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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 27.12.2008

Fightgirl Ayse
Alexandra Kasjan

In ihrem Jugenddrama mit vielen Actionszenen erzählt die Regisseurin Natasha Arthy von einem in Dänemark aufgewachsenen türkischen Mädchen, das, von inneren Konflikten hin- und hergerissen, eine..



... wichtige Lebensentscheidung treffen muss: Entweder sie beugt sich den Regeln und Anforderungen ihrer Eltern und deren Tradionsbewußtsein oder sie folgt ihrem Herzen und trainiert weiterhin Kung Fu, obwohl man es ihr streng verboten hat.


Die 17-jährige Ayse (Semra Turan) hat eine große Leidenschaft: Kung Fu. Doch nach einem Zwischenfall darf sie ihre Kampfsportschule nicht mehr besuchen. Die Trainerin zeigt Mitgefühl und rät Ayse, sich an den Lehrer Shi fu (Xian Gao) zu wenden. Dieser ist zunächst skeptisch, ob das Mädchen sein hartes Training meistern wird. Doch ihre Beharrlichkeit stimmt ihn um. Ayse kann ihr Glück kaum fassen. Gleich nach dem Probetraining bittet sie ihren Vater (Sadi Tekolioglu) darum, die neue Kung Fu Schule besuchen zu dürfen. Doch als sie ihm gesteht, dass hier neben Mädchen auch Jungs trainiert werden, will er nichts mehr davon hören. Er hat bereits genaue Zukunftsvorstellungen für seine Tochter: Sie soll genau wie ihr Bruder Ali (Nima Nabipour) nach dem Abitur Medizin studieren. Außerdem wäre es eine Schmach, wenn die Eltern von Jasmin (Özlem Saglanmak), der zukünftigen Ehefrau von Ali, herausfinden würden, dass Ayse sich wie eine "Hure" benimmt. Letztendlich könnte er auch seine erhoffte Anstellung bei Jasmins Vater (Yuksel Isik) vergessen.

Enttäuscht von der Reaktion ihres Vaters entschließt sich Ayse dennoch, heimlich an dem Training in der neuen Kampfsportschule teilzunehmen. Zunächst wirkt die Jugendliche unbeholfen in ihrer Bemühung, den anderen Kung Fu SchülerInnen bei den Übungen zu folgen. Daher beauftragt Shi fu seinen erfahrenen Kämpfer Emil (Cyron Melville) damit, Ayse nach dem gemeinsamen Training in der Gruppe einzeln zu trainieren. Mit der Zeit entdecken die beiden ihre Gefühle füreinander und durch das zusätzliche Training mit Emil zeigt Ayse außerordentliche Fortschritte. Shi Fu erkennt ihr Talent und beschließt, dass sie neben anderen SchülerInnen bei den alljährlichen Klubmeisterschaften teilnehmen soll. Doch da kommt ihr der Türke Omar (Behruz Banissi), der beste Schüler von Shi fu, in die Quere. Er weigert sich nicht nur trotz der Anweisung seines Lehrers gegen Ayse zu kämpfen, sondern droht dem Mädchen: Falls sie ihr Kung Fu Training in einer gemischten Gruppe weiterhin ausübt, wird es ihre Familie erfahren. Entsetzt findet Ayse später heraus, dass Omar ein guter Freund von Jasmins Bruder ist. Beide begegnen sich auf Alis und Jasmins Hochzeit wieder, mit ungeahnten Folgen.

Ayse muss mit vielen Problemen fertig werden. In der Schule kann sie sich nicht konzentrieren, was dazu führt, dass ihre Leistungen nachlassen. Vor allem ihr ehrgeiziger Vater kann sich nur allmählich damit abfinden, dass seine Tochter nicht den Fußstapfen ihres Bruders folgen wird. Auf der anderen Seite ahnt Ayses Mutter (Denize Karabuda), dass ihre Tochter verliebt ist. "Das geht nicht" – ist ihre Antwort. Ayse ist ihrerseits jedoch nicht bereit, einen türkischen Ehemann zu akzeptieren, den ihre Eltern für sie aussuchen. Das Mädchen steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden und begreift im Verlauf des Films, dass sie sich ihren Ängsten stellen muss, um den Mut zu fassen, eigene Entscheidungen fürs Leben zu treffen.

Zur Regisseurin: Natasha Arthy wurde am 23. Mai 1969 in Gentofte, Dänemark geboren. Sie studierte an der Universität von Bristol Filmwissenschaft und an der Universität Roskilde Geisteswissenschaften. Anschließend arbeitete sie als Sprecherin beim Dänischen Rundfunk und seit 1991 realisiert sie kurze Beiträge für das Kinder- und Jugendprogramm des Dänischen Fernsehens sowie Musikclips und eigene Kurzfilme. Natasha Arthy erhielt für ihre Leistungen in der Filmbranche bereits mehrfach nationale als auch internationale Preise. So auch für "Fightgirl Ayse": 2008 wurde der Film in Malmö mit dem "Church of Sweden Film Prize" ausgezeichnet.

AVIVA-Tipp: Semra Turan, die in "Fightgirl Ayse" zum erstem Mal vor der Kamera steht, überzeugt mit ihrer wilden Energie und sympathischen Ausstrahlung. Vor allem die Entwicklung der Protagonistin von einem schüchternem Mädchen mit mangelndem Selbstbewusstsein bis hin zu einer entschlossenen Persönlichkeit, die ihren eigenen Weg geht, beeindruckt. Die großartigen Martial Arts-Szenen werden von stimmungsvoller und dramatischer Musik begleitet. Ergreifende und zu Tränen rührende Momente, die Konflikte innerhalb einer konservativen türkischen Familie und anschließende Versöhnungen zeigen, gehen unter die Haut. Das Jugenddrama vermittelt eine wichtige Botschaft: Glaube an dich selbst!

Fightgirl Ayse
Originaltitel: Fighter
Dänemark 2007
Regie und Drehbuch: Natasha Arthy
DarstellerInnen: Semra Turan, Nima Nabipour, Cyron Melville, Behruz Banissi, Xian Gao, Sadi Tekelioglu, Özlem Saglanmak, Yuksel Isik, Denize Karabuda
Produktionsfirma: Nimbus Film
Kamera: Sebastian Winterø
Musik: Saqib, Frithjof Toksvig
Laufzeit: 97 Min.
FSK: Ab 6 Jahren
Kinostart: 01.01.2009

Mehr Informationen zum Film finden Sie unter:
www.maxximumfilm.com

Kultur Beitrag vom 27.12.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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