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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.09.2016

Pina Bausch und das Tanztheater. Vom 16. September bis 9. Januar 2017 im Martin-Gropius-Bau
Yvonne de Andrés

Unbedingt sehenswert! Die Ausstellung widmet sich der Arbeit der Tanz-Ikone Pina Bausch. Herzstück ist der Nachbau der "Lichtburg", des Probenraums in Wuppertal, ein Labor der Begegnung und Annäherung. Hier hat sie mit ihrer Compagnie die meisten ihrer Stücke entwickelt.



"Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt." (Pina Bausch)

Herzstück der Ausstellung ist ein originalgetreuer Nachbau der "Lichtburg" – jenes legendären Proberaums in einem alten Wuppertaler Kino, in dem Pina Bausch die meisten ihrer Stücke gemeinsam mit ihren Tänzerinnen und Tänzern entwickelt hat. "Die Lichtburg" befindet sich für die Dauer der Ausstellung im Lichthof des Martin-Gropius-Baus und ist sowohl der Einstieg und Mittelpunkt der Ausstellung. Ein Kino in einer Anmutung der 1950er Jahre. Normalerweise ist dieser intime Arbeitsort für das Publikum verschlossen. Hier hingegen öffnet sich der Raum. Das Betreten ist erwünscht. Begegnungen sollen stattfinden. Den Austellungsmacher_innen ist der performative Aspekt besonders wichtig. Tanz soll erfahrbar gemacht werden. Dazu bieten Mitglieder der Compagnie des Tanztheater Wuppertal kleine Bewegungssequenzen; Performances, Tanz-, Workshops, öffentliche Proben, Talks, Filme an, um die Themen der Ausstellung aufzugreifen, zu reflektiert und erfahrbar zu machen.



Die "Lichtburg" verwandelt sich in ein Labor des Erinnerns und die Transformation wird erfahrbar. Drumherum befinden sich thematisch geordnet unterschiedliche dokumentarische Materialien zur Person Pina Bausch, zur Arbeitsweise, zur Bühne, zu Koproduktionen, zum Ensemble und zu den Stücken des Tanztheaters Wuppertal: Fotografien, Programmhefte, genaue Choreographieabläufe und Notizen. Besonders spannend sind jedoch die vielen Videos und Filme in denen Pina Bausch den Werdegang ihrer Choreografin beleuchtet, ihre Arbeitsweise entfaltet und Einblicke in ihr Denken, Fühlen und Inspirationen ermöglicht. "Die Mittel des Tanztheater sind aus einer bestimmten Notwendigkeit, auch aus der Not heraus entstanden: Man ist das, was man ist, und wir können auf der Bühne nur zeigen, wer wir sind. Wenn man das tut, ist das ganz schön viel: zu zeigen, was wirklich ist."
Die Proben wurden immer aufgenommen und so konnte präzise am Ausdruck gefeilt, sortiert, korrigiert, verworfen und neu komponiert werden. Abläufe wurden minutiös festgelegt, um dann bei der Aufführung durch die Einführung von Materialien wie Wasser, Schlamm, Torf, Wiese in einer bestimmten Form den eingeübten Ablauf zu dekonstruieren.



Im letzten Raum der Ausstellung werden über sechs Leinwände Projektionen von Filmen und Videos von Vorstellungen des Tanztheaters Wuppertal gezeigt. Dieser Raum fasziniert durch eine besondere Ästhetik und lädt dazu ein, sich mit den Arbeiten näher zu beschäftigen. Dazu bietet das umfangreiche Begleitprogramm reichlich Gelegenheit.

Pina Bausch, geboren am 27. Juli 1940 in Solingen, gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und als eine der einflussreichsten Choreographinnen des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Ausbildung 1955 an der "Essener Folkwangschule" unter Leitung von Kurt Joos, war eine weitere wichtige künstlerische Station das zweijährige Stipendium an der renommierten "Juilliard School of Music" in New York. 1962 kehrte Bausch nach Essen zurück und übernahm dort die Leitung des Folkwang-Tanzstudios. Gleichzeitig begann sie als Dozentin an der Folkwang Hochschule zu lehren. Ihre Choreographie "Im Wind der Zeit" (1968) brachte ihr viel Aufmerksamkeit ein und beim Kölner Choreographen-Wettbewerb 1969 gewann sie den ersten Preis. Ende der Spielzeit 1973/74 wurde sie als Choreographin an die Wuppertaler Bühnen berufen. Auf ihren Wunsch hin wurde dieses in Tanztheater Wuppertal umbenannt. Gemeinsam mit ihrer Compagnie entwickelte sie eine neue Form des Tanztheaters. Sie erprobte neue Genres wie Tanzoper, Revue oder auch Operette, die sowohl tänzerische als auch theatralische Mittel verwenden. Über 50 Stücke kreierte sie bis zu ihrem plötzlichen Tod am 30. Juni 2009.



AVIVA-Tipp: "Ich kann kein Gebäude vertanzen oder sowas, also, ich bin wahnsinnig darauf angewiesen Menschen zu treffen, Leute kennenzulernen, dahin zu gehen, wo die Leute sind." Besonders fasziniert haben mich in der Ausstellung die Interviews. Dafür sollte frau Zeit mitbringen. Dabei erfährt die Besucherin, wie sich Pina Bausch dem Ausdruck ihrer Tänzerinnen und Tänzer genähert hat. "Ich habe mir nie vorgenommen, einen bestimmten Stil oder ein neues Theater zu erfinden. Die Form ist ganz von selber entstanden: aus den Fragen, die ich hatte. Ich habe in der Arbeit immer nach etwas gesucht, das ich noch nicht kenne." Sie hat Fragen gestellt. Wie zum Beispiel: "Zeigen Sie mir sechs Ausdrücke für Zärtlichkeit." Die eindringlichsten Formen sind so in die Choreographie eingeflossen. Sehr sehenswert, nicht nur für Pina Bausch Freund_innen.

Pina Bausch und das Tanztheater
16. September bis 9. Januar 2017

Veranstaltungsort: Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
Öffnungszeiten:
MI bis MO 10:00–19:00
DI geschlossen
Eintritt
10 Euro/ ermäßigt 6,50 Euro
Eintritt frei bis 16 Jahre

Weitere Infos und das Programm finden Sie unter:

www.berlinerfestspiele.de

www.pina-bausch-ausstellung.de

Mehr Infos zu Pina Bausch und dem Tanztheater unter:

www.pina-bausch.de

www.pina-film.de

www.facebook.com/pina.film

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Pina. Ab 30. September 2011 auf DVD, Blu-ray und Deluxe 3D-Blu-ray
Wim Wenders beweist, dass 3D vielmehr kann, als Animationen und Action-Blockbustern neue Attraktivität zu verleihen. Er eroberte sich die mittlerweile ausgefeilte Technik und gestaltete einen Tanzfilm über Pina Bausch, in dem er das Kinopublikum mitten ins Tanzensemble auf die Bühne holt und in urbane und naturnahe Umgebungen Wuppertals versetzt.

Pina Bausch erhält den Goethe Preis
Die weltweit erfolgreiche Choreografin wurde als erste Vertreterin der Tanzwelt und "Erfinderin einer neuen Kunst" mit der Auszeichnung der Stadt Frankfurt gewürdigt. (2008)


Copyright Fotos und Text: Yvonne de Andrés

Kultur Beitrag vom 17.09.2016 Yvonne de Andrés 

   




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