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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.12.2008

Anna Baumgart - The Hypothesis of the Stolen Image
AVIVA-Redaktion

Das Zak Branicka, die Galerie für polnische Kunst in der Berlin, zeigt eine Ausstellung der jüngsten Werke der polnischen Bildhauerin vom 12. Dezember 2008 bis zum 31. Januar 2009.



Anna Baumgart benutzt berühmte Pressebilder als Ausgangspunkt für einige ihrer bekanntesten Werke. Sie extrahiert die darin abgebildeten Personen, formt sie kunstvoll als lebensgroße Skulpturen nach und bemalt sie getreu nach Vorbild. Doch all das, was auf der Fotografie nicht zu sehen ist, bleibt auch bei Baumgarts Skulpturen weiß. Frontal betrachtet wirken sie lebensgetreu, aus jedem anderen Blickwinkel entblößt sich die Täuschung. So erinnert sie daran, dass es sich bei den vermeintlich aussagekräftigen Fotografien nur um einen flüchtigen Moment handelt, um einen winzigen, zweidimensionalen Ausschnitt.

Erstmals wandte Baumgart diese Technik bei den Werken "Natascha" und "Veronika" (2006) an, in denen sie sich auf eine Fotografie von Natascha Kampusch und auf das bekannte Bild einer Frau nach den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn bezog. Das weiß bandagierte Gesicht dieser unbekannten Frau wurde zum Sinnbild für den Horror der Anschläge. Der Titel dieser letzteren Arbeit leitet sich von der heiligen Veronika ab, die Jesus auf seinem Kreuzgang ein Tuch angeboten haben soll, damit er seinen Schweiß und seine Tränen abwischen könne. Auf diesem Tuch zeichnete sich auf wunderbare Weise das Bild Jesus ab und wurde so zu dem "wahren Bild Christi" oder "Vera Eikon".

Baumgarts "Veronika" hat ein verhülltes Gesicht und dahinter befindet sich unausgemaltes Weiß – wir können nicht wissen was hinter den Kulissen geschah, ein "Vera Eikon" gibt es hier nicht. Zak Branicka zeigt "Veronika" erstmals in Deutschland und darüber hinaus ihre neueste Arbeit "The Hypothesis of the Stolen Image" (2008). Den Ausgangspunkt bildet hier ein berühmtes Bild von Ostberlinern, die im August 1961 über Häuser flüchten, welche noch nicht durch die Berliner Mauer abgetrennt wurden. Ihre nun schon etablierte Technik nutzend, extrahiert Baumgart die Personen, die man durch Fenster klettern oder mit ihren Habseligkeiten bepackt auf den Fotografen zugehen sieht, sie bildet sie als Skulpturen nach und bemalt sie zur Hälfte. Da manche Personen aus Fenstern hängen, sind sie nur oberhalb der Hüfte nachgebildet und hängen frei in der Luft, was die Gruppe in ein unheimliches Licht taucht. Die Hinterseite eines Frauenbeins trägt darüber hinaus den Schriftzug "Reuters/Forum", ein Verweis auf die Agentur des Originalfotos vom 18. August 1961.

Der Titel "The Hypothesis of the Stolen Image" verleiht der Arbeit weitere Dimensionen und Unsicherheiten. Der Titel stammt von einem Film, der auf Ideen zur Kunstkritik des Autors Pierre Klossowski basiert. Ein hochintellektueller französischer Kultfilm von Raoul Ruiz ("The Hypothesis of the Stolen Painting"), gedreht im Jahr 1979: Ein Sammler protzt mit einer Bilderserie vor einem weiteren Sammler, währenddessen aber werden die in den Bildern dargestellten Personen zum Leben erweckt. Wie in Baumgarts Arbeit lösen sie sich als eigenständige Elemente aus ihrer fixierten Umgebung heraus und ändern ihre Bedeutung.
Selbst wenn die BetrachterInnen den Hintergrund der Fotografien und die Intentionen der Künstlerin kennen, so sind sie frei, sich ihre eigene Vorstellungen über die vermeintlichen Geschehnisse zu bilden: Wer sind diese Personen, sind sie real? Was ist und was wird mit ihnen geschehen? Wir erfinden diese "hypothetischen" Geschichten neu, ausgehend von dem Gewebe der ursprünglichen Bilder, deren Bedeutung uns ehemals so klar erschien.


Zur Künstlerin: Anna Baumgart wurde 1966 in Wroclaw, Polen geboren. Als Videokünstlerin, Skulpteurin und Installateurin lebt und arbeitet sie in Warschau. Ihre Arbeiten behandeln kulturelle und soziale Klischees. In letzter Zeit beschäftigt sie sich vor allem mit dem Einfluss der Medien auf das kollektive Bewusstsein. Von 1989 bis 1994 studierte sie Bildhauerei an der Kunstakademie in Danzig und stellte ihre Werke unter anderem in der Zacheta Nationalgalerie in Warschau, im Mazedonischen Museum für zeitgenössische Kunst in Thessaloniki und im Videospriz, Studio Tommasco in Triest, aber auch in Luxemburg, Berlin und Shanghai aus.

Anna Baumgart
The Hypothesis of the Stolen Image

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 12. Dezember 2008, von 18-21 Uhr.
Dauer der Ausstellung: 12. Dezember 2008 – 31. Januar 2009.
Ausstellungsort: ¯AK BRANICKA
Lindenstr. 35
10969 Berlin
Fon: 030 – 611 07 375
Weitere Infos unter: www.zak-branicka.com

Kultur Beitrag vom 10.12.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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