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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 08.08.2016

Looping - Das Kinospielfilmdebüt von Leonie Krippendorff. Mit Jella Haase, Lana Cooper und Marie-Lou Sellem. Kinostart: 25. August 2016
Laura Seibert

Leila, Frenja und Ann treffen sich als Patientinnen einer psychiatrischen Klinik an der Ostsee. Die Außenwelt fliehend, verbindet sie fast unmittelbar eine zärtlich-verliebte Dreisamkeit, die sie bald wieder aufgeben müssen.



Drei Frauen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, werden im gleichen Zimmer untergebracht:

Leila, 19 Jahre, lebt auf Rummelplätzen. Frenja, Mitte dreißig, hat eine kleine Tochter und wohnt mit ihrem Partner Ole zusammen. Ann, 52 Jahre, ist die älteste und eine Abenteurerin. Nicht selten mischt sie die Stimmung auf, organisiert Marihuana und stiftet zum nächtlichen Nacktbaden an. Dabei gibt sie sich nie preis. Warum sie in der Klinik ist, weiß nur Frenja, aber auch sie hält dicht.

Fluchtpunkt Utopie

Zu dritt lassen sie ihre schmerzhaften Leben hinter sich, schaffen einen intimen und privaten Rückzugsort in einer Institution, die am wenigsten Geborgenheit verheißt. Leila, von ihrer besten Freundin Sarah für Paul verschmäht, trifft endlich andere Frauen, mit denen sie schlafen, einschlafen und zusammen sein kann. Ewig scheinen diese Momente der Dreisamkeit anzudauern. Fürsorge, Zärtlichkeit und Begehren verbinden Leila, Frenja und Ann, die sich innerhalb des Kliniklebens nicht mehr im Stich lassen. Doch die Realität, die zurückgelassenen Leben, aus denen sie sich vorübergehend befreit haben, dringt immer wieder in ihre Parallelwelt durch.

Mit reduzierten, aber umso stärkeren Dialogen, kommt Vieles im Ungesagten zur Sprache. Als Leilas Vater sie in die Klinik begleitet, verabschiedet er seine Tochter, ohne zu verstehen, was vor sich geht. "Willst du es wissen?" Sprichwörtliches Schweigen. Die vielen wortlosen Sequenzen werden untermalt von einem atmosphärischen, experimentellen Soundtrack der in Berlin lebenden Folkmusikerin Tammy Ingram, der die aufgeladenen, beklemmenden und manchmal euphorischen Gefühle musikalisch erfahrbar macht.

Und was kommt dann?

In Rückblenden erfährt die Zuschauerin nach und nach Einzelheiten über die unterschiedlichen Biographien der Protagonistinnen, sowohl durch eindeutige als auch nur angedeutete, episodenhafte Bilder. Gewalterfahrungen und Missbrauch haben tiefe Spuren hinterlassen. Aber auch Verlassen-Werden und der zermürbende Alltagswahnsinn forderten ihre Kräfte heraus. Umso kostbarer wird die vertrauensvolle Intimität zwischen Leila, Frenja und Ann. Rauchend, lachend, tanzend, verbringen sie fast jede Minute zusammen.

Leila: "Ich muss mal raus hier aus diesem Kaff - Hey! Ich hab gar nicht richtig gezogen."
Frenja: "Das solltest du auch nicht. Vielleicht habe ich dich ja geschwängert." (Lachen)
Leila: "Also?"
Ann: "Also gut. Was unsere Prinzessin möchte."

Obwohl die Klinik ihr einziger Zufluchtsort bleibt, reißen sie nachts regelmäßig aus. Unausweichlich sehen sie sich immer dringender mit der Frage konfrontiert, was kommen wird, wenn ihre gemeinsame Zeit wieder vorbei ist. Frenja will zurück zu ihrer Tochter Lilli. Leila träumt von einem gemeinsamen Leben als Schaustellerinnen, ein Traum, in dem Lilli, Frenja und Ann Platz haben, Frenjas Partner Ole jedoch nicht. Und Ann verschwindet immer wieder, kapselt sich ab.

AVIVA-Tipp: Ein berührendes und außergewöhnlich intensives Drama über drei Frauen, die außerhalb der Klinik kaum etwas verbindet, sich aber trotz ihrer Verschiedenheit darauf einlassen, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Gleichzeitig birgt der Film die hoch relevante Kritik einer frauenfeindlichen Gesellschaft, in der Frauen an kaum einem Ort frei sein können, über ihre Lebensentwürfe und sexuellen Orientierungen selbst zu bestimmen. In ihrem ersten Langspielfilm beweist die Regisseurin Leonie Krippendorff eine beeindruckend sensible Beobachtungsgabe, welche in der reduzierten Erzählweise dramaturgisch wirkungsvoll zur Geltung kommt und das Wesentliche gekonnt einfängt.

Zur Regisseurin: Leonie Krippendorff wurde 1985 in West-Berlin geboren. Nach dem Realschul-Abschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Fotografin. Im Jahr 2009 begann sie ein Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Seit September 2015 ist die Meisterschülerin bei Prof. Andreas Kleinert. "Looping" ist ihr Diplom- und erster Langspielfilm. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Spielfilm, "Elefantenkinder".

Die Hauptdarstellerinnen:

Die Berlinerin Jella Haase, geboren 1992, spielt schon seit ihrer frühen Kindheit Theater. Mit 17 hatte sie ihre erste Hauptrolle in dem Fernsehfilm "Mama kommt!". Für ihren Auftritt in Ziska Riemanns "Lollipop Monster" (2011) und David Wnendts "Kriegerin" (2011) erhielt sie den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Für ihre Rolle als minderjährige Prosituierte in dem Bremer Tatort "Puppenspieler" wurde sie zwei Jahre später mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis geehrt. 2013 spielte sie auch in dem Spielfilm "Puppe" mit. Dem breiten Kinopublikum ist Haase aus den Schulkomödien "Fack ju Göhte" 1 und 2 bekannt. Auf der Berlinale 2016 wurde sie dafür mit dem Preis Europäischer Shootingstar geehrt.

Lana Cooper wurde 1981 in Hamburg geboren, wo sie von 2002 bis 2004 als Mitglied des Jugendtheaterclubs Backstage am Deutschen Schauspielhaus erste Bühnenerfahrung sammeln konnte und im Anschluss am Schauspiel-Studio Frese studierte. Ihr Kinodebüt hatte Cooper im Jahr 2008 in der gefeierten Verfilmung von Heinz Strunz´ Bestseller "Fleisch ist mein Gemüse". Ihre erste Hauptrolle spielte sie in R. P. Kahls "Bedways" (2010). Den endgültigen Kino-Durchbruch schaffte sie mit Jakob Lass´ Liebeskomödie "Love Steaks" (2013). Für ihre Rolle als Küchenangestellte erhielt Cooper beim Filmfest München den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel.

Marie-Lou Sellem, 1966 in Göttingen geboren, wuchs im französischen Rennes auf. Nach einem Schauspielstudium an der Essener Folkwang-Hochschule erhielt sie an der Philharmonie Essen ihr erstes Theaterengagement. Einem breiten Publikum wurde sie mit Tom Tykwers "Winterschläfer" (1997) bekannt. Im Jahr 2002 war sie beim Deutschen Filmpreis für ihre Leistung in gleich drei Filmen nominiert: "Mein Bruder, der Vampir", "Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge". Im deutschen Fernsehen tritt sie immer wieder in Krimi-Formaten in Erscheinung (u.a. Tatort, Der Kriminalist, Ein Fall für zwei). 2013 spielte sie in Caroline Links Kinofilm "Exit Marrakech" mit.

Looping
D 2016
Buch und Regie: Leonie Krippendorff
Darstellerinnen: Jella Haase, Lana Cooper, Marie-Lou Sellem
Kamera: Jieun Yi
Schnitt: Jihyeon Park
Produktion: Alexander Säidow, Thorsten Lenz, Johannes Wöpkemeier
Musik: Tammy Ingram
Tongestaltung: Christoph Walter
Szenenbild: Sophia Kuhn
Kostümbild: Lena Nienaber
Maske: Anna Kunz
Casting: Bettina Kamps
Lauflänge: 106 Min.
Kinostart: 25. August 2016
Der Film im Netz: www.josthering.de

Die Musikerin Tammy Ingram im Netz: www.tammyingram.net


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Kultur Beitrag vom 08.08.2016 AVIVA-Redaktion 

   




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