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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.09.2016

Grüsse aus Fukushima - Drehbuch und Regie Doris Dörrie. DVD, Blu-Ray und VoD ab 8. September 2016, Filmmusik von Ulrike Haage auf CD
Helga Egetenmeier

Fünf Jahre nach der Dreifachkatastrophe von Fukushima nähert sich Doris Dörrie mit ihrem Spielfilm den dort noch heute in Notunterkünften lebenden Menschen. Zwei willensstarke Frauen, die...



...unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen in diesem zerstörten Gebiet mit ihrer Einsamkeit, Trauer und Schuld aufeinander und nähern sich, trotz aller kulturellen Unterschiede, einander an.

Mit dem Geigerzähler in der Hand und dem Schutzfilter vor dem Mund fährt die junge Clownin Marie (Rosalie Thomass) durch die zerstörte Landschaft der Präfektur Fukushima. In Schwarz-Weiß gedreht, verstärkt der farblose Kamerablick ihre Wahrnehmung der gespenstischen Umgebung. Sie hat sich von Deutschland nach Japan aufgemacht, um dort mit der Hilfsorganisation "Clowns4Help" für die Katastrophenopfer zu spielen.

Dabei trifft Marie auf Satomi (Kaori Momoi), die letzte Geisha Fukushimas, die nicht besonders erfreut ist über die befremdliche Bespaßung. Beide verbindet ihre Flucht vor der Vergangenheit und so ziehen sie zu zweit in Satomis verwüstetes Haus in der Sperrzone. Langsam kommen ihre traumatisierenden Erlebnisse, die ihnen den Boden unter ihren Füßen wegzogen, an die Oberfläche.

Doris Dörrie, die ihre Faszination für Japan bereits in ihren Filmen "Erleuchtung garantiert" (2000) und "Kirschblüten - Hanamie" (2008) ausdrückte, reiste im November 2011, ein halbes Jahr nach den Katastrophen, ins japanische Fukushima. Dort erlebte sie Menschen, die noch immer nicht wirklich fassen konnten, was ihnen passiert war.

Nachdem Dörrie so den Anstoß zu ihrem Film bekam, nutzte sie zur dessen Umsetzung auch die Kenntnisse von Moshe Cohen, der 1985 in den USA die Organisation "Clowns Without Borders" gegründet hatte. Der seit 35 Jahren als Clown auftretende Künstler, hier in seiner ersten Filmrolle, reist weltweit in Krisengebiete, um den Menschen dort das Schwere leichter zu machen.

Das Bonusmaterial der DVD bietet die Möglichkeit, mehr über die Bedingungen der Dreharbeiten im Katastrophengebiet zu erfahren. Dörrie drehte dort mit einem kleinen Team und integrierte die in einer Temporary Housing Community lebenden Japanerinnen in die Handlung. Hauptsächlich ältere Frauen, die ihre Vergangenheit verloren haben und für sich keine Zukunft sehen, leben weiterhin in diesen Wohncontainern außerhalb der Sperrzone.

Die Filmmusik kreierte Ulrike Haage mit einfühlsamen und zurückgenommenem Arrangements, die sich nahezu unmerklich beifügen. Sie nimmt dabei sowohl die Atmosphäre der Schwarz-Weiß-Bilder auf, wie auch die vielfältigen Gefühle der ProtagonistInnen. Naturgewalten mit Rauschen und Donnern finden genauso in den Stücken Platz, wie der Song "Radiation Vacation", der die beiden ungleichen Frauen zu einem gemeinsamen Kurzurlaub aus der verbotenen Zone begleitet.

AVIVA-Tipp: Anhand einer ungewöhnlichen Frauenfreundschaft, verkörpert von zwei beeindruckenden Schauspielerinnen, die sowohl Trauer wie auch Humor und Stärke in ihrer Körpersprache zeigen, erzählt Doris Dörrie von den Katastrophen von Fukushima. Trotz aller Schwere, ist es auch ein leichter und anmutiger Film, der zeigt, dass es Wege gibt, den Willen für einen Neuanfang zu finden.

Auszeichnungen
Heiner-Carow-Preis 2016 der DEFA-Stiftung
CICAE Art Cinema Award 2016
Bayerischer Filmpreis 2016 für Rosalie Thomass als beste Darstellerin

Zur Regisseurin und Drehbuchautorin: Doris Dörrie lebt in München und zählt seit mehr als 30 Jahren zu den wichtigsten Filmkünstlerinnen Deutschlands und hat KritikerInnen- und auch Publikumserfolge wie die Komödien "Männer" (1985) und "Keiner liebt mich" (1994) sowie das ebenfalls in Japan spielende Roadmovie "Kirschblüten - Hanami" (2008) inszeniert. Zu ihren jüngsten Kinoarbeiten zählen der Dokumentarfilm "Dieses schöne Scheissleben" (2014) über weibliche Mariachi in Mexiko, der mit dem Bayerischen Filmpreis 2012 ausgezeichnete Liebesfilm "Glück" (2012) und die Komödie "Die Friseuse" (2010). Zusätzlich zu ihrer Filmarbeit veröffentlicht Doris Dörrie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher und arbeitet als Professorin an der Hochschule für Fernsehen und Film München.
www.imdb.com

Zur Hauptdarstellerin: Rosalie Thomass, geboren 1987, gab ihr Kinodebüt 2003 in dem Film "Emily will sterben" und wirkte seitdem in vielen weiteren Kinoproduktionen mit, darunter "Taxi" (2015), "Beste Chance" (2014) und "Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel" (2013), für den das gesamte Ensemble mit dem Deutschen SchauspielerInnenpreis geehrt wurde. Für ihre Rolle in "Grüsse aus Fukushima" wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.
www.facebook.com/rosaliethomass

Zur Hauptdarstellerin: Kaori Momoi wuchs in Tokio auf und zog mit 12 Jahren nach London, um drei Jahre an der britischen Royal Academy of Dance zu studieren. Sie stand 1971 erstmals in "To Love Again" vor der Kamera, wurde in den folgenden Jahren eine der führenden, mehrfach ausgezeichneten Schauspielerinnen Japans und spielte bis heute in mehr als 60 Filmen mit. Daneben verfolgt sie verschiedene Filmprojekte als Produzentin, Regisseurin und Drehbuchautorin und veröffentlichte als Sängerin bereits 15 Alben.
www.imdb.com

Filmmusik: Ulrike Haage im Ruhrgebiet aufgewachsen, an der Hamburger Musikschule ausgebildet, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Komponistin und spielte in verschiedenen Bands, wie "Reichlich weiblich", "Goto" und den "Rainbirds". 2003 erhielt sie als erste Frau den Deutschen Jazzpreis für ihr bisheriges musikalisches Lebenswerk. Sie zeichnet auch für zahlreiche preisgekrönte Hörspielproduktionen und Filmmusikkompositionen verantwortlich, 2014 wurde sie mit dem Deutschen Dokumentarfilm Musikpreis für "Meret Oppenheim - eine Surrealistin auf eigenen Wegen" ausgezeichnet.
www.ulrikehaage.com

Grüsse aus Fukushima
Deutschland 2016
Drehbuch und Regie: Doris Dörrie
DarstellerInnen: Rosalie Thomass, Kaori Momoi, Nami Kamata, Moshe Cohen, u.a.
Bonusmaterial: Making-of, Verleihung des Bayerischen Filmpreises an Rosalie Thomass, Pressekonferenz Berlinale, Interviews mit Doris Dörrie, Rosalie Thomass, Kaori Momoi, Deleted Scenes, Trailer, TV-Spot, Fotogalerie
Inkl. Hörfilm für Sehbeeinträchtigte und Untertitel für Hörgeschädigte, englische und deutsche Untertitel
Allgemeine Angaben DVD
Laufzeit DVD: ca. 104 Minuten + ca. 56 Minuten Bonus
Laufzeit BD: ca. 104 Minuten + ca. 97 Minuten Bonus
Verleih: Majestic Film
FSK: ab 12 Jahre
Release DVD / Blu-ray / Video on Demand: 08. September 2016

Mehr Infos zu "Grüsse aus Fukushima" unter:
www.gruesseausfukushima.de




Ulrike Haage
Grüsse aus Fukushima

Filmmusik, Audio-CD
Blue Pearls (Indigo)
VÖ: 11.03.2016


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Die Friseuse - Ein Film von Doris Dörrie. Hauptdarstellerin Gabriela Maria Schmeide ist mit sofortiger Wirkung voll da, wirbelt resolut und wortgewaltig eine etwas hilflose, später dankbare Kundin herum, zelebriert ihr Metier und erzählt derweil ihr extrem bewegtes Leben, beim Färben hat sie ja genug Zeit. (2010)

Doris Dörrie im Interview mit AVIVA-Berlin im Rahmen der Berlinale-Filmreihe "Eat, Drink, See Movies" zu ihrem Dokumentarfilm How To Cook Your Life über einen Zen-Priester, der mit Kochkursen buddhistische Philosophie vermittelt. (2007)

Beste Gegend. "Auf Fahrtwind und Freiheit" ist das Motto der bayerischen Madels Jo und Kati. Getreu dieser Maxime wollen sie nach dem Abitur auf große Weltreise gehen. Der Start glückt, doch dann kommt alles anders als erwartet. (2007)

Die Geisha. Die Geschichte spielt in einer geheimnisvollen und exotischen Welt, die auch heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. (2006)

Ulrike Haage - In:Finitum. Exquisite Tonexperimente präsentiert die allseits bekannte Pianistin auf ihrem dritten Soloalbum. Zwischen Wortlosigkeit und Klangkomfort, zwischen ausbalancierten und chaotischen Arrangements bewegt sich Ulrike Haage - ein Klanggenuss der Extraklasse. (2001)

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.clownswithoutborders.org

www.juedische-allgemeine.de: "Die Leichtigkeit des Schweren", ein Artikel über Moshe Cohen und seine Arbeit als Clown in Krisengebieten (2016)


Kultur Beitrag vom 06.09.2016 Helga Egetenmeier 

   




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