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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.04.2017

KÜNSTLERINNEN IM DIALOG. Drei Tassen und eine japanische Puppe
AVIVA-Redaktion

Unter diesem Motto zeigt "Das Verborgene Museum. Dokumentation der Kunst von Frauen e.V." vom 27. April 2017 - 06. August 2017 eine als Zwiegespräch in Bildern Europäischer Künstlerinnen der um 1900 geborenen Generation angelegte Ausstellung.



Köpfe, Akte, Stillleben, Landschaften und Portraits von Lotte Laserstein, Käthe Loewenthal, Ilse Heller-Lazard, Else Lohmann, Jacoba van Heemskerck, Alice Lex-Nerlinger, Gerda Rotermund, Eva Besnyö, Florence Henri, Natalja Gontscharowa und vielen mehr, die überwiegend den künstlerischen Positionen der Moderne nach dem Ersten Weltkrieg zuzurechnen sind.

"Künstlerinnen im Dialog" findet in diesem Frühjahr zum dritten Mal statt und ist ein Ergebnis der Lebens-, Berufs- und Werkerzählungen vieler Künstlerinnen, die Das Verborgene Museum während der letzten Jahrzehnte erstmals bekannt gemacht hat.
Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei Werke aus den 1920er-Jahren: Das expressionistische "Stillleben mit japanischer Puppe" (ca. 1925) von Martel Schwichtenberg (1896–1945) und das konstruktivistische "Stillleben mit Tassen" (1928) von Lou Loeber (1894–1983).

Martel Schwichtenberg, die sich in Anlehnung an die bekannte Cognacmarke den Vornamen Martel gab, war an Ausstellungen der Galerie Flechtheim in Berlin beteiligt, engagierte sich im Verein der Berliner Künstlerinnen und nahm sich äußerlich die Bildhauerin Milly Steger (1881–1948) in Herrenanzug mit Krawatte zum Vorbild, deren überlebensgroße Frauenakte an der Fassade des Hagener Stadttheaters 1911 für Furore gesorgt haben. Durch ihre jahrzehntelange Beschäftigung als Werbegrafikerin für die Firma Bahlsen in Hannover war Schwichtenberg nahezu ihr ganzes Leben finanziell abgesichert.

Die zwei Jahre ältere, niederländische Malerin Lou Loeber verfolgte ein streng konstruktivistisches Bildkonzept. Künstlerisch richtungweisend wurde für sie die Begegnung mit den Kollegen der de Stijl-Bewegung, Piet Mondrian und Gerrit Rietveld, die, vergleichbar den Konstruktivisten Kasimir Malewitsch und Natalja Gontscharowa in der Sowjetunion und Alice Lex und Oskar Nerlinger im Berlin der Weimarer Republik nach einer Bildsprache aus geometrischen Grundformen und Primärfarben suchten. Lou Loeber löste sich nicht vollständig vom Gegenstand und arbeitete anders als ihr Kollege Mondrian auch mit gebogener Linie und Kreisform wie in den beiden Gemälden, "Sonnenblumen" und "Stillleben mit Tassen".

Zum künstlerisch konstruktivistischen Umfeld gehören die russische Avantgardistin Natalja Gontscharowa (1881–1962), die Malerin und Fotografin Florence Henri (1893–1982) mit ihrem gespiegelten "Selbstportrait" und Jacoba van Heemskerck (1876–1923), deren Kontakt zu Herwarth Waldens "Sturm"-Galerie und deren Beteiligung am Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin 1913 für ihren Durchbruch auf dem Kunstmarkt sorgten.

Die Ausstellung mit ca. 60 Gemälden, Fotografien, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen schließt mit zwei abstrakten Werken, die ihre Wirkung ganz aus der Verwendung von aufgeriebenem Blattgold beziehen: "Haut" (1961) der Norwegerin Anna-Eva Bergman (1909–1987) und das "Goldene Tuch" (2005) der Niederländerin Beppe Kessler (1952).


Das Verborgene Museum e.V. wurde 1986 in Berlin gegründet - mit dem Ziel, Lebenswerk und Lebensgeschichte von in Vergessenheit geratenen oder von den Nazis ermordeten Künstlerinnen bekannt zu machen. Die Initiative zur Gründung des Museums gab eine Untersuchung in den West-Berliner Museen zwischen 1984 und 1987. Eine Sammlung künstlerischer Arbeiten von über 500 Künstlerinnen wurde damals in den Archiven entdeckt.
Seitdem präsentiert und dokumentiert Das Verborgene Museum die Lebenswerke von Künstlerinnen aller Gattungen - Malerinnen, Fotografinnen, Bildhauerinnen und Architektinnen. Weltweit ist es die einzige Einrichtung, die sich um die öffentliche Präsentation und wissenschaftliche Aufarbeitung der Lebenswerke von Künstlerinnen zurückliegender Jahrhunderte kümmert.

© Sharon Adler
Marion Beckers und Elisabeth Moortgat von DAS VERBORGENE MUSEUM anlässlich der Ausstellungseröffnung der Bildschau "Landschaft und Gesicht" am 3. April 2014 vor dem Gemälde der Künstlerin Ilse Heller-Lazard


Künstlerinnen im Dialog
27.04. – 06.08.2017
Eröffnung: 26. April 2017, 19 Uhr
DAS VERBORGENE MUSEUM
Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.

Schlüterstraße 70
10625 Berlin
Tel.: 030 - 313 36 56
Öffnungszeiten: Do & Fr 15 - 19Uhr, Sa & So 12 – 16Uhr
Eintritt: 2 Euro, ermäßigt 1 Euro
www.dasverborgenemuseum.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Landschaft und Gesicht – Unter diesem Motto zeigte Das Verborgene Museum vom 3. April bis 27. Juli 2014 eine dialogisch konzipierte Bildschau
Eine umfassende Werksammlung macht die Arbeiten von 25 vergessenen Malerinnen und Fotografinnen des letzten Jahrhunderts sichtbar. Zwei erstmals in Berlin ausgestellte Gemälde von Lotte Laserstein und Ilse Heller-Lazard standen im Fokus der Ausstellung.

Das Verborgene Museum im Interview - Ein Gespräch mit Chefkuratorin Marion Beckers und Elisabeth Moortgat aus dem Vorstand
Aus privaten Sammlungen, Museumsdepots und Dachböden – die Initiatorinnen der bis Juli 2014 laufenden Bildschau "Landschaft und Gesicht" machen Werke von lange vergessenen Künstlerinnen sichtbar. (2014)

Der Auftrag der Farbe. Die Expressionistin Ilse Heller-Lazard

Das Verborgene Museum. Eine Retrospektive der Malerin Lotte Laserstein (2003)

Glamour. Das Girl wird feine Dame – Frauendarstellung in der späten Weimarer Republik

Die Riess. Fotografisches Atelier und Salon 1918 bis 1932

Eva Besnyö

Marianne Breslauer - Unbeobachtete Momente

Die Tänzerin Tatjana Barbakoff

Trude Fleischmann

Drei Fotografinnen. Eine Doku von Antonia Lerch

Ellen Auerbach. Das dritte Auge

Eine Frau mit Kamera - Liselotte Grschebina. Deutschland 1908 - Israel 1994

Ruth Jacobi - Fotografien

Gisèle Freund. Photographien & Erinnerungen

Helen Levitt – Fotografien 1937-1991

Changing New York 1935-1939 fotografiert von Berenice Abbott

Happy birthday, Lotte Jacobi


(Quelle: DAS VERBORGENE MUSEUM Dokumentation der Kunst von Frauen e.V., AVIVA-Berlin)

Kultur Beitrag vom 21.04.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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