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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 15.09.2011

Unter Schnee. Kinostart 15. September 2011
Clarissa Lempp

Ulrike Ottinger reist in das japanische Etchigo, das die Hälfte des Jahres "Unter Schnee" liegt. Ein poetischer Dokumentarfilm, mit Bildern aus einer faszinierenden und gleichsam extremen Lebenswelt



"Es schneit und schneit und es hört nicht auf" – Ulrike Ottingers Film "Unter Schnee" erzählt aus dem Norden Japans, aus Etchigo, das die Hälfte des Jahres unter einer hohen Schneedecke liegt. Es schneit hier so oft, dass es zweiundzwanzig Worte für den Schnee gibt, um seine Besonderheiten zu beschreiben. Bis zu sechs Meter schneit es hier. So hoch misst auch die längste Schneestange, die dann verdeckt wird.

Ulrike Ottinger reist in diese Welt, in ihre Mythen, Geschichten und Bräuche. Kinderlieder dieser Region erklingen, die selbstverständlich vom Schnee handeln, Mönche im Gebet, schneeschippende Menschen auf Dächern, Rituale, heiße Quellen, Straßen, Häuser und Tunnel aus Schnee, weiße Landschaften und Teller mit warmen Mahlzeiten füllen die Bilder. Zwei Reisenden folgt sie durch die weiße Welt, eine Fabel, die immer weitere Geschichten entspinnt, sich durch Vergangenheit und Gegenwart bewegt. Erzählende sind dabei auch die Kabuki TänzerInnen und MusikerInnen, deren Darstellungen der Fabel in den kleinen Orten in Etchigo mit Laien aufgenommen wurden.

Bevor Ulrike Ottinger ihre ersten Filme drehte, unter anderem mit Valeska Gert, war sie als freie Künstlerin tätig. Mit ihrer Berlin-Trilogie, zu der auch "Bildnis einer Trinkerin" gehört, und dem Spielfilm "Johanna D´Arc of Monoglia" erhielt Ottinger in den 1980ern größere Aufmerksamkeit und erste Auszeichnungen, daneben ist sie auch als Fotografin tätig und am Theater. Seit den 1990ern arbeitet Ulrike Ottinger auch verstärkt mit Dokumentarfilmen, vor allem im asiatischen Raum. Ottingers vielfältiges Schaffen zeigt sich auch in "Unter Schnee", der kein klassischer Dokumentarfilm ist, sondern vielmehr eine poetische Betrachtung über extreme Lebensbedingungen und ihre Effekte auf die Menschen, die darin leben. Gerade durch die Vermischung unterschiedlicher Erzählebenen - die Fabel, die von Eva Mattes gesprochen wird, die Szenen mit LaiendarstellerInnen, die Kabuki-Tänze und dokumentarische Momente der Gegenwart - nimmt der Film keine Perspektive auf das "Andere", das Fremde ein, sondern führt direkt in das Innere dieser Welt aus Schnee.

Im November 2011 erhält Ulrike Ottinger den Hannah-Höch-Preis durch das Land Berlin für ihr vielgestaltiges Werk als Künstlerin. In diesem Rahmen findet von September 2011 bis Januar 2012 eine Retrospektive in Zusammenarbeit des Haus der Kulturen der Welt und des Arsenal Institut für Film und Videokunst statt und im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) wird das unbekannte malerische Frühwerk (1963–68) Ottingers im November 2011 ausgestellt.

AVIVA-Tipp: "Unter Schnee" ist eine bildstarke und feinfühlige Betrachtung einer Region, in der die Menschen ihr halbes Leben mit und unter Schnee verbringen. Die besondere Arbeitsweise Ottingers ermöglicht einen faszinierenden und poetischen Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Schneelands.


Unter Schnee
Deutschland 2011
Regie, Kamera, Buch: Ulrike Ottinger
Musik: Yumiko Tanaka
Kabuki-Darsteller: Takamasa Fujima, Kiyotsugu Fujima
Erzählerin: Eva Mattes
Länge: 103 Minuten
Start in deutschen Kinos: 15.09. 2011
Weitere Informationen finden Sie unter: www.realfictionfilme.de
Weitere Informationen zum künstlerischen Schaffen von Ulrike Ottinger unter:
www.ulrikeottinger.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Südostpassagen" – Dokumentarfilm von Ulrike Ottinger

"Zwölf Stühle" – Spielfilm von Ulrike Ottinger

"Die koreanische Hochzeitstruhe" – Spielfilm von Ulrike Ottinger


Kultur Beitrag vom 15.09.2011 Clarissa Lempp 

   




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