├╝ndete. Der Sohn von Rabbi Adolf Guttmacher und Laura Oppenheimer wurde 1898 in Baltimore geboren.
www.guttmacher.org


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin

Achtzehn - Wagnis Leben. Ein Film von Cornelia Gr├╝nberg.
Die spannende Langzeitdokumentation begleitet vier M├Ądchen, die mit vierzehn Jahren ungewollt schwanger wurden und sich nun, kurz vor ihrer Vollj├Ąhrigkeit, der Frage stellen m├╝ssen, ob sie die volle Verantwortung f├╝r ihre Kinder ├╝bernehmen k├Ânnen. (2014)

NoViolet Bulawayos - Wir brauchen neue Namen
NoViolet Bulawayos Deb├╝t erz├Ąhlt von einer Kindheit in Simbabwe und einer Jugend in den USA. Mit poetischer Sprache und Wortwitz lotet sie Fremde, Heimat und ihre Schnittstellen im Selbst aus. (2014)

17 M├Ądchen - ein Film von Delphine und Muriel Coulin.
Camille (Louise Grinberg) ist siebzehn Jahre alt und schwanger. Der Erzeuger ist desinteressiert, ihre Mutter (Florence Thomassin) ├╝berfordert und ihr Abitur gef├Ąhrdet ÔÇô trotzdem beschlie├čt sie, das Kind zu bekommen. (2012)

Wendy and Lucy - Regie Kelly Reichardt
Eine junge Frau bricht nach Alaska auf, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Ihr einziger Trost: Hund Lucy. Leises amerikanisches Sozialdrama mit einer hervorragenden Michelle Williams. (2009)

Juno. Coming-of-Age-Kom├Âdie mit Ellen Page
Ein Film mit Witz und tollen Dialogen ├╝ber eine Teenagerschwangerschaft in einer typischen amerikanischen Kleinstadt, die ohne g├Ąngige Teeny-Stereotypen auskommt. (2008)


Kultur Beitrag vom 17.05.2016 Helga Egetenmeier 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken