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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.12.2008

Little Paris von Miriam Dehne
Karolin Korthase

Miriam Dehne, vor allem als Regisseurin der Internetserie "They call us Candy Girls" bekannt, hat ihren ersten Langzeitspielfilm über den Traum vom Tanzen und die Realität in der Provinz gedreht.



"Little Paris", das ist eine trostlose Kleinstadt irgendwo in Baden Württemberg. Hier leben Luna und ihre Freundinnen Barbie und Eve. Täglicher Treffpunkt ist die Eisdiele in der Barbie arbeitet, am Wochenende gehen sie aufgemotzt in die Großraumdisco "Pink Palace". Alle drei erwarten nicht mehr viel vom Leben und befinden sich in einer Endlosschleife zwischen nichtssagenden Nebenjobs und unbefriedigenden Beziehungen - der Absprung scheint verpasst.

Bis eines Tages G die Bildfläche betritt. Lässig, gutaussehend und selbstbewusst – ein Tänzer, der es geschafft zu haben scheint. Die zierliche, zurückhaltende Luna verfällt ihm sofort und erhofft sich, mit seiner Hilfe ihren langersehnten Traum einer Tanzkarriere erfüllen zu können.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf. G gibt Luna Tanzunterricht. Sie gewinnen den Tanz-Contest in der ortsansässigen Disco. Es kommt zu einem ersten Kuss auf dem nachgebauten Eiffelturm, der der Stadt zu ihrem Spitznamen verholfen hat. Aber es kommt auch zu ersten Enttäuschungen für Luna – G ist ein Womanizer und meint es nicht ernst mit ihr. Mit ihrer Freundin Eve, die gelangweilt von ihrem bodenständigen Freund und Fastehemann Stefan ein Abenteuer sucht, hat G einen Quickie im Auto, Gefühle interessieren ihn nicht.

Parallel zu diesem Haupterzählstrang um Luna und ihren Traum vom Tanzen entwickelt die Regisseurin und Drehbuchautorin Miriam Dehne die Geschichten um das Lieben und Leiden der Freundinnen Barbie und Eve.

Verschiedene Lebenskonzepte werden vorgestellt und auch die unterschiedlichen, individuellen Vorstellungen von Glück. Eve versucht aus ihrer Beziehung auszubrechen. Alles erscheint ihr festgefahren, die nahende Heirat, die Grundfeste des im Bau befindenden Eigenheims in einer Reihenhaussiedlung. Barbie wünscht sich gerade diese Stabilität und trauert dem Poolbauer Wassily hinterher, der als Einziger des Freundeskreises die Stadt verlassen hat. Ihre Verzweiflung wird von Dehne besonders eindrücklich inszeniert: Die Figur der Barbie ist überzeichnet, wirkt streckenweise unecht, ist für die ZuschauerInnen aber dennoch am greifbarsten.

Wie schon bei der My Space-Soap "They call us Candy Girls" versucht Miriam Dehne die Gefühls – und Lebenswelt der Generation der 20 – 30 Jährigen darzustellen. Dabei bedient sie sich des durchaus legitimen Mittels der Übertreibung, bleibt jedoch in ihrer Filmsprache nicht konsequent.

Ein Suizid, von der Kamerafrau Sonja Rom genial und kunstfertig ins Bild gesetzt, wird nur am Rande erzählt und durch den Fortlauf der Geschichte banalisiert. Lunas Transformation von einem unscheinbaren Mädchen aus der Provinz zu einer selbstbewussten Tänzerin, die nach Amerika geht, wirkt abgedroschen und unglaubwürdig. Generell scheitert der Film an Dehnes Intention, zu viele Geschichten und Erzählstränge miteinander zu verknüpfen und den Figuren nebenbei noch eine Tiefendimension zu verschaffen. So bringt beispielsweise die Information über den frühen Drogentod von Lunas Mutter auf Ibiza den ZuschauerInnen keine neuen Erkenntnisse über die Figur der Luna, da die Geschichte über die Mutter nur am Rande eingestreut und nicht stringent erzählt wird. Das Happy End mit schalem Beigeschmack wirkt, wie viele der Dialoge, konstruiert.

AVIVA-Fazit: Dem Tanzfilm "Little Paris" fehlt eine klare Aussage und eine in sich konsistente Geschichte, die nicht verkrampft intendiert, Komik und Tragik miteinander zu verbinden. Der Unterhaltungsanspruch und Dehnes Versuch, die Probleme, Träume, Ziele und die Realität der 20 - 30 Jährigen darzustellen, scheitert an überzogenen Dialogen voller erzwungener Jugendlichkeit.

Little Paris
Deutschland 2007
Lauflänge: 90 Minuten
Buch und Regie: Miriam Dehne
Kamera: Sonja Rom
DarstellerInnen: Sylta Fee Wegmann, Patrick Pinheiro, Nina Gnädig, Jasmin Schwiers, Ralph Kretschmar, Stipe Erceg, Inga Busch, Volker Bruch, u.a.
Filmstart: 18. Dezember 2008

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.littleparis.de

Kultur Beitrag vom 18.12.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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