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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.09.2008

Shadow Feminine – die Filme von Nina Menkes
Margret Müller

Vom 2.- 19. Oktober 2008 zeigt das Arsenal die Retrospektive der Filme von Nina Menkes. Filme, halb Traum, halb Realität, die Frauen auf einer Reise zu und mit ihrem "femininen Schatten" begleiten.



Eine elegante Frau, im starren Kostüm der 90er Jahre steht im Kasino unter dem "Wheel of Fortune". Das Rad des Glücks bewegt sich. Sie nicht. Die Kamera wendet den Blick nicht ab.
Eine brennende Palme, wüste Landschaft, ein Mann und eine Frau. Geduldig und starr beobachten Mann, Frau und Kamera das langsame, brausende Verbrennen.
Ein langer Hotelflur, eine große Schlange auf dem Boden und eine Frau, die diesen in elegantem schwarzem Kostüm langsam durchquert.
Nina Menkes Filme leben von starken, bewegenden Bildern und weitgehend unbewegter Kamera. Sehen und Geschehen verbinden sich, die Bilder pflanzen sich hypnotisch in das Fühlen ein, während die Reise der Protagonistin und der ZuschauerIn zu verschmelzen scheint.

Protagonistin ist bis auf den jüngsten Film "Phantom Love" durchgehend Nina Menkes´ Schwester Tinka. Sie spielt Frauen in Zwischenzuständen, die im Leben stehen, ihm aber zeitgleich entfliehen. Innerlich und äußerlich. Bestandteil aller Filme ist das Gefühl der Entfremdung, Einsamkeit und der Beginn einer Reise in Zeit- und Raum- ungebundene metaphorische Zwischenräume. Nina Menkes selbst beschreibt ihre filmische Arbeit als Reise zum "Shadow Feminine".
Männer streifen diese Reisen der Frau in verschiedenen Rollen, berühren sie aber nicht.

Die in Los Angeles lebende Regisseurin Nina Menkes(geboren 1963 in den USA) schreibt ihre Drehbücher auf Basis von Bildern, die sie bewegen. Während des Filmens entwickeln sich die lockeren Konzepte und die Narrative der Bilder zu einer Struktur. Spontaneität und Präzision im Aufbau der Szenen sind bezeichnende Elemente ihrer Arbeit.
Sie ist freie Künstlerin von Filmen, die gerne als "experimentell" beschrieben werden, wohl, da sie nicht in den Standard des Geschichtenerzählens passen. Von der Los Angeles Times wurde sie als "eine der provokativsten Filmemacherin unserer Zeit" bezeichnet. Nina Menkes folgt keiner filmischen Tradition und keinem Lehrer, sondern verfilmt, was sie fühlt. Damit ist auch sie künstlerisch und ökonomisch "einsam".
Im Kino Arsenal wird vom 2. bis 19. Oktober 2008 die Retrospektive ihres Gesamtwerkes zu sehen sein. An den ersten drei Tagen ist die Künstlerin dabei selber anwesend.

AVIVA-Tipp: Nina Menkes Filme sind großartiges Kino einer ganz eigenen Art. Die fein, präzise gestalteten Geschichten lassen der ZuschauerIn viel Freiheit für eigene Interpretation der surrealistischen Situationen und Erzählstränge. Der ruhende Blick der Kamera auf unmögliche Situationen lässt die Gedanken der ZuschauerInnen wandern. Sie wird aktiver Bestandteil der Geschichte.


Shadow Feminine – Die Filme von Nina Menkes im Überblick
Programm im Arsenal

02. bis 19. Oktober 2008

Phantom Love
Nina Menkes, USA 2006, OF 87´
Do 02.10., 20 Uhr, Eröffnung mit Nina Menkes
So 19.10., 20 Uhr
Lulu arbeitet in einem Casino in Los Angeles, kümmert sich um ihre Schwester Nitzan, die von an den Folgen ihrer Tablettensucht zu zerbrechen droht und führt eine emotionsfreie Affäre mit einem viel jüngeren Liebhaber. Lulus Mutter beginnt, sich in Realität und Traum ins Geschehen einzumischen. Soweit die Fakten. Alles weitere ist der stoische, schmerzhafte Weg der Befreiung der Protagonistin, gezeigt in surrealer Atmosphäre. Exotische Tiere, verworrener Soundtrack, die Verschmelzung von Gesichtern und starke Konstruktionen fantastischer Bilder bilden die Basis der Reise ins Innere der Protagonistin. Die Interpretation dieser Reise bleibt dabei dem Gefühl der Betrachterin überlassen.


The Great Sadness of Zohara
Nina Menkes, USA/Marokko/Israel 1983, OF 40´
A Soft Warrior
Nina Menkes, USA 1981, OF 11, (DigiBeta)
Fr 03.10., 20 Uhr, zu Gast: Nina Menkes
Mo 13.10., 20 Uhr

Menkes´ erster Super8-Film "A Soft Warrior" handelt von der Grauzone zwischen Krankheit und Gesundheit – eine Zone, die von Tinka Menkes durchquert wird." (Bérénice Reynaud) In einem Krankenzimmer voller seltsamer Figuren – einer Installation von Schattenexistenzen – umsorgt eine Schwester die andere – als Kriegerin, als schwarzes Wesen wacht sie an ihrem Bett.

Nina Menkes Film "The Great Sadness of Zohara" entstand an der Filmschule des UCLA. Die Protagonistin Zohara ist jüdisch-orthodox und lebt in Mea-Shearim in Jerusalem. Mit ihren stark geschminkten, wachen Augen wirkt sie entfremdet in ihrer Umgebung. Unverhofft begibt sie sich auf eine Art spirituelle Reise durch Marokko. Die Kleidung ändert sich, ihr kurzes Haar wird bunt. Doch fremd und beobachtet ist sie immer noch. Starr ist auf dieser Reise meist die Kamera, die Zohara in Bewegung durch Wüste, Gassen, Dörfer und Steppe beobachtet.


Queen of Diamonds
Nina Menkes, USA 1990, OF 77´
Sa 04.10., 20 Uhr,zu Gast: Nina Menkes
Fr 17.10., 20 Uhr

Die Protagonistin Firdaus (arabisch für "Paradies") arbeitet als Croupière in einem Casino in Las Vegas und pflegt einen alten Mann. Ihre Einsamkeit ist umwerfend. Zwar befindet sie sich in einer Art Alltag, scheint von ihrem Leben aber emotional völlig unbeeindruckt. Zentral ist die lange Sequenz mit ihr als Kartengeberin am Black-Jack-Tisch. Die Geräusche der Spielhalle, Firdaus elegante Routine beim Kartengeben, der Schlund, in den sie das Geld steckt, die Spielenden. Geld als Urheber der abstrakten Spannung.


Magdalena Viraga – The Story of a Red Sea Crossing
Nina Menkes, USA 1986, OF 90´
Di 07.10., 20 Uhr
Sa 11.10., 20 Uhr

"Basierend auf Texten von Gertrude Stein, Anne Sexton, Mary Daly und William Blake entstand ´Magdalena Viraga – The Story of a Red Sea Crossing´. Der Film spielt an lebhaften, schäbigen Schauplätzen in Los Angeles, um den Eindruck eines anonymen lateinamerikanischen Polizeistaats zu erzeugen. Die Prostituierte Ida/Magdalena Viraga bewegt sich weitgehend zwischen den ausstaffierten Schlafzimmern der Absteige (wo Tinka Menkes als Ida ihr Klientel mit kalter Passivität befriedigt) und der Gefängniszelle, in die sie ebenso häufig von der Polizei aus eher politischen als moralischen Gründen gesteckt wird." (Kevin Thomas)


The Bloody Child
Nina Menkes, USA 1996, OF 86´
Mi 08.10., 20 Uhr
Mi 15.10., 20 Uhr

"The Bloody Child" "erzählt in langen, meditativen Sequenzen, wie ein Angehöriger der US-Marines seine Frau tötet, sie auf dem Rücksitz seines Autos verstaut, mit der Leiche in die Mojave-Wüste fährt, sie dort vergräbt und dabei von einer Militärstreife gestellt wird. Nina Menkes hat die Geschichte einer Zeitungsmeldung entnommen. Sie diente ihr als Rahmenhandlung, die aber die konkreten Geschehnisse nicht verstehbar macht, sondern in einem viel fundamentaleren als bloß psychologischen Sinn ´unverständlich´ werden lässt: Menkes schneidet den Film gegen die Leserichtung, so dass man erst in der Mitte des Filmes realisiert, was eigentlich passiert sein könnte. Die Schnitte erzeugen einen bestimmten Rhythmus, der die Szenerie in abstrakten Tableaus auf unterschiedliche Weise zusammensetzt. Dadurch erscheinen die Charaktere der Handlung oder die Indizien nicht länger als Knotenpunkte der Bedeutung, sondern als Fragmente in einem viel umfassenderen Tableau, einer Welt, in der Bedeutung potenziell gleich verteilt ist – überall und nirgends" (Roger M. Buergel, Ruth Noack)

Shadow Feminine – die Filme von Nina Menkes

Veranstaltungsort: Kino Arsenal 1 + 2
Filmhaus am Potsdamer Platz
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
www.fdk-berlin.de

Weitere Informationen:

ninamenkes.com
Programm von "Shadow Feminine" im Arsenal


Eine Veranstaltung mit Förderung des KünstlerInnenprogramms des Berliner Senats. Mit Unterstützung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Initiiert von Madeleine Bernstorff.

Kultur Beitrag vom 18.09.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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