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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.08.2017

Barfuss in Paris. Ein Film von und mit Fiona Gordon und Dominique Abel. Kinostart: 7. September 2017
Tina Schreck

Eine tollpatschige kanadische Bibliothekarin, ein charmanter Obdachloser, eine spitzbübische alte Dame und eine amüsante Verfolgungsjagd durch die Stadt der Liebe. Der neue Film des Regisseur_innenpaares Abel & Gordon ("Die Fee", "Rumba") ist voller Poesie, Humor und Magie und eine Femmage an die am 27. Januar 2017 verstorbene, große Schauspielerin Emmanuelle Riva ("Hiroshima mon amour").



Fiona lebt und arbeitet als Bibliothekarin in einem kleinen, verschneiten Dorf in Kanada. Eines Tages erhält sie einen beunruhigenden Brief von ihrer Tante Martha aus Paris, die sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Alarmiert macht sie sich sofort auf den Weg in die französische Hauptstadt, um nach dem Rechten zu sehen. Blöd nur, dass bei ihrer Ankunft Martha spurlos verschwunden ist und Fiona ihr gesamtes Reisegepäck verloren hat. Zu allem Überfluss trifft sie in ihrer Misere auch noch auf den wohnungslosen Dom, der sich ungebeten an ihre Fersen heftet und sich unsterblich in sie verliebt.

Alle suchen Martha

Während Fiona und ihr unliebsamer Verehrer in der ganzen Stadt nach Martha suchen, ist diese dabei, ihre eigenen Probleme zu lösen. Gegen ihren Willen soll sie in ein Altersheim gesteckt werden, was sie mit allen Mitteln zu verhindern versucht. "Ridiculous. I´m only 88!", protestiert sie und flüchtet sich ins Getümmel der Großstadt, um ihrem Schicksal zu entkommen. Denn eines ist sicher: ihre Selbständigkeit lässt sie sich auf keinen Fall nehmen. Komme was wolle.

Die französische Schauspielerin Emmanuelle Riva, die Anfang des Jahres verstarb, glänzt in der Rolle der lebensfrohen Martha, die trotz ihres hohen Alters die Lust am Leben noch längst nicht verloren hat. Ob wilde Knutschereien im Treppenhaus oder Trinkgelage unter der Brücke, sie ist für jeden Spaß zu haben. Mit ihrer punkigen Frisur und dem kindlichen Lachen versprüht sie vielmehr die jugendliche Energie einer Teenagerin, als die einer alten Dame. "Barfuss in Paris" ist nach "Marie und die Schiffbrüchigen" ("Marie et les naufragés") (2016) der letzte Film dieser herausragenden Künstlerin.

Paris der Vielfalt

Der Film zeigt die Metropole aus verschiedenen Blickwinkeln. Zum einen durch Fionas Augen, die die Schönheit der Stadt als Touristin neu für sich entdeckt, zum anderen aus Doms Sicht, weit weg von den malerischen Kulissen. Sein Weg führt die Zuschauer_innen unter dunkle Brücken, hin zu den versteckten Winkeln der Stadt. Auf der Île aux Cygnes, wo Bettler, Tourist_innen, verliebte Paare und streunende Hunde aufeinandertreffen, kreuzen sich auch die Wege der drei Protagonist_innen immer wieder. Dort, im New York von Paris, hat Dom sein kleines, bescheidenes Zelt aufgeschlagen. Am Fuße der Freiheitsstatue - als Symbol für seine Unabhängigkeit.

Slapstick im Wunderland

Humor und Poesie sind die wohl wichtigsten Bestandteile in den Werken des Komiker_innen-Duos Dominique Abel und Fiona Gordon, die in all ihren Filmen stets ihre realen Namen behalten. Ihr Markenzeichen ist der unverkennbare Mix aus Slapstick und Phantastik. Den komischen Momenten folgt meist der Sprung ins Surreale, was den Situationen stets etwas Märchenhaftes verleiht. Wenn die tölpelhafte Fiona erwartungsgemäß rücklings in die Seine plumpst, schwebt sie schon im nächsten Moment in einem Meer voll eigentümlicher Gegenstände und erinnert dabei stark an Alice, die bei ihrer Jagd auf das weiße Kaninchen einen geheimnisvollen Erdtunnel hinuntergleitet.

Der Clown und die Bananenschale

Leider wirken die Sketche oftmals zu einstudiert, sind vorhersehbar, manchmal sogar flach. Die Selbstverständlichkeit, mit der Fiona über jedes Hindernis stolpert und Dom in jedes Fettnäpfchen tritt, gibt den Figuren eine gewisse Schablonenhaftigkeit. Dennoch gelingt den Darsteller_innen dank ihrer ausgefeilten Körperkomik und ihrem signifikanten Mienenspiel selbst in Momenten höchster Abgedroschenheit ein feiner Witz. Besonders Fiona Gordon ist eine Meisterin dieses clownesken Stils. Ob verzweifelt, trotzig oder zuversichtlich – all ihre Gefühlregungen stehen ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ihr großartiges Spiel stellt zu jeder Zeit ein absolutes Highlight des Films dar.

AVIVA-Tipp: "Barfuss in Paris" ist ein Film voller kleiner und großer Wunder. Er erzählt die groteske Geschichte dreier Exzentriker_innen, die trotz zahlreicher Hindernisse und dank unglaublicher Zufälle ihren Weg zueinander finden.

Barfuss in Paris
Originaltitel: Paris pieds nus
Frankreich / Belgien 2016
Regie und Drehbuch: Fiona Gordon und Dominique Abel
Darsteller*innen: Fiona Gordon, Dominique Abel, Emmanuelle Riva, Pierre Richard, Philippe Martz, Frédéric Meert
Produziert von: Christie Molia, Charles Gillibert, Abel & Gordon
Schnitt: Sandrine Deegen
Kostümbild: Claire Dubien
Verleih: Film Kino Text
www.filmkinotext.de
Lauflänge: 83 Minuten
Kinostart: 07.09.2017
Filmwebsite: www.barfuss-in-paris.de
Facebook: www.facebook.com/barfussinparis
Trailer: www.youtube.com

Zur Regisseurin, Produzentin und Hauptdarstellerin: Fiona Gordon Die kanadische Schauspielerin wurde 1957 in Australien geboren. In den 80er Jahren traf sie ihren zukünftigen Geschäftspartner und Ehemann Dominique Abel, der 1957 in Belgien zur Welt kam. Seit mehr als 25 Jahren hat sich das Paar zusammen einen einzigartigen Theater-Kosmos geschaffen, der sehr visuell ist und geprägt von Poesie und Humor. Gemeinsam gründeten sie ihre Compagnie "Courage mon amour", mit der sie die vier Stücke "La danse des poules" (1985), "L´évasion" (1988), "Poison" (1995) und "Histoire sans gravité" auf die Bühne brachten, welche um die ganze Welt gingen. Ohne ihr bevorzugtes Sujet - die Vertracktheiten des Menschseins – aufzugeben, haben sie mit "La Poupée" (1992) von Bruno Romy, der seitdem ein enger Mitarbeiter ist, ihren ersten Schritt ins Kino gemacht. Seit ihrem Spielfilm "L´Iceberg" (2006) haben sie drei weitere Langfilme realisiert.
Weitere Infos zu Fiona Gordon unter: www.imdb.com
Weitere Infos zu Dominique Abel unter: www.imdb.com

Zur Ausnahmeschauspielerin Emmanuelle Riva: Die Theater- und Filmschauspielerin sowie Schriftstellerin wurde am 24. Februar 1927 in der Gemeinde Cheniménil in Frankreich geboren.
1959 spielte sie die Hauptrolle in "Hiroshima, meine Liebe" ("Hiroshima, mon amour"), dem ersten Spielfilm des Dokumentarfilmers und französischen Regisseurs Alain Resnais, durch den sie für das Kino entdeckt wurde. In den Folgejahren drehte sie "Kapo" ("Kapò") (1960), "Eva und der Priester" ("Léon Morin, prêtre") (1961) und "Thérèse Desqueyroux" (1962), für den ihr im selben Jahr der Darsteller_innenpreis in Venedig überreicht wurde. In späteren Jahren war sie unter anderem in der Spielfilm-Trilogie "Drei Farben: Blau" ("Trois couleurs: Bleu") sowie in der Fernsehkomödie "Nicht zu verheiraten" ("Vert paradis") zu sehen. Nach Nebenrollen in Filmen wie "Schöne Venus" ("Venus beauté") (1999) oder "C´est la vie" (2001) kehrte sie mit Michael Hanekes "Liebe" ("Amour") (2012) an die Spitze des Weltkinos zurück Für die weibliche Hauptrolle des Films gewann sie den César als Beste Schauspielerin und wurde zudem für den Oscar nominiert. Am 27. Januar 2017 starb sie im Alter von 89 Jahren in Paris.
Weitere Infos zu Emmanuelle Riva unter: www.imdb.com

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Rumba
Ein Paar scheint zum perfekten Lebenstanz gefunden zu haben. Fast jede Minute ihrer Freizeit widmen sie dem Rumba-Tanzen, tagsüber arbeiten sie als LehrerInnen an einer Grundschule. Bis ein fataler Unfall ihr Leben gewaltig durcheinander bringt. Ein Film von Fiona Gordon und Dominique Abel (2008)

Eine Dame in Paris
Selten wurde Kratzbürstigkeit so charmant verkörpert wie in der Rolle der wohlhabenden und doch vereinsamten Migrantin, gespielt von der Grande Dame des französischen Films, Jeanne Moreau, die sich auf keinen Fall helfen lassen will, erst Recht nicht von einer Dorfpomeranze (brillant verkörpert durch die erfolgreiche estländische Schauspielerin Laine Mägi). (2013)

Kultur Beitrag vom 25.08.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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